
13. April 2026 in Aktuelles
US-Kardinal entkräftete vergangene Woche die Medien-Fakenews über einen Grundsatzkonflikt wegen der Iran-Frage zwischen Papst Leo XIV. und dem US-Präsidenten
Washington DC (kath.net/gro/red) „Man mag unterschiedliche Ansichten darüber haben, wie man das Problem angehen sollte, aber man kann sicherlich nicht behaupten, dass die Lage im Iran vor den Angriffen der Vereinigten Staaten und Israels gut war. Ich glaube, dass Trump aus seiner Sicht ebenfalls Frieden als Ziel hat – das heißt, er versucht, den inneren Frieden im Iran und seine Beziehungen zu anderen Nationen wiederherzustellen. Denn das Regime stellt eine nukleare Bedrohung für seine Nachbarn und andere Staaten dar.“ Das erläuterte Kardinal Raymond Leo Burke vergangene Woche im Interview mit der in Mailand (Italien) Tageszeitung „Il Giornale“. Burke, eine prominente Stimme lehramtlich konservativ gesinnter Katholiken, gilt als Unterstützer von Trumps MAGA-Bewegung. Er war von 2014 bis 2023 Kardinalpatron des Malteserordens und zuvor Kardinalpräfekt der Apostolischen Signatur gewesen. Zunächst hatte er von 2003 bis 2008 Erzbischof von St. Louis und davor ab 1994 Bischof von La Crosse amtiert. Internationale große Medien hatten vergangene Wochen Falschbehauptungen verbreitet, wonach Papst Leo nach Konflikten mit US-Präsident wegen der Iranfrage Donald Trump seine US-Reise abgesagt hätte – allerdings hatte der Papst zuvor keine Zusage zu dieser Reise gegeben. Das Presseamt des Heiligen Stuhls hatte dann gegen diese Fakenews Stellung bezogen. Auch im deutschen Sprachraum waren diese Fakenews aufgegriffen worden, so hatte beispielsweise das Magazin „Focus“ getitelt: „Trump-Regierung drohte dem Papst – der sagte USA-Reise ab“ (siehe Link).
Der US-Kardinal rief eigens dazu auf, dass man auch „für die Freiheit des iranischen Volkes beten“ müsse, „das so viele Jahre unter dem Regime der Ayatollahs gelitten hat. Wir dürfen die vielen Zivilisten nicht vergessen, die im Laufe der Jahre durch die Repression getötet wurden. Es ist schmerzlich mitanzusehen, wie eine große Nation mit einem reichen kulturellen Erbe von einem so blutrünstigen Regime zerstört“ werde.
Burke gab das Interview noch vor der Friedensvigil, zu der Papst Leo am vergangenen Samstag in den Petersdom gerufen hatte. Auf Nachfrage erläuterte er, dass er „selbstverständlich“ zu dieser Friedensvigil gehen werde. Er werde sich „dem Heiligen Vater in diesem so wichtigen Moment des Gebets in einer so kritischen Zeit wie der jetzigen anschließen. Ich freue mich sehr, dem Aufruf zum Gebet für die baldige Wiederherstellung des Friedens zu folgen. Wir müssen dem folgen, was 1917 in Fatima offenbart wurde, und den Rosenkranz zu Unserer Lieben Frau, der Königin des Friedens, beten.“
Der „Il Giornale“-Interviewer fragte Burke nach seiner Bereitschaft, als Vermittler zwischen dem Heiligen Stuhl und den Vereinigten Staaten zu fungieren. Burke antwortete darauf: „Ich bin bereit, in jeder Hinsicht zu helfen. Allerdings bin ich kein Diplomat und wäre daher nicht die richtige Person dafür. Außerdem glaube ich, dass die Rede von Spannungen übertrieben ist. Der US-Botschafter beim Heiligen Stuhl, ein gläubiger Katholik, setzt sich bereits mit aller Kraft für den Dialog zwischen beiden Seiten ein. Wichtig ist, dass die Tür offen bleibt und es immer einen Weg gibt, miteinander zu sprechen und zu sehen, wie die Kirche zur Versöhnung der Nationen beitragen kann.“
Auf Nachfrage betonte Burke außerdem, dass Trumps Amerika und Leos Kirche einander nicht entgegengesetzt seien. Wörtlich erläutert der Kardinal dazu: „In Amerika genießt die Kirche großen Respekt, und Katholiken haben seit jeher in jeder Hinsicht einen bedeutenden Beitrag zum Leben der Nation geleistet. Lange Zeit gab es ein antikatholisches Vorurteil, das behauptete, wir wollten, dass der Papst das Land regiere. Doch die Lehre hat nie gelehrt, dass die Kirche regieren muss. Wir Katholiken folgen der Lehre des Herrn, dem Kaiser zu geben, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Die Kirche lehrt moralische Grundsätze, überlässt aber die Entscheidungsbefugnis den jeweiligen Autoritäten.“
Archivfoto: Kardinal Burke
© 2026 www.kath.net