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Nur bei Asyl und Sozialleistungen: Kritik am ‚Pseudo-Christentum‘ der Linken

vor 7 Stunden in Deutschland, keine Lesermeinung
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Gideon Böss wirft linken Politikern vor, christliche Positionen nur als rhetorische Keule gegen die Unionsparteien zu verwenden.


Berlin (kath.net/jg)
Linke Politiker werfen den Unionsparteien regelmäßig vor, das christliche „C“ in ihrer Parteibezeichnung zu verraten. Dies wirft Gideon Böss den Parteien SPD, Grüne und Linke in einem Artikel in der WELT vom 5. März 2026 vor.

Vor allem bei Themen wie einer Reform der Asylpolitik, der Kürzung von Bürgergeld oder Änderungen im Sozialsystem. Sie behaupten, diese Positionen widersprächen dem „Geist Jesu“, der Nächstenliebe, der Barmherzigkeit und ähnliches. Böss hält diese Haltung heuchlerisch und selektiv. 

Er argumentiert, dass linke Politiker sich gerne auf Jesus berufen, wenn es um offene Grenzen, großzügiges Bürgergeld oder die Aufnahme von Flüchtlingen geht. Für sie sind diese Forderungen synonym mit christlicher Nächstenliebe.


In anderen Fragen ignorieren sie christliche Positionen oder bekämpfen diese sogar. Wenn es um das Verbot von Abtreibungen und Sterbehilfe, die Ablehnung von Verhütungsmitteln und vorehelichem Geschlechtsverkehr geht oder das binäre Geschlechterbild der Bibel geht, spielt die christliche Moral für linke Politiker keine Rolle mehr. Würden die Unionsparteien diese Positionen konsequent vertreten, wären die Linken davon nicht begeistert. 

Im Anschluss hält Böss den Linken vor, dass man aus christlicher Sicht durchaus Kritik an ihrer Politik über könnte. Die Umverteilungspolitik und Neidmotivation – zentrale Punkte linker Politik – verstoßen gegen die Gebote „Du sollst nicht stehlen“ und „Du sollst nicht begehren Deines Nächsten Hab und Gut“. Im Umgang politischen Gegnern wie beispielsweise der AfD vermisse er die Nächsten- und Feindesliebe. Selbst der im Grundgesetz verbriefte Grundsatz der unantastbaren Menschenwürde, welcher zutiefst christlich ist, und gerne zitiert werde, werde von den Linken nicht immer beachtet. Böss führt als Beispiel die Opfer der so genannten „Hammerbande“ an.

Viele linke Mahner stünden dem Christentum eigentlich fern und pickten nur passende Bibelstellen heraus, während sie den Gesamtkontext ignorieren. Böss wirft ihnen vor, ein „Pseudo-Christentum“ zu vertreten. Sie würden selektiv christliche Werte als rhetorische Keule gegen den politischen Gegner instrumentalisieren, während sie in vielen Punkten das Gegenteil der christlichen Lehre fordern. Wer aber christliche Werte nur dort einfordere, wo sie ins eigene Parteiprogramm passen, mache sich unglaubwürdig und riskiere „falsches Zeugnis“ abzulegen – was Jesus ebenfalls kritisiert habe.

 


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