
28. Februar 2026 in Deutschland
Magdeburger Bischof Gerhard Feige warnt in Hirtenbrief (wieder einmal) vor der AfD. Dabei propagiert der laut 'Nius' den Spruch „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“. Die Parole findet sich im Gründungsprogramm der NSDAP.
Berlin (kath.net/gem/rn)
Ein kirchenpolitischer Eklat sorgt für hitzige Diskussionen über die Rolle der Kirche im politischen Diskurs. In einem aktuellen Bericht von NIUS wird die Predigt eines deutschen Bischofs thematisiert, der eine direkte Verbindung zwischen der Programmatik der AfD und der Ideologie der NSDAP zog. Besonders die Verwendung des historischen Schlagworts „Gemeinnutz vor Eigennutz“ steht dabei im Fokus der Kritik.
In seiner Ansprache warnte der Oberhirte eindringlich vor den Parolen der AfD und warf der Partei vor, völkisches Denken unter dem Deckmantel des Gemeinwohls zu verbreiten. Dabei schlug er eine Brücke zur NS-Zeit: Er argumentierte, dass bereits die Nationalsozialisten mit dem Slogan „Gemeinnutz vor Eigennutz“ (Punkt 24 des NSDAP-Programms) eine vermeintliche moralische Überlegenheit suggeriert hätten, um ihre ausgrenzende Ideologie durchzusetzen.
Die Kritik: „Historische Unschärfe“
Der Bericht von NIUS greift insbesondere die Kritik an dieser Argumentation auf. Kommentatoren werfen dem Bischof vor, den Begriff des „Gemeinnutzes“ – der eigentlich tief in der christlichen Soziallehre und im Gemeinwohl-Prinzip verwurzelt ist – leichtfertig den Nationalsozialisten zu überlassen. Durch den pauschalen Vergleich der AfD mit der NSDAP an dieser Stelle laufe die Kirche Gefahr, sich selbst ihrer eigenen moralischen Begriffe zu berauben.
Kritiker aus dem konservativen Spektrum werfen dem Bischof zudem eine „einseitige Politisierung“ vor. Anstatt Brücken zu bauen oder sich auf die rein theologische Seelsorge zu konzentrieren, würde die Kanzel zur politischen Bühne umfunktioniert.
Polarisierung in den Gemeinden
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