Schah-Sohn in Berlin: Scharfe Kritik an „Erpressbarkeit“ der Bundesregierung

24. April 2026 in Chronik


„Das Regime ist eine verwundete Bestie.“ Er betonte, dass es sich um einen „Krieg des Regimes gegen die eigenen Bürger“ handele.


Berlin / Teheran (kath.net/rn) Der im US-Exil lebende Reza Pahlavi, Sohn des letzten Schahs von Persien, hat bei einem Besuch in Berlin die deutsche Bundesregierung scharf angegriffen. Im Rahmen einer Pressekonferenz warf er der Koalition unter Kanzler Friedrich Merz vor, sich vom iranischen Regime erpressen zu lassen und den Kontakt zur Opposition zu verweigern.

Pahlavi, der als Privatperson nach Deutschland gereist ist, kritisierte den Umstand, dass kein Mitglied der Bundesregierung zu einem Gespräch mit ihm bereit war. Er bezeichnete dies als „eine Schande“. Demokratische Regierungen stünden in der Pflicht, mit jenen zu sprechen, die die „Stimme der Stimmenlosen“ seien. Während die Regierungsbank ihn ignoriert, traf Pahlavi jedoch auf Parlamentarier verschiedener Fraktionen, darunter den CDU-Außenpolitiker Armin Laschet.

In eindringlichen Worten schilderte Pahlavi die aktuelle Lage im Iran. Er beschrieb das klerikale System als „brüchiger denn je“, warnte jedoch gleichzeitig vor einer unberechenbaren Vergeltung durch Teheran: „Das Regime ist eine verwundete Bestie.“ Er betonte, dass es sich um einen „Krieg des Regimes gegen die eigenen Bürger“ handele. Die Versuche Teherans, sich angesichts US-israelischer Angriffe als Opfer darzustellen, wies er entschieden zurück.

An die Adresse Europas und Berlins richtete der Schah-Sohn eine klare Forderung: Schluss mit Verhandlungen: Die jahrzehntelangen Versuche, das Regime durch Dialog zu ändern, seien gescheitert. Jede Verhandlung legitimiere lediglich den Staatsapparat. Unterstützung des Volkes: Der Konflikt im Nahen Osten werde erst enden, wenn das iranische Volk dabei unterstützt werde, das System zu überwinden. Sicherheitsrisiko für Europa: Pahlavi warnte, dass Europa weiterhin in Gefahr lebe, solange die Führung in Teheran an der Macht bleibe.

Trotz seiner prominenten Rolle betonte Pahlavi in Berlin, dass er nicht für sich selbst werbe. Sein Ziel sei es, politische Gespräche zu führen, um den Druck auf die Islamische Republik zu erhöhen. Sein Besuch fällt in eine Zeit extremer diplomatischer Spannungen, in der die deutsche Außenpolitik verstärkt unter Druck gerät, ihre Haltung gegenüber dem Iran neu zu definieren.


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