Britisches Parlament stoppt Gesetz zur assistierten Sterbehilfe

11. September 2026 in Aktuelles


Legalisierung im Unterhaus des Parlaments in London in zweiter Lesung mit 286 zu 270 Stimmen gescheitert - Erzbischof begrüßt Abstimmungsergebnis


London (kath.net/KAP) Der britische Gesetzentwurf zur Legalisierung der assistierten Sterbehilfe für unheilbar kranke Menschen ist im Unterhaus des Parlaments in London gescheitert. In der zweiten Lesung am Freitag stimmten 270 Abgeordnete für den "Terminally Ill Adults (End of Life) Bill", 286 dagegen. Damit wurde das Vorhaben mit einer Mehrheit von 16 Stimmen abgelehnt. Das Gesetz hätte Erwachsenen in England und Wales mit einer Lebenserwartung von weniger als sechs Monaten unter bestimmten Voraussetzungen einen assistierten Suizid ermöglicht.

Im Parlament wurden vor allem fehlende Schutzmechanismen und mögliche Einflussnahme auf besonders vulnerable Menschen kritisiert. Auch medizinische Fachgesellschaften äußerten Bedenken. Die katholische Kirche und die anglikanische Church of England hatten sich gegen das Gesetz ausgesprochen, während Hospizorganisationen vor allem auf die mangelnde Finanzierung und ungleiche Versorgung mit Palliativ- und Hospizbetreuung hinwiesen.

Kirche erleichtert

Der in der katholischen Bischofskonferenz von England und Wales für Lebensschutzfragen zuständige Erzbischof John Sherrington begrüßte das Abstimmungsergebnis. Der Erzbischof von Liverpool dankte den Abgeordneten, die gegen den Gesetzentwurf gestimmt hatten, sowie Ärzten, Juristen, Behindertenorganisationen, anderen Religionsgemeinschaften und Menschen ohne religiöses Bekenntnis, die sich gegen das Vorhaben ausgesprochen hatten. Die gemeinsame Initiative dieser Gruppen habe dazu beigetragen, "die Würde und Heiligkeit jedes Lebens" zu verteidigen, erklärte Sherrington. Er dankte zudem jenen Bürgern, die ihre Abgeordneten kontaktiert und sich auf andere Weise an der Kampagne gegen den Gesetzentwurf beteiligt hätten.

Auch für die Gebete während der vergangenen Wochen sei er dankbar. Mitfühlende Gesellschaft Sherrington betonte, der Umgang mit schwerer Krankheit, Behinderung und den Herausforderungen des Alters müsse auf "Solidarität, Fürsorge und Respekt" beruhen. Eine mitfühlende Gesellschaft zeige sich daran, ob sie Menschen in schwierigen Lebenssituationen unterstütze, "statt sie zu ermutigen, ihr Leben zu beenden". Besonders verwies der Erzbischof auf die Rolle von Angehörigen, Freunden, Pflegekräften und medizinischem Personal. Deren täglicher Einsatz zeige den Wert menschlicher Beziehungen und die gemeinsame Verantwortung, füreinander einzustehen, "besonders in den verletzlichsten Momenten des Lebens".

Als zentrale Antwort auf Leiden am Lebensende bezeichnete Sherrington einen besseren Zugang zu hochwertiger Palliativ- und Hospizversorgung. Diese müsse allen Menschen zur Verfügung stehen, die sie benötigten, damit sie ihre letzten Tage mit möglichst viel Komfort, Würde und Unterstützung verbringen könnten. Die katholische Kirche werde sich weiterhin für diese Anliegen einsetzen und jene unterstützen, die Sterbende in Hospizen, Krankenhäusern, Pflegeheimen und im familiären Umfeld begleiteten.

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Foto: (c) pixabay


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