Piusbruderschaft legt Einspruch gegen Exkommunikatons-Dekret ein

14. Juli 2026 in Chronik


Laut FSSPX wären die Sanktionen damit vorerst ausgesetzt. Vatikan dürfte hier aber eher rasch auf den Einspruch reagieren


Rom (kath.net)
Der Konflikt zwischen dem Vatikan und der Piusbruderschaft geht in die nächste juristische Runde. Wie kirchenrechtliche Kreise bestätigen, hat die traditionsverbundene Bruderschaft am 11. Juli 2026 offiziell einen „vorläufigen Einspruch“ gegen das Dekret des Dikasteriums für die Glaubenslehre eingereicht. Dieses von Rom erlassene Dokument hatte weitreichende Exkommunikationen und die Feststellung eines Schismas zur Folge, nachdem die FSSPX am 1. Juli vier neue Bischöfe ohne päpstliches Mandat geweiht hatte.

Mit dem am vergangenen Samstag eingereichten Schreiben nutzt die Piusbruderschaft ein reguläres kirchenrechtliches Instrument. Gemäß Kanon 1734 des Codex Iuris Canonici (CIC) handelt es sich hierbei um den formalen und obligatorischen ersten Schritt, bei dem der Aussteller eines Verwaltungsaktes (in diesem Fall das Glaubensdikasterium) gebeten wird, seine Entscheidung zu überdenken, abzuändern oder zurückzunehmen.

In einer Stellungnahme betont die Bruderschaft, dass dieser Schritt „im Geiste der Achtung vor der kirchlichen Autorität“ und zur Wahrung von „Gerechtigkeit, Wahrheit und dem Wohl der Kirche“ erfolge. Man mache lediglich von dem Recht Gebrauch, das jeder physischen oder juristischen Person im Kirchenrecht zusteht, wenn sie sich durch einen Verwaltungsakt geschädigt sieht. Die Bruderschaft verweist in ihrer Argumentation auf Kanon 1353 CIC. Dieser Paragraph regelt, dass ein Rekurs (Einspruch) gegen die Verhängung oder Feststellung einer kirchlichen Strafgewalt eine aufschiebende Wirkung (suspensiver Effekt) besitzt. "Berufung oder Beschwerde gegen richterliche Urteile oder gegen Dekrete, die irgendeine Strafe verhängen oder feststellen, haben aufschiebende Wirkung.", heisst es dort im Wortlaut. Es wird damit gerechnet, dass der Vatikan eher rasch auf den Einspruch reagieren wird.


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