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Aus der Liebe geboren, zur Einheit berufen - Ein Leib, ein Geist, eine Sendung

vor 7 Stunden in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Leo XIV. in der Kathedrale von Barcelona: Die Kirche als Braut und Leib Christi. Aufruf zu Gemeinschaft, Opferbereitschaft und Frieden. Im Mittelpunkt: der Verehrung der heiligen Eulalia als christliches Zeugnis der Einheit. Von Armin Schwibach


Barcelona (kath.net/as) Nach seiner Ankunft am internationalen Flughafen Josep Tarradellas Barcelona-El Prat wurde Papst Leo XIV. von Vertretern der Generalitat de Catalunya empfangen. Nach einer kurzen privaten Begegnung im VIP-Bereich segnete er den Tabernakel der Flughafenkapelle und begab sich anschließend zur Kathedrale Santa Creu i Santa Eulàlia, wo er die Mittagshore betete.

Zu Beginn seiner Predigt verband der Papst das Stundengebet mit den Worten des Zweiten Vatikanischen Konzils. Die Liturgie der Stunden sei die „Stimme der Braut, die zum Bräutigam spricht“, zugleich aber auch „das Gebet, das Christus vereint mit seinem Leib an den Vater richtet“. Ausgehend von diesen beiden Bildern - der Braut und des Leibes - entfaltete Leo XIV. seine Betrachtung über das Wesen der Kirche.

Die Kirche sei vor allem eine geliebte Braut. Gott habe die Menschen zusammengeführt, weil er die Schönheit und Güte liebe, die in jedem Einzelnen und in ihrer Gemeinschaft gegenwärtig seien. Die Gläubigen Barcelonas repräsentierten heute die Gemeinschaft der Heiligen in dieser Stadt. Deshalb lud der Papst dazu ein, gemeinsam den Vorsatz zu erneuern, „alle, Gläubige und Hirten“, Christus nachzufolgen und der Fülle des Lebens entgegenzugehen. Die Kirche sei Frucht eines vorausgehenden göttlichen Liebesaktes und wachse vor allem dadurch, „dass sie sich von ihm lieben lässt“. Nur wer sich von Gott lieben lasse, könne gemeinsam mit den anderen Werke der Liebe vollbringen. Leo XIV. erinnerte an Worte von Papst Franziskus, der die Ortskirche ermutigt hatte, von der Begegnung mit Christus auszugehen, um in Geschwisterlichkeit und Evangelisierung zu wachsen. Franziskus habe dann die Seminaristen Barcelonas aufgefordert, das Feuer der ersten Liebe zu Christus lebendig zu halten und daraus zu unerschrockenen Verkündern des Evangeliums zu werden. Der Papst griff diese Gedanken auf und betonte, die christlichen Gemeinschaften seien berufen, auf allen Ebenen ein Klima zu schaffen, das von gemeinsamer Kindschaft, Solidarität, Barmherzigkeit, gegenseitiger Achtung und Vergebung geprägt sei.


Mit Blick auf die Geschichte Barcelonas erinnerte Leo XIV. an den Besuch von Johannes Paul II., der den gastfreundlichen Geist der Stadt und Kataloniens hervorgehoben hatte. Dieser habe die Menschen befähigt, „mit unzähligen Menschen die menschliche und christliche Bürgerschaft zu teilen“. In seinen Worten spiegelten sich die Gesichter so vieler Brüder und Schwestern wider, „die sich hier bei euch jenseits aller Polarisierung für Harmonie und Gemeinschaftsbildung eingesetzt haben, und das auch weiterhin tun. Und auch heute noch finden sie ihre Bestätigung in der Lebendigkeit der zahlreichen Verkündigungs-, Bildungs- und Wohltätigkeitswerke, deren Träger und Protagonisten ihr alle seid“.

Der zweite Teil der Predigt stand unter dem Bild des Leibes Christi. Christus sei nicht nur der Bräutigam, sondern auch das Haupt eines einzigen Leibes, dessen Glieder Menschen „aus allen Stämmen und Sprachen, aus allen Nationen und Völkern“ seien. Die Zusammenarbeit in der Kirche sei deshalb keine Frage eines bestimmten Stils oder einer organisatorischen Methode. Sie gründe in der Gnade Gottes und in den Charismen, die jedem Glied des Leibes Christi geschenkt seien. Der Heilige Geist bewege die Gläubigen dazu, sich dort einzusetzen, wohin die Vorsehung sie rufe. Wie in einem menschlichen Leib gebe es auch in der Kirche sichtbare und verborgene Aufgaben. Manche stünden im Vordergrund, andere wirkten im Verborgenen, oft unbemerkt und dennoch unverzichtbar. Entscheidend sei, dass alle vom selben Geist beseelt würden: „Im Reichtum der empfangenen Gaben sind wir stark, weil wir vereint sind, und wir sind vereint, weil wir vom selben Geist beseelt sind“. Deshalb dürfe niemand zulassen, dass die Einheit zerstört werde, in der Gott seine Kirche geschaffen habe. Aus der besonderen Stellung Barcelonas als „Cap i Casal de Catalunya“ leitete Leo XIV. eine besondere Verantwortung ab. Die Stadt und ihre Bewohner seien berufen, „mit Gottes Hilfe zu Baumeistern der Einheit zu werden“.

Vor der Verehrung der Reliquien der heiligen Eulalia erinnerte der Papst an Worte des heiligen Augustinus über die Märtyrer. Christen gehörten demselben Herrn, strebten nach derselben Liebe und lebten dieselbe Einheit. Von dort aus weitete Leo XIV. den Blick auf die Gegenwart. In einer Welt, die von Kriegen und Spaltungen gezeichnet sei, und in einer Gesellschaft, die immer stärker von Fragmentierung und Individualismus geprägt werde, sollten Christen „Märtyrer“ sein, das heißt Zeugen und Propheten der Einheit, der Aufnahme, der Eintracht und des Friedens. Unter Hinweis auf die heilige Eulalia und die Märtyrer erklärte der Papst, Christen müssten bereit sein, ihr „Ja“ zu geben, auch wenn dies Opfer und Verzicht verlange. Sie seien gerufen, sich selbst zu verlieren, um das Leben zu gewinnen, auf das Überflüssige zu verzichten und auf dem aufzubauen, „was wesentlich ist und ewig währt“.

Den Abschluss bildete das hohepriesterliche Gebet Jesu aus dem Johannesevangelium: „Ich in ihnen und du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit“. Dieses Gebet Christi bezeichnete Leo XIV. als Auftrag für die Kirche der Gegenwart: „Möge Maria, Mutter der Kirche und Mutter der Einheit, uns helfen, diesem Versprechen und dieser Sendung treu zu bleiben: ‚Heilige Maria de la Mercè, bitte für uns‘“.

 


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