
10. Juli 2026 in Kommentar
„Wie sagte Jesus doch gleich: 'Gehet hinaus in die ganze Welt! Aber: Hey, Jungs – beachtet das Copyright, OK?!'“ Satirischer Gastbeitrag von Josef Bordat
Bonn-Berlin (kath.net) Wer hat eigentlich die Rechte an der Bibel? Genauer: das Copyright an den Lesungstexten des Sonntags? Gott? Nein! Wie kommen Sie denn darauf?! Die Autoren der Texte, also zum Beispiel Paulus, der ständig Briefe schrieb, weil sein Internet nicht funktionierte? Nein, auch nicht.
Rechteinhaber an den Perikopen für den liturgischen Gebrauch ist – Achtung! – die „Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet“. Das stellte die DBK – genauer: die Unterkommission Urheber-, Medien- und Verlagsrecht des Verbandes der Diözesen Deutschlands – schon vor einigen Jahren in dem Informationsschreiben „Genehmigungspflicht für den Abdruck von Textpassagen aus liturgischen Büchern (Gebete, biblische Lesungen)“ gerichtsfest klar. Brief der Korintherkacker an die Gemeinden.
Wer fortan die Lesungen kommentieren will und sie dazu einfach so in den Pfarrnachrichten abdruckt oder auf die Gemeindehomepage hochlädt, begeht eine Copyrightverletzung.
Und der „Schott“? Ja, der hat sich bereits eine Erlaubnis geholt, wie seit eniger Zeit auf der Website zu lesen ist. Die „darin enthaltenen biblischen Texte“, so ist zu lesen, „sind Bestandteil der von den Bischofskonferenzen des deutschen Sprachgebietes approbierten (revidierten) Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift (1980/2016)“.
Wie sagte Jesus doch gleich: „Gehet hinaus in die ganze Welt! Aber: Hey, Jungs – beachtet das Copyright, OK?!“
Aus: Josef Bordat, Blick ins Spiegeluniversum. Neue satirische Versuche, Ahrensburg 2023, S. 20.
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