Pater Stanisław Tasiemski OP vor Papstreise: „Wohin gehst du, Frankreich?“

24. September 2026 in Weltkirche


Dominikanerpater kommentiert für die polnische Katholische Nachrichtenagenur: Was bedeutet das Motto der Papstreise, „Damit sie das Leben haben“, angesichts der Abtreibungen in Frankreich und angesichts aktueller Entwicklungen bei der Sterbehilfe


Warschau (kath.net/pl) „Es ist die sechste Papstreise nach Frankreich. Johannes Paul II. unternahm vier Reisen: 1980, 1986, 1997 und die letzte im Jahr 2004 nach Lourdes. Benedikt XVI. war einmal dort, im Jahr 2008. Es wird sich nicht nur um eine Reise nach Frankreich handeln, sondern auch um einen Besuch bei der UNESCO – ähnlich wie bei der ersten Frankreichreise von Johannes Paul II.“ Daran erinnert Pater Stanisław Tasiemski OP, der Präsident der Katholischen Nachrichtenagentur in Polen (KAI), in einem Videokommentar. KAI arbeitet im Auftrag der Polnischen katholischen Bischofskonferenz und vertritt tatsächlich katholische Positionen und Werte. Die Reise habe eine doppelte Dimension: sie soll nach Frankreich hineinwirken, aber auch nach Europa, erklärt er mit Blick darauf, dass der Papst auch die UNESCO in Paris besuchen wird.

Mit Blick auf den Papstbesuch in der UNESCO und in der Robert-Schumann-Stadt Metz „hoffen wir,dass der Heilige Vater viel über Europa sprechen wird, das Leben braucht. Dieser alternde Kontinent – wie Papst Franziskus so nachdrücklich betonte – braucht Leben, braucht einen neuen Blick auf sich selbst und braucht Gründe zur Hoffnung.“

Frankreich sei „ein Land, das darüber nachdenkt, wer es eigentlich ist und wo die Wurzeln seiner Hoffnung liegen – angesichts einer Laizität, die den Behörden beispielsweise vorwirft, große Summen für Großleinwände auszugeben, auf denen die Feierlichkeiten mit dem Heiligen Vater übertragen werden sollen.“

Auch sei Frankreich ein Land, „das die Abtreibung in der Verfassung verankert hat“, aber in dem gleichzeitig „einer der Kandidaten für die anstehende Präsidentschaftswahl vorschlägt, die jüdisch-christlichen Wurzeln in die Verfassung aufzunehmen“. Frankreich besitze „eine große Glaubenstradition“ und habe „einen bedeutenden Beitrag zum weltweiten Christentum geleistet“, scheint sich aber „von diesem Erbe abzuwenden“.

Deshalb laute die Frage, kommentiert Tasiemski: „Wohin gehst du, Frankreich? Diese Frage hat bereits der heilige Johannes Paul II. im Jahr 1980 gestellt. Die Pilgerreise des Papstes kann uns helfen, ein wenig besser zu verstehen, wohin sich Frankreich bewegt, wie es Katechumenen aufnimmt und begleitet und wie es die Schwierigkeiten bewältigt, die mit der Überalterung des Klerus und der Krise der Berufungen einhergehen. All diese Herausforderungen, vor denen die Kirche in Frankreich steht, sind auch für uns bis zu einem gewissen Grad eine Hilfe im Umgang mit unseren eigenen Problemen“, so der Pater mit Blick auf Entwicklungen in Polen. „Deshalb werden wir sehr aufmerksam auf die Worte des Heiligen Vaters hören und seine Gesten beobachten.“

 


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