
10. Juli 2026 in Aktuelles
Großbritannien verweigert finnischer Abgeordneter Päivi Räsänen Transit am Flughafen Heathrow wegen wirren „Hassverbrechen“-Urteil in Finnland
London – Helsinki (kath.net)
Die Nachricht sorgt international für Bestürzung: Der finnischen Parlamentsabgeordneten und gläubigen Christin Päivi Räsänen wurde die Durchreise durch den Londoner Flughafen Heathrow verweigert. Grund dafür ist ihre jüngste Verurteilung wegen eines angeblichen „Hassverbrechens“ in Finnland, nachdem sie die biblische Lehre über Ehe und Sexualität verteidigt hatte.
Der Vorfall wurde durch den bekannten christlichen Autoren und Publizisten Rod Dreher öffentlich gemacht, der derzeit an einer Konferenz der christlichen Organisation Alliance Defending Freedom (ADF) teilnimmt. Räsänen, die ebenfalls vor Ort war, berichtete demnach dem Publikum von dem Reiseverbot. Dreher schrieb auf seiner Substack-Plattform: „Mir wurde berichtet, dass Päivi auf ihrem Hinflug aus Finnland mitgeteilt wurde, dass sie auf dem Rückflug nicht über den Londoner Flughafen Heathrow reisen darf. Warum? Weil sie eine verurteilte Hassverbrecherin ist! Das Vereinigte Königreich hat entschieden, dass ihre Anwesenheit in Großbritannien – selbst für einen reinen Anschlussflug im Flughafen – unerwünscht ist.“
Sean Nelson, leitender Rechtsberater der ADF, die Räsänen seit Jahren juristisch vertritt, bestätigte den Bericht und kommentierte auf der Plattform X: „Sobald sie dich als ‚Hasser‘ abstempeln, werden sie niemals aufhören, dich bestrafen zu wollen. Dieser Wahnsinn muss gestoppt werden. Gott segne Päivi Räsänen.“
Hintergrund: Ein jahrelanger Justizmarathon
Der Vorfall am Londoner Flughafen ist die direkte Folge eines jahrelangen, international scharf kritisierten Justizverfahrens in Finnland. Im März 2026 hatte der Oberste Gerichtshof Finnlands nach einem siebenjährigen Rechtsstreit ein gemischtes Urteil gefällt. Während Räsänen von dem Vorwurf bezüglich eines Tweets aus dem Jahr 2019, in dem sie die Bibel zitierte, einstimmig freigesprochen wurde, sprachen die Richter sie in einem anderen Punkt schuldig.
Sie wurde wegen einer Broschüre aus dem Jahr 2004, die sie gemeinsam mit dem lutherischen Bischof Juhana Pohjola für ihre Kirche verfasst hatte, wegen angeblicher „Hassrede“ verurteilt. Besonders brisant: Die Verurteilung erfolgte auf Basis des finnischen Strafgesetzbuches im Abschnitt „Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit“. Die 22 Jahre alte Broschüre verteidigte das biblische Verständnis der Ehe als Bund zwischen Mann und Frau – zu einem Zeitpunkt, als die Homo-Ehe in Finnland noch weit über ein Jahrzehnt von der Legalisierung entfernt war. Dennoch wurde die Politikerin von der Justiz rückwirkend verurteilt. Zwei Instanzen hatten Räsänen zuvor in allen Punkten einstimmig freigesprochen, bevor die Staatsanwaltschaft den Fall erbittert bis vor das Höchstgericht trieb. Räsänen wurde zu einer Geldstrafe von 1.800 Euro verurteilt.
Päivi Räsänen, die von Beruf Ärztin ist, Mutter von fünf Kindern, Großmutter und ehemalige finnische Innenministerin, gilt in der christlichen Welt als Symbolfigur für den Kampf um die Religions- und Meinungsfreiheit. Rod Dreher warnte in seinem Bericht vor den drastischen Signalwirkungen dieses Falls für alle Christen in Europa: „Ich denke, Päivi ist der Kanarienvogel im Kohlebergwerk unserer Zivilisation. Die progressive bürokratische Ordnung in europäischen Ländern attackiert lieber gläubige Christen als Feinde der Gesellschaft, anstatt sich um die tatsächlichen Probleme zu kümmern. Wir müssen mit mehr davon rechnen. Heute ist es eine finnische lutherische Abgeordnete und Großmutter; morgen könnten es leicht Sie sein.“
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