Marathonläufer, Olympiasieger, ehemaliger Muslim und Verehrer der kleinen Thérèse

21. August 2026 in Chronik


Die Lebensgeschichte und vor allem die spirituelle Geschichte von Alain Mimoun kann man nur „außergewöhnlich“ nennen.


Paris (kath.net/pl) 1956 holte er bei den Olympischen Spielen in Melbourne die Goldmedaille: Alain Mimoun (1921-2013), auf dem Foto die Startnummer 607. Die Sportwelt hatte ihn zuvor bereits abgeschrieben. Doch 1955 zuvor war der gebürtige Algerier von einem Freund nach Lisieux mitgenommen worden; beim Betreten der dortigen Basilika wurde er unerwarteterweise von tiefen Emotionen überwältigt. „Ich war allein in der Basilika, und die Stille dort war außergewöhnlich. Ich wollte beten, konnte es aber nicht; es kam kein Wort über meine Lippen. Dann verlor ich plötzlich jede Beherrschung. Tränen liefen mir über das Gesicht“, erzählte er am 1. Oktober 2009 bei den Dreharbeiten zu einem Film über sein Leben. Während er seinerzeit eigentlich versuchte, sich von hartnäckigen Ischiasbeschwerden zu erholen, wurde er plötzlich geheilt. „Ich war 35 Jahre alt; ich hatte einige Langstreckenrennen gewonnen, war aber verletzt gewesen.“ „Ich litt sehr und hatte jegliches Selbstvertrauen verloren. Ich ging in die Kapelle. Ich zündete eine Kerze an und stand auf halber Höhe der Treppe, als mich ein Mann ansprach. Ich dachte, er wolle ein Autogramm, aber darum ging es gar nicht. Er reichte mir ein Bild der heiligen Thérèse und sagte: ‚Du bist noch nicht am Ende, Alain!‘“ Das zitiert die katholische Plattform „Aleteia“ in ihrer französischsprachigen Ausgabe.

Nach diesem Erlebnis meldete sich der Sportler eindrucksvoll zurück. Am Renntag brütete Melbourne unter sengender Sonne. Mimoun ließ alle seine 44 Konkurrenten meisterhaft hinter sich: Nach drei olympischen Silbermedaillen holte er endlich Gold. Sein Leben lang schrieb Alain Mimoun seinen Sieg der gütigen Fürsprache von Thérèse zu, der Heiligen der außergewöhnlichen Taten.

Alain Mimoun 1921 in Oran (Französisch-Algerien) in eine muslimischen Bauernfamilie hineingeboren worden. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs meldete er sich mit kaum 18 Jahren für das französische Militär. Er kämpfte in einer Reihe bedeutender Schlachten: El Guettar, Monte Cassino, die Landung in der Provence, schildert „Aleteia“. Nach einer Fußverletzung stand er kurz vor einer Beinamputation, doch konnte dies im letzten Moment verhindert werden, dies rettete ihm die Sportkarriere.

Archivfoto: Herbert Schade, Alain Mimoun und Emil Zátopek 1952 in Helsinki (v.l.n.r.) © Wikipedia/Suomen Urheilumuseo/gemeinfrei


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