
2. Mai 2026 in Chronik
Die Umwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee unter Präsident Erdogan sei einer der ‚größten Akte der Ungerechtigkeit in der christlichen Geschichte‘ und ‚kultureller Diebstahl‘ gewesen.
Charleston (kath.net/jg)
Mark Lynch, republikanischer Kandidat für den US-Senat aus South Carolina, hat eine außenpolitische Forderung in den Mittelpunkt seiner Kampagne für die Vorwahlen gestellt. Sollte er gewählt werden, will er ein Bundesgesetz mit dem Titel „The Return the Hagia Sophia to the Church Act“ einbringen, das alle Importe aus der Türkei in die USA verbietet, bis die Hagia Sophia an die Griechisch-Orthodoxe Kirche zurückgegeben wird, berichtet die Plattform Greek Reporter. Lynch tritt bei den Vorwahlen gegen den amtierenden Senator Lindsey Graham an.
Das Embargo würde Importe im Wert von rund 17,52 Milliarden US-Dollar (Stand 2025) betreffen. Lynch kündigte außerdem an, am Tag der Gesetzesvorlage christliche Geistliche aus orthodoxen, katholischen und protestantischen Denominationen ins US-Kapitol einzuladen, um Druck auf den Kongress auszuüben.
Lynch wirft dem amtierenden Senator Lindsey Graham vor, 2020 untätig geblieben zu sein, als der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die Hagia Sophia von einem Museum wieder in eine aktive Moschee umwandelte. In einem Beitrag auf X vom 26. April 2026 schrieb Lynch: „Unter Lindsey Grahams Ägide wurde die Hagia Sophia im Jahr 2020 an die Muslime übergeben. […] Anstatt diese Übergabe anzufechten, schwieg Senator Graham.“
Er bezeichnete die Umwandlung als „einen der größten Akte der Ungerechtigkeit in der christlichen Geschichte“ und als „kulturellen Diebstahl“. Die Kathedrale gehöre den Christen. Sollte er gewählt werden, werde er dafür sorgen, dass die Hagia Sophia der Griechisch-Orthodoxen Kirche zurückgegeben werde.
Die Hagia Sophia wurde im 6. Jahrhundert unter Kaiser Justinian I. als eine der prächtigsten christlichen Kathedralen der Welt errichtet und war fast tausend Jahre lang der zentrale Sitz des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel. Nach der osmanischen Eroberung Konstantinopels 1453 wurde sie in eine Moschee umgewandelt. 1935 erklärte Mustafa Kemal Atatürk sie zu einem Museum – ein Symbol der säkularen Türkei. 2020 kehrte sie unter Erdogan zur Moschee zurück, was international, unter anderem von der UNESCO, kritisiert wurde.
Mark Lynch tritt als Herausforderer in der republikanischen Vorwahl gegen den langjährigen Senator Lindsey Graham an, die am 9. Juni 2026 stattfindet. Graham gilt als Favorit. Lynch positioniert sich mit einem dezidiert christlich-konservativen Profil („God First, America First“) und sieht die Rückgabe der Hagia Sophia als Teil eines breiteren Kampfes gegen die „Übernahme christlicher Kulturstätten“ weltweit. Seine Forderung nach Rückgabe der Hagia Sophia wurde vor allem in griechisch-katholischen und christlich-konservativen Medien aufgegriffen und löste in sozialen Medien lebhafte Diskussionen aus.
© 2026 www.kath.net