Muslime wählen SPD und Linke, Christen wählten CDU

14. März 2026 in Deutschland


Nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg gewähren Nachwahlbefragungen der Forschungsgruppe Wahlen tiefe Einblicke in die politische Landkarte der Konfessionen


Stuttgart (kath.net)  Nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg gewähren Nachwahlbefragungen der Forschungsgruppe Wahlen tiefe Einblicke in die politische Landkarte der Konfessionen. Während die CDU bei gläubigen Katholiken punktet, zeigt sich bei den muslimischen Wahlberechtigten ein völlig anderes Bild: Hier hatte die SPD überdurchschnittlich viel Erfolg. 20 Prozent der wahlberechtigten Muslime stimmten für die Sozialdemokraten – das ist fast der vierfache Wert ihres Gesamtergebnisses. Besonders bemerkenswert ist das Abschneiden des Wahlsiegers Cem Özdemir (Grüne). Obwohl er selbst aus einer türkischen Einwandererfamilie stammt und sich als „säkularen Muslim“ bezeichnet, konnte er in dieser Gruppe nicht überproportional punkten. Besonders stark bei den Muslimen war auch die Linke. Dies erzielte unter Muslimen starke 17 Prozent und war damit fast viermal so stark wie im Landesdurchschnitt.

Ein konträres Bild zeichnet sich bei den christlichen Wählern ab. Hier zeigt sich: Je enger die Bindung an die Kirche, desto stärker die Neigung zur Union. Während die Union landesweit bei knapp 30 Prozent lag, holte sie unter Katholiken überdurchschnittliche 38 Prozent. Bei den Protestanten waren es 30 Prozent. Laut Forschungsgruppe Wahlen neigen Christen, die regelmäßig am Gottesdienst teilnehmen, signifikant stärker zur CDU unter Manuel Hagel als kirchenferne Christen.

Den stärksten Rückhalt für seinen Kurs fand Cem Özdemir bei den Konfessionslosen. Hier holten die Grünen mit 37 Prozent ihr Spitzenresultat.


© 2026 www.kath.net