„Gesellschaftliche Zeitbombe“: BKA-Studie warnt vor Radikalisierung junger Muslime in Deutschland

16. März 2026 in Deutschland


Laut dem „Motra-Monitor“ weist fast jeder zweite Muslim unter 40 Jahren in Deutschland eine Affinität zu islamistischen Einstellungen auf.


Berlin/Dresden (kath.net) Eine aktuelle Untersuchung des Bundeskriminalamts (BKA) sorgt für Alarmstimmung in der deutschen Politik. Laut dem „Motra-Monitor“ weist fast jeder zweite Muslim unter 40 Jahren in Deutschland eine Affinität zu islamistischen Einstellungen auf. Politiker fordern nun ein Ende der „Naivität“ und ein robusteres Vorgehen des Rechtsstaates. Dies berichtet die "Welt".

Die Zahlen des BKA sind eindeutig und brisant: Insgesamt 45,1 Prozent der befragten Muslime unter 40 Jahren zeigen eine latente oder manifeste Nähe zum Islamismus. Konkret bedeutet das: 11,5 Prozent sind „manifest“ islamismusaffin , 33,6 Prozent sind „latent“ affin. Die Forscher definieren diese Einstellung als die Bereitschaft, religiöse Regeln des Islam zur Grundlage der politischen Ordnung zu machen – gepaart mit einer Abwertung anderer Religionen und antisemitischen Vorurteilen.

FDP-Vize Wolfgang Kubicki fand deutliche Worte und bezeichnete die Ergebnisse als „gesellschaftliche Zeitbombe“. Er kritisierte eine jahrelange „Politik des naiven Wegsehens“ und forderte Konsequenzen, unter anderem ein Kopftuchverbot im Staatsdienst sowie an Schulen für Kinder unter 14 Jahren. Auch Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) mahnte zur Wachsamkeit. Er betonte, dass das Grundgesetz keine Scharia kenne. Man müsse sich auf gezielte Provokationen gegen Recht und Gesetz einstellen, denen die Sicherheitsbehörden „schon im Keim offensiv und robust begegnen“ müssten.

Experten sehen vor allem in den digitalen Netzwerken eine Gefahr. Der Islamforscher Eren Güvercin (Alhambra Gesellschaft) warnt vor einer „enormen Enthemmung“ seit den Terrorangriffen der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. Islamistische Akteure würden die emotionale Debatte um den Nahost-Konflikt gezielt nutzen, um junge Menschen über soziale Medien zu radikalisieren. Ein beunruhigendes Beispiel für dieses Mobilisierungspotenzial: Eine Petition der verbotenen Kalifatsbewegung Hizb ut-Tahrir, die sich gegen die deutsche Staatsräson richtet, sammelte bereits über 500.000 Unterschriften.

Nicht nur auf der Straße, auch an den Hochschulen verschärft sich die Lage. Die Vorsitzende des Rings Christlich Demokratischer Studenten (RCDS) beklagte einen massiv gestiegenen Antisemitismus an Universitäten. Die Studie zeige unmissverständlich, dass Deutschland ein „ernstes Problem mit Radikalisierung und gescheiterter Integration in bestimmten Milieus“ habe.


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