
19. September 2026 in Kommentar
„Ich weiß, wir haben uns nie verstanden und würden uns auch heute nicht verstehen… So wünsche ich Ihnen auf diesem Weg für die Zeit Ihrer Pension alles Gute und besonders Gottes reichsten Segen.“ Gastkommentar von Stefan Fleischer
Grenchen (kath.net) Liebe Frau em. Pastoralraumleiterin,
Ich weiß, wir haben uns nie verstanden und würden uns auch heute nicht verstehen, wenn wir uns persönlich begegnen würden. So wünsche ich Ihnen auf diesem Weg für die Zeit Ihrer Pension alles Gute und besonders Gottes reichsten Segen. Ganz besonders wünsche ich Ihnen Zeit und die Muße, um darüber nachzudenken, ob nicht doch jener Aphoristiker recht hat, der schreibt: «Ein Christ träumt nicht, er steht mit beiden Füssen auf dem Boden der Realität.» Zu dieser Realität aber gehört, wie Sie aus Ihrem Studium wissen sollten, die Erbschuld und der Böse, der Lügner von Anbeginn. Dazu gehört, dass Christus, der Herr, nicht Mensch geworden ist, um eine heile Welt zu schaffen, sondern um sein Volk aus seinen Sünden zu erlösen – eine heile, oder zumindest bessere Welt wäre aber die logische Folge, wenn wir Menschen uns aus unseren Sünden erlösen ließen.) Dazu gehört auch das Wort des Herrn: «Darauf sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.» (Mt 16,24) und auch: «Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.» (Joh 14,21)
Vor wenigen Tagen hat die deutsche Aphorismenseite www.aphorismen.de den folgenden Text angenommen: «Die moderne Theologie verkündet das, was der Mensch von heute hören will, aber nicht das, was er hören sollte.» Das ist doch die tiefe Ursache, weshalb unsere Kirche in der Krise steckt. Wir wagen es nicht mehr das Erfolgsrezept des Völkerapostels Paulus anzuwenden: «Verkünde das Wort, tritt dafür ein, ob man es hören will oder nicht; weise zurecht, tadle, ermahne, in unermüdlicher und geduldiger Belehrung.» (2.Tim 4,2) Ich wünsche mir und Ihnen, dass Sie zur Einsicht kommen, und dann tapfer mithelfen, diese zu verbreiten und zu realisieren, nämlich, dass es keinen anderen Weg aus der heutigen Krise gibt als: «Kehrt um zu ihm, Israels Söhne, / zu ihm, von dem ihr euch so weit entfernt habt. (Jes 31,6)
Im Gebet und in der Liebe Christi, unseres Herrn und Erlösers verbunden
Stefan Fleischer
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