Finanzströme des Islam-Terrors: Hisbollah-Netzwerke bis nach Österreich aktiv

21. April 2026 in Chronik


Eine neue Studie der Dokumentationsstelle Politischer Islam (DPI) bringt Licht in die globalen Finanzgeschäfte der Hisbollah. Die Organisation nutzt rechtliche Grauzonen in Europa und Österreich gezielt für Geldwäsche und Schmuggel.


WIen /London (kath.net/gem/rn) Während im Nahen Osten die militärischen Auseinandersetzungen die Schlagzeilen bestimmen, operiert die Hisbollah im Hintergrund in Europa als globales Wirtschaftsimperium. Dies berichtet die "Krone". Laut einer aktuellen Untersuchung der Nahost-Expertin Lina Khatib (Chatham House, London) finanziert sich die Organisation durch ein hocheffizientes Geflecht aus legalen und illegalen Geschäften, das weit über die Grenzen des Libanon hinausreicht.

Um die enormen Kosten ihrer militärischen Operationen zu decken, setzt die Hisbollah auf transnationale Kriminalität. Das Portfolio reicht vom Handel mit Drogen und Öl-Schmuggel bis hin zum Geschäft mit Raubkunst und sogenannten Blutdiamanten. Besonders besorgt zeigen sich Ermittler über die zunehmende Nutzung von Kryptowährungen. Diese digitalen Finanzmittel ermöglichen es der Organisation, Gelder anonym und in Sekundenschnelle zwischen Europa, Lateinamerika, Afrika und dem Nahen Osten zu transferieren.

Ein zentraler Kritikpunkt der Studie betrifft die rechtliche Einordnung in der Europäischen Union. In den meisten EU-Staaten, darunter auch Österreich, wird lediglich der militärische Arm der Hisbollah als Terrororganisation geführt. „Die fehlende vollständige Einstufung ermöglicht es dem politischen Flügel, weiterhin Spenden zu sammeln und Geschäfte zu tätigen“, warnt Expertin Lina Khatib. Diese rechtliche Lücke diene als Schutzschild für Aktivitäten im Untergrund.

Dass Österreich keine Insel der Seligen ist, belegen dokumentierte einige Fälle in der Studie. Im Jahr 2021 zerschlugen Ermittler einen Suchtgiftring, der eine Pizzeria als Drehscheibe nutzte. Dort wurde die berüchtigte „Dschihadisten-Droge“ Captagon verpackt und nach Saudi-Arabien verschifft. Die Täter machten sich zunutze, dass Lieferungen aus Europa im Zielland deutlich seltener kontrolliert wurden. Acht Männer wurden damals verurteilt. Auch die Festnahme eines 41-jährigen Hisbollah-Kommandeurs im Jahr 2020 wird in der Analyse angeführt. Trotz seines Versuchs, durch eine Konversion zum Christentum Milde zu erwirken, wurde er von der österreichischen Justiz verurteilt.

Für Lisa Fellhofer, Direktorin der Dokumentationsstelle Politischer Islam, macht die Studie Strukturen sichtbar, die längst fest in Europa verankert sind. Die Experten plädieren für eine konsequentere Überwachung der Finanzströme und eine Neubewertung der Organisation, um die Verflechtung von politischem Einfluss und krimineller Finanzierung dauerhaft zu unterbinden.


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