Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Bund Katholischer Unternehmer gegen Totalblockade der AfD
  2. Bischof sein in Opferperspektive
  3. Kard. Müller: „Deutsche Diözesen sind Teil der Weltkirche und nur insofern katholisch, als sie…“
  4. Verhöhnung von Jesus und der Muttergottes - Schweigen von Schönborn, Grünwidl & Co.
  5. These: "Jesus hat keinen Platz im krassen Neuheidentum Deutschlands!"
  6. Mariologen-Vereinigung IMA kritisiert ‚Mater Populi Fidelis‘
  7. "Ich bin die immerwährende Heilige Jungfrau Maria!"
  8. Papst Leo: „Wer sagt, dass ich nicht gebetet habe? ... Vielleicht bete ich sogar jetzt“
  9. Mansour: Terrorschlag in Australien ist „logische Konsequenz einer global entfesselten Hassdynamik“
  10. „Catholic priest. Ask me anything”
  11. „Satt, aber nicht erfüllt – Kirche im Land der religiösen Indifferenz“
  12. Sender RBB muss Ex-Direktorin mehr als 8.000 Euro monatlich Ruhegeld zahlen – bis an ihr Lebensende
  13. Meinungsfreiheit in Gefahr
  14. Frankreich: Comeback der Beichte?
  15. EINLADUNG zur großen kath.net-Novene zur Muttergottes von Guadalupe - 4. bis 12. Dezember 2025

ÖBK-Vorsitzender Erzbischof Lackner: Kritik an Antisemitismus und Krieg im Heiligen Land

30. Juli 2025 in Aktuelles, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


"Wir können nicht schweigen, wenn die Hamas im größten Pogrom seit 1945 Tausende Juden grausam ermordet und etliche entführt." Ebensowenig könne man schweigen, "wenn immer noch Geiseln in Kellern gefangen gehalten werden".


Salzburg (kath.net/KAP-ÖBK) In einer umfassenden Erklärung hat der Salzburger Erzbischof Franz Lackner den zunehmenden Antisemitismus in Österreich wie auch Krieg und Terror im Heiligen Land verurteilt. In einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung hat Lackner - er ist auch Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz - zudem zu den jüngsten Vorfällen bei der Eröffnung der Salzburger Festspiele Stellung genommen und die Protestaktion kritisiert.

Wörtlich hielt der Erzbischof fest: "Wir können es nicht hinnehmen, wenn das Heilige Land in Krieg und Grausamkeit versinkt. Wir können nicht schweigen, wenn die Hamas im größten Pogrom seit 1945 Tausende Juden grausam ermordet und etliche entführt."
Ebensowenig könne man schweigen, "wenn immer noch Geiseln in Kellern gefangen gehalten werden". Auch wenn man das Existenz- und Selbstverteidigungsrecht Israels anerkenne, könne man nicht schweigen, "wenn der Krieg, der so entfesselt wurde, fast zwei Jahre später Zehntausende zivile Opfer in Gaza gefordert hat; wenn wir Berichte vernehmen, wonach weitere Unzählige, darunter auch Säuglinge und Kinder, durch Hunger und Not gefährdet sind". Man könne auch nicht schweigen, "wenn im Hagel der Bomben und Raketen Kirchen und Hilfseinrichtungen, die Zentren der Hoffnung sein wollen, getroffen werden".


Gerade aber auch in Österreich könne man nicht schweigen, "wenn aus all dem eine neue Welle eines kaum noch für möglich gehaltenen Antisemitismus wird; wenn unser Land, das in historischer und bleibender Verantwortung steht, jüdischem Leben keinen sicheren Ort mehr bieten kann".

Salzburger Protestaktion

Lackner hielt fest, dass er selbst im Raum war, als Aktivisten am vergangenen Samstag die Eröffnung der Salzburger Festspiele stürmten. - Sie hatten mit Zwischenrufen und ausgerollten Bannern mit Slogans wie "Stoppt den Völkermord" und "Free Gaza now" die Rede von Vizekanzler Andreas Babler unterbrochen.

Der Erzbischof betonte in seiner Erklärung: "Ein gutes Herz wird ihre Forderung nach einem Ende des Krieges in Nahost nachvollziehen. Aber die teilweise vermummten Gesichter und die spürbare Aggression der Aktivisten waren keine Werbung für Verständigung und Frieden, kein Beitrag zur Überwindung des Freund-Feind-Denkens."

Nunmehr scheine auch die Kunstblutattacke vom Mai letzten Jahres auf Oskar Deutsch, den Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde Wiens, und die damalige Verfassungsministerin Karoline Edtstadler, nunmehrige Landeshauptfrau Salzburgs, in direktem Zusammenhang zu stehen.

Der Erzbischof spielte damit auf einen Vorfall im Mai 2024 an, als in der Akademie der Wissenschaften in Wien eine internationale Konferenz gegen Antisemitismus stattfand. Beim Eintreffen von Edtstadler und Deutsch schüttete vor dem Eingang zur Akademie ein Aktivist mehrere Liter Kunstblut in Richtung der Teilnehmenden. Er rechtfertigte die Aktion damit, dass es bei der Konferenz nicht um Antisemitismus gehe, sondern darum, jede Kritik am Vorgehen des Staates Israel zu unterdrücken. Die Polizei schritt gegen die Farbattacke ein.

Kritik an Israel nicht per se antisemitisch

Erzbischof Lackner hält in seiner aktuellen Erklärung fest, dass Kritik am Vorgehen in Gaza auch in Israel selbst geäußert werde. Er bezeichnet Israel zugleich als "einzig funktionierende Demokratie im Nahen Osten".
Kritik an der israelischen Regierung sei damit per se nicht antisemitisch, "doch sie wird es, wenn sie jüdische Menschen, die 'älteren Geschwister im Glauben' (Johannes Paul II.) aufgrund ihrer Glaubensherkunft trifft, wenn sie jüdisches Leben und Glaubens bloßstellt, attackiert, oder direkt gefährdet". Und der Vorsitzende der Bischofskonferenz spricht von der "Fratze des als Israel-Kritik getarnten Judenhasses", der einem immer öfter begegne.

Sorge wegen aktueller Ereignisse

Schließlich nimmt der Erzbischof in diesem Zusammenhang auf weitere aktuelle Ereignisse Bezug: "Ein Österreich, in dem berichtet wird, wie Juden der Zutritt auf Campingplätzen verwehrt und in Restaurants kein Essen serviert wird, in dem ihre Gräber beschmiert und ihre Gemeinden bedroht werden, kann und darf nicht sein. Nicht heute, nicht morgen, niemals!" Dagegen, so Lackner, "müssen wir als Christen, aber auch als Bürger dieser Gesellschaft entschieden auftreten."

Copyright 2025 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Archivfoto Erzbischof Lackner (c) kathpress/Henning Klingen


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. "Ich bin die immerwährende Heilige Jungfrau Maria!"
  2. ISLAND-REISE - SOMMER 2026 - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  3. Weihnachtsspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre HILFE!
  4. Papst Leo: „Wer sagt, dass ich nicht gebetet habe? ... Vielleicht bete ich sogar jetzt“
  5. Bischof sein in Opferperspektive
  6. Verhöhnung von Jesus und der Muttergottes - Schweigen von Schönborn, Grünwidl & Co.
  7. Kard. Müller: „Deutsche Diözesen sind Teil der Weltkirche und nur insofern katholisch, als sie…“
  8. O Sapientia, quae ex ore Altissimi prodiisti
  9. Die erste Guadalupe-Predigt von Papst Leo ermöglicht einen Blick in sein Herz
  10. EINLADUNG zur großen kath.net-Novene zur Muttergottes von Guadalupe - 4. bis 12. Dezember 2025
  11. Bund Katholischer Unternehmer gegen Totalblockade der AfD
  12. These: "Jesus hat keinen Platz im krassen Neuheidentum Deutschlands!"
  13. US-Erzbischof gibt Anweisung, politische Botschaft an Weihnachtskrippe sofort zu entfernen
  14. Frankreich: Comeback der Beichte?
  15. „Catholic priest. Ask me anything”

© 2025 kath.net | Impressum | Datenschutz