Es gibt keine zweite Chance mehr

6. Juni 2026 in Spirituelles


Die Warnung vor der Lästerung gegen den Heiligen Geist bedeutet letzlich, dass wir immer darauf bedacht sein sollten, Gottes Vergebung nicht abzulehnen.


Rom (kath.net / pk) Im Matthäus-Evangelium (Mt 12,32) heißt es: „Darum sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden, aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben werden. Auch wer ein Wort gegen den Menschensohn sagt, dem wird vergeben werden; wer aber etwas gegen den Heiligen Geist sagt, dem wird nicht vergeben, weder in dieser noch in der zukünftigen Welt.“

Es lohnt sich, gelegentlich darüber nachzudenken, was das heißt.  Die Kirche sagt ganz klar, dass es „keine Grenzen für die Barmherzigkeit Gottes“ gibt (KKK 1864), heißt es in einem Beitrag von ChurchPOP, der das Thema aufgreift. Jesus Christus ist für die Sünden aller Menschen gestorben, und jeder, der seine Sünden bereut und Christus nachfolgt, kann Vergebung und neues Leben empfangen.

Ist die Lästerung nun eine Art Ausnahme, vor der wir uns hüten müssen? Ja, aber nicht in der Weise, wie man vielleicht erwarten würde. Alle drei synoptischen Evangelien berichten von dieser „Lästerung“ gegen den Heiligen Geist. Der Katechismus geht konkret darauf ein.

 „Die Barmherzigkeit Gottes kennt keine Grenzen, doch wer sich bewusst weigert, diese Barmherzigkeit durch die Umkehr anzunehmen, lehnt die Vergebung seiner Sünden und das vom Heiligen Geist angebotene Heil ab. Eine solche Verhärtung des Herzens kann zur endgültigen Unbußfertigkeit und zum ewigen Verlust führen.“ (KKK 1864)

Mit anderen Worten: Der Katechismus sagt, dass „Lästerung gegen den Heiligen Geist“ bedeutet, die Vergebung Gottes bis zum Ende des eigenen Lebens abzulehnen. Es ist Lästerung gegen den Heiligen Geist, weil jedem Menschen durch den Heiligen Geist das Heil angeboten wird.

Papst Johannes Paul II. erklärt in  seiner Enzyklika über den Heiligen Geist „Dominum et vivificantem“:

„Warum ist die Lästerung gegen den Heiligen Geist unverzeihlich? […] Der heilige Thomas von Aquin antwortet, dass es sich um eine Sünde handelt, die ‚von Natur aus unverzeihlich ist, insofern sie die Elemente ausschließt, durch die die Vergebung der Sünden geschieht‘ (…) Nach einer solchen Auslegung besteht ‚Lästerung‘ nicht eigentlich darin, den Heiligen Geist mit Worten zu beleidigen; sie besteht vielmehr in der Weigerung, das Heil anzunehmen, das Gott dem Menschen durch den Heiligen Geist anbietet, der durch die Kraft des Kreuzes wirkt.“

Letztlich bedeutet dies, dass wir darauf bedacht sein sollten, Gottes Vergebung nicht abzulehnen. Nach unserem Tod gibt es keine zweite Chance mehr. In seiner liebevollen Güte hat Gott uns eine Chance auf Erlösung angeboten. Wir sollten demütig und schnell unsere Sünden bereuen und Gottes unentgeltliches Gnadengeschenk annehmen.


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