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Isak Ailu Pulk Eira (24) könnte der erste samische Kartäusermönch der Welt werden

11. April 2025 in Jugend, 2 Lesermeinungen
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Norwegen: Beim Rentierhüten begann der junge Same nach Gott zu suchen. Der Rosenkranz wurde zu seinem Türöffner zum katholischen Glauben. Von Ragnhild Helena Aadland Høen/Bistum Oslo


Oslo (kath.net/Den katolske kirke/pl) Am Fest des Heiligen Josef, dem 19. März 2025, wurde Isak Ailu Pulk Eira als Novize in den Kartäuserorden in die Kartause St. Hugo (Parkminster, England) aufgenommen. Damit nahm er auch seinen neuen Namen als Ordensbruder an: Dom Irenaeus Eira.

„Ich stehe da wie ein Bettler und bitte um Gottes Barmherzigkeit, dass er alle Gebrechen der Seele heilen und alle meine Sehnsüchte mit seiner Güte erfüllen möge“, sagt der Gründer des Ordens, der heilige Kartäuser Bruno. Es ist ein Gebet, das Isak Eira erkennt.

Von der Rentierzucht zur Klosterpforte

Isak wurde im Jahr 2000 in Tromsø als Kind samischer Eltern geboren und wuchs in Kautokeino in einer Familie auf, die Rentierzucht betreibt. Während seiner Kindheit hütete er neben der Schule Rentiere. Während seines ersten Dienstes im Jahr 2020 begann er, ernsthaft nach Gott zu suchen. Der Rosenkranz wurde zu einem Türöffner zum katholischen Glauben und im Juni 2021 wurde er in die katholische Kirche aufgenommen.

In einem Interview mit katolsk.no im Jahr 2022 sagte er, dass er vor seiner Entscheidung zur Konversion noch nie einen Katholiken getroffen habe: „Ich fühlte mich zur katholischen Kirche hingezogen: Sie ist alt, hat viel ertragen und ihre Beständigkeit bewiesen.“

Während einer kurzen Probezeit bei den Zisterziensern im Kloster Munkeby in Trøndelag las er Hans Fredrik Dahls Buch „Der Karthäuser – Texte von meinem Bruder Dom Filip“, und das war der Wendepunkt. Später absolvierte er eine zweimonatiges Postulat in Parkminster und wurde dann als Kandidat aufgenommen.


Anschließend reiste er zurück nach Norwegen, um alle praktischen Angelegenheiten zu regeln, in der Hoffnung, schnell zurückkehren zu können. Doch ein Hindernis blieb bestehen: Er musste von jeglichem zukünftigen Militärdienst befreit werden. Er beantragte bei den Streitkräften eine Befreiung, doch die Antwort kam erst nach sechs Monaten. „Daher entschieden wir uns, Isak aufzunehmen, ohne auf eine Antwort der norwegischen Streitkräfte zu warten, und überließen alles der Vorsehung Gottes. Endlich, nach sechs Monaten, kam eine positive Antwort“, sagt der Novizenmeister, Pater David, mit Erleichterung gegenüber katolsk.no.

Der strengste Orden der Kirche

Der Kartäuserorden gilt als die strengste aller Ordensfamilien der katholischen Kirche. Sie wurde 1084 vom Heiligen Bruno dem Kartäuser (1030–1101) gegründet und verbindet das Eremitenleben und das Klosterleben in einer ganz besonderen Form: „Eine Gemeinschaft von Eremiten.“

In der Neuzeit ist der Orden durch den dreistündigen Dokumentarfilm „Die große Stille“ bekannt geworden.

Das Noviziat, in das Isak nun eingetreten ist, dauert zwei Jahre, gefolgt von fünf Jahren mit zeitlichen Gelübden, bevor die E
wigen Gelübde abgelegt werden können.

„Es braucht Zeit, um zu reifen – um zur freien Hingabe zu gelangen, zur Freiheit, so zu lieben, wie wir selbst geliebt werden. Dies geschieht schrittweise: indem wir lernen, auf den Heiligen Geist zu hören, sein Licht und seine Liebe in unser Herz eindringen zu lassen und uns mit Gott, mit uns selbst und mit unserem Nächsten zu versöhnen“, schreibt das Kloster auf seiner Website.

In den Statuten des Kartäuserordens heißt es: „Der Mönch, der von der Sünde gestorben und in der Taufe Gott geweiht ist, ist durch seine Ordensgelübde noch vollkommener dem Vater hingegeben und von der Welt befreit; von nun an kann er unmittelbarer nach der vollkommenen Liebe streben. Der feste und unerschütterliche Bund, der ihn mit dem Herrn verbindet, lässt ihn an der mystischen und unauflöslichen Verbindung zwischen Christus und der Kirche teilhaben; der Welt gibt er Zeugnis von dem neuen Leben, das uns die Erlösung durch Christus gebracht hat.“

Wenn Dom Irenaeus in der Kartause bleibt und die feierlichen Gelübde als Kartäusermönch ablegt, wird er der erste samische Mönch in der 940-jährigen Geschichte des Ordens sein.

Ein verborgenes Leben in Stille und Gebet

Die Kartause St. Hugo wurde 1873 gegründet und ist die einzige Kartause in Großbritannien. Sie befindet sich in Parkminster im Süden Englands und beherbergt fast 20 Mönche aus aller Welt – darunter aus Frankreich, Indien, Polen, Südafrika, Vietnam, Japan – und jetzt auch: Kautokeino, Norwegen.

Jeder Mönch lebt in einer Einsiedlerzelle mit eigenem Garten und eigener Werkstatt. Dort verbringen sie fast den ganzen Tag – mit Beten, Arbeiten, Lesen und Schweigen. Sie treffen sich nur zur Matutin (Nachtgebet), Laudes (Morgengebet), Messe und Vesper (Abendgebet), die alle mit altem gregorianischen Gesang gefeiert werden – ohne Instrumente, nur mit der menschlichen Stimme.

„Stille ist die Luft, die der Einsiedler atmet“, heißt es im Orden selbst. In dieser Stille wird der Mönch zu einem Werkzeug für die Erlösung der Welt, zu einem Zeugen des Gebets, der die ganze Welt vor Gott bringt.

Lebe nur für Gott

„Meine Beziehung zu Christus ist das Wichtigste in meinem Leben. Der Glaube ist der Anker“, hatte Isak 2022 im Interview gesagt. Er beschrieb den Glauben als eine Kraft, die dem Leben Sinn gibt, und nannte die Kirche „unglaublich wichtig für mein Leben“.

Nun folgt er dieser Berufung bis in die verborgenste und radikalste Lebensweise der Kirche. Der Weg ist lang und anspruchsvoll, aber in der Satzung des Ordens heißt es: „Wenn der Mönch auf diesem Felsen gegründet ist, kennt seine Freude kein Ende – die Freude, ein Kind Gottes zu sein, an der Sohnschaft Christi und seiner Zärtlichkeit und seinem Mitgefühl für die gesamte Schöpfung teilzuhaben.“

Fotos: Isak Ailu Pulk Eira in seiner samischen Tracht (© privat) und als Novize im Kartäuserhabit (© Kartause St. Hugo)

Wir danken dem Bistum Oslo für die freundliche Erlaubnis zur Weiterveröffentlichung – Übersetzung © kath.net

Video: Die Kartause St. Hugo Parkminster /Großbritannien im Drohnenflug:


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