Papst würdigt Norwegens König Harald für "hingebungsvollen Dienst"

29. August 2026 in Aktuelles


Monarch im Alter von 89 Jahren verstorben - Katholischer Bischof von Oslo: Norwegen trauert um "Volkskönig"


Vatikanstadt/Oslo (kath.net/KAP) Papst Leo XIV. trauert um Norwegens König Harald V. "Ich spreche Eurer Majestät, den Mitgliedern der königlichen Familie sowie dem ganzen Volk mein tief empfundenes Beileid aus", heißt es in einem am Freitag vom Vatikan veröffentlichten Beileidsschreiben an den neuen König Haakon VIII.

Der Papst würdigt König Haralds "langjährigen, hingebungsvollen Dienst für das Reich - der hoffentlich weiterhin Früchte tragen wird". Er werde für die ewige Ruhe des Verstorbenen beten. Für das norwegische Volk und alle, die um Harald V. trauern, erbitte er von Herzen den Segen Gottes, "auf dass er Trost und Frieden schenke", so Leo XIV. in dem auf Englisch verfassten Text.

Haakon und Mette-Marit bei Papst-Beerdigung

Harald V., seit 1991 König des nordeuropäischen Landes, war Freitagfrüh im Alter von 89 Jahren gestorben. Ihm folgt nun sein Sohn, König Haakon VIII.; Königin wird seine Frau Mette-Marit (beide 53). Das damalige Kronprinzenpaar war zum Trauergottesdienst für Papst Franziskus (2013-2025) im April vergangenen Jahres in den Vatikan gereist.

Papst Leo XIV. hatte am Mittwoch Bischöfe und Bischöfinnen der lutherischen Kirche Norwegens im Vatikan empfangen. Als sich die Gesundheitslage des Königs dramatisch verschlechterte, hatte die Delegation ihren Aufenthalt in Rom abgebrochen, um nach Norwegen zurückzukehren.

"Dies ist ein Tag der Trauer für uns als Volk und Nation", betonte Olav Fyske Tveit, leitender Bischof der Norwegischen Kirche nach dem Tod des Königs. Gleichzeitig empfinde man tiefe und herzliche Dankbarkeit "für alles, was König Harald uns allen zeitlebens bedeutet hat". Auch stünden für Trauernde in den kommenden Tagen landesweit Kirchen offen.

Trauer um "Volkskönig"

Knapp 61 Prozent der gut 5,5 Millionen Norweger gehören der Norwegischen Kirche an. Die lutherische Kirche war lange Staatskirche; heute ist sie Volkskirche. Im Land leben auch an die 200.000 Katholiken, deren Zahl in den vergangenen Jahrzehnten vor allem durch Zuwanderung gewachsen ist.

Der verstorbene König Harald V. habe sein Leben "wahrhaftig unserem Land und unserem Volk gewidmet", schrieb der katholische Bischof von Oslo, Fredrik Hansen am Freitag auf der Homepage der katholischen Kirche von Norwegen. In Erinnerung behalten werde man Haralds besonnene Führung als Staatsoberhaupt sowie seine menschliche und volksnahe Herzlichkeit, hieß es weiter. Das hätte auch sein Wahlspruch "Alles für Norwegen" gezeigt, den bereits sein Vater und Großvater gewählt hatten.

Treffend sei zudem die Bezeichnung "König des Volkes". "König Harald stand stets an der Seite seines Volkes. Unser Schmerz war auch sein Schmerz." Hansen erinnerte an den Terroranschlag im Jahr 2011, als der Rechtsextremist Anders Behring Breivik 77 Menschen auf der Insel Utoya tötete. Damals habe der König wie ein Fels in der Brandung gestanden und gemeinsam mit allen geweint. Mit dem Land gefreut habe er sich hingegen bei Sportereignissen wie Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften.

Bischof: "Herzen der Katholiken berührt"

Hansen betonte, König Harald V. habe immer wieder auch die Herzen der Katholiken berührt. Er habe Anteil genommen, als Papst Johannes Paul II., Papst Benedikt XVI. und Papst Franziskus verstarben. "Nach den Anschlägen in Sri Lanka am Ostersonntag 2019 nahm König Harald auch an der für die Opfer gefeierten Totenmesse in der Sankt-Johannes-Kirche teil", so Hansen. Damals waren bei Terroranschlägen unter anderem auf zwei katholische Kirchen mindestens 250 Menschen ums Leben gekommen.

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