UN-Bevölkerungsfonds berichtet über das Leid der Frauen in Gaza

1. Oktober 2026 in Chronik


Alleinstehende Frauen, Witwen und Mädchen, die ihre Eltern verloren haben, sind häufig Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt.


Gaza (kath.net/jg)
Zwei Berichte der Vereinten Nationen zeichnen ein dramatisches Bild der humanitären Situation in Gaza. Vor allem Frauen werden zu Opfern geschlechtsspezifischer Gewalt. Sie werden gegen Nahrungsmittel getauscht und in Ehen mit ihren Vergewaltigern gezwungen, berichtet die New York Post.

Im ersten Quartal 2026 haben frühe und erzwungene Ehen um 123 Prozent zugenommen. Frauen im Alter von 18 bis 59 Jahren mach 68 Prozent der Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt in Gaza aus, berichtet der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA, United Nations Population Fund).

Die häufigste Form der gemeldeten geschlechtsspezifischen Gewalt war die Verweigerung von Ressourcen, Chancen und Dienstleistungen, welche durch die extremen Versorgungsengpässe in den Haushalten bedingt ist. Die zweithäufigste Form war psychische und emotionale Gewalt, gefolgt von körperlicher Gewalt, sexueller Gewalt sowie Zwangs- und Frühheirat, schrieben die UN-Berichterstatter.

Sie führen diese Entwicklungen auf erhöhten Stress zurück, der sich daraus ergibt, dass die Menschen in unzureichenden und überfüllten Notunterkünften leben müssen und grundlegende Ressourcen wie Wasser, Nahrung, Kleidung und grundlegende Hygieneartikel nur eingeschränkt vorhanden sind.

Der zweite, ebenfalls vom UNFPA erstellte Bericht zeigt erschütternde Vorfälle in den Flüchtlingslagern in Gaza City und Khan Younis auf, wo 230 Frauen ihre Erfahrungen mitteilten.

Eine Frau berichtete davon, dass Opfer von Vergewaltigungen häufig gezwungen werden, ihre Vergewaltiger zu heiraten, um Schande und einen Skandal zu vermeiden. „Wenn Vergewaltigungen in Schulen entdeckt werden, gibt es an der Schule am nächsten Tag Hochzeiten und Feiern“, sagte sie.

Eine andere Frau erzählte von einem Mann, der seine 14-jährige Tochter im Tausch gegen zwei Beutel Mehl verheiratete, damit er und seine anderen Kinder etwas zu essen hätten.

Andere Zeuginnen berichteten, dass viele Familien ihre Töchter früh verheiraten, damit ihre Ehemänner sie vor den Vergewaltigern schützen, die in den überfüllten Flüchtlingslagern lauern. Ein früherer Bericht der UNFPA zeigte, dass besonders Mädchen, die durch den Krieg zu Waisen geworden sind, Opfer sexueller Gewalt werden.

Andere Mädchen werden von ihren Erziehungsberechtigten abgegeben. Die Eltern dieser Mädchen seien häufig während der Kämpfe ums Leben gekommen und ihre Onkel wollten sie loswerden, um sich der Verantwortung und der Kosten zu entledigen, sagte eine Frau den Berichterstattern.

Witwen und alleinerziehende Mütter hätten ein größeres Risiko, Opfer sexueller Gewalt und Ausbeutung zu werden. 25 Prozent der Haushalte in Gaza werden derzeit von Frauen geführt, das sind doppelt so viele wie vor dem Krieg, berichtet der UNFPA.

Ein Zeuge berichtet von einer Witwe, die auf der Suche nach einem Zelt war. Ein Vertreter der Lagerleitung sagte zu ihr: „Ich gebe Dir ein Zelt, wir bringen Dich in unserem Lager unter, und Du kommst mit mir heute Nacht.“

Die humanitäre Krise in Gaza dauert an. Es gibt immer wieder kleinere Gefechte zwischen der Hamas und der israelischen Armee. Fast 2,1 Millionen Palästinenser sind vertrieben.

 

Foto: Symbolbild

 


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