Das 'Evangelium des Optimismus'

26. Jänner 2026 in Chronik


Elon Musk kritisierte beim Weltwirtschaftsforum in Davos eine „wachsende Kultur der Angst“, die den Westen lähme. Innovation, so Musk, brauche den Glauben an ein besseres Morgen als Treibstoff.


Davos (kath.net/gem/rn)

Zum Abschluss des Weltwirtschaftsforums 2026 setzte Elon Musk vergangene Woche einen bewussten Kontrast zu den geopolitischen Krisenszenarien der Vorjahre. In einer viel beachteten Keynote rief der Multi-Unternehmer dazu auf, den Pessimismus als kulturelles Gift zu begreifen und sich stattdessen für eine radikale Vorfreude auf das Kommende zu entscheiden.

Während viele Podien in Davos von den Risiken der Künstlichen Intelligenz und den tektonischen Verschiebungen der Weltordnung geprägt waren, nutzte Elon Musk die Bühne für eine fast schon existenzielle Botschaft. Der Chef von Tesla, SpaceX und xAI präsentierte keine neuen Quartalszahlen, sondern eine Lebensphilosophie für das technologische Zeitalter.

Musk kritisierte eine „wachsende Kultur der Angst“, die den Westen lähme. Innovation, so Musk, brauche den Glauben an ein besseres Morgen als Treibstoff. Wer die Zukunft nur als Bedrohung sehe, habe bereits verloren, bevor die erste Zeile Code geschrieben oder die erste Rakete gezündet sei.

Besonders deutlich wurde Musk in seinen Schlussworten, die im Kongresszentrum für minutenlangen Applaus sorgten. Angesprochen auf sein persönliches Vermächtnis und seinen Rat an die nächste Generation, formulierte er ein Credo, das weit über die Wirtschaftswelt hinausstrahlt:

„Meine letzten Worte wären: Ich möchte alle ermutigen, optimistisch und voller Vorfreude in die Zukunft zu blicken“, erklärte Musk sichtlich bewegt. „Für die Lebensqualität ist es besser, im Zweifel optimistisch zu sein und sich zu irren, als pessimistisch und Recht zu behalten.“

Dieser Satz markiert eine interessante Verschiebung in Musks öffentlicher Rhetorik. Ging es früher meist um die rein technische Machbarkeit der Mars-Kolonisation oder die Effizienz von Elektroantrieben, rückte er diesmal die psychologische Komponente in den Fokus. Pessimismus, so die logische Konsequenz seiner Aussage, mag zwar oft als „realistischer“ gelten oder intellektuell überlegen wirken, er mindere jedoch die tägliche Lebensqualität und ersticke den menschlichen Tatendrang.

 


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