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Kardinal Woelki: Kirche ohne Priester wäre "nicht mehr katholisch"

2. April 2026 in Deutschland, 27 Lesermeinungen
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Kölner Erzbischof betont in Predigt zur Chrisammesse zentrale Bedeutung der Eucharistie für Priester und Kirche - Woelki gegen verbreitete Praxis sonntäglicher Wortgottesdienste mit Kommunionspendung - VIDEO dieser Predigt


Köln (kath.net/KAP/gro/red) Der deutsche Kardinal Rainer Maria Woelki hat in seiner Predigt zur Chrisammesse die zentrale Bedeutung der Eucharistie für Priester und Kirche betont. Die tägliche Feier der Messe sei "konstitutiv für unser priesterliches Sein und Wirken" und geistlich "geradezu überlebenswichtig", wandte er sich bei dem Gottesdienst am Montagabend im Kölner Dom insbesondere an die versammelten Priester der Erzdiözese Köln, die im Rahmen der Feier auch ihr Weiheversprechen erneuerten. Die Eucharistie sei Quelle und Höhepunkt des kirchlichen Lebens und nicht austauschbar.

Woelki rief die Priester seiner Erzdiözese auf, die Bedeutung der Eucharistie zu stärken und ihre zentrale Rolle für die Kirche zu bewahren. Sie bilde den unverzichtbaren Mittelpunkt des kirchlichen Lebens. Zugleich äußerte der Kardinal große Sorge darüber, dass in Kirchengemeinden am Sonntag immer häufiger Wortgottesdienste mit Kommunionspendung die Feier der Eucharistie ersetzten. "Nachdrücklich und eindringlich möchte ich daher heute erneut meine große Sorge mit Ihnen teilen, dass wir durch eine solche Praxis in der Gefahr stehen, mehr und mehr unsere katholische Identität zu verlieren", sagte Woelki.

Aus den Gemeinden höre er, dass in solchen Fällen ein Teil der Gläubigen am Sonntag zu einer Kirche fahre, wo die heilige Messe gefeiert wird. Gleichzeitig gäbe es Kirchgänger, die sagten, es genüge ihnen ohnehin, einen Wortgottesdienst mitzufeiern und sie bräuchten gar nicht mehr; wieder andere hingegen "bleiben ganz einfach weg", so der Kölner Erzbischof. Woelki weiter: "Es scheint inzwischen sogar Orte zu geben, von denen es heißt, man tue alles, um sich für die Zukunft unabhängig vom Priester zu machen, sodass man ihn und seinen Dienst nicht mehr brauche. Das, liebe Mitbrüder, ist ganz einfach nicht mehr katholisch und ich bitte Sie eindringlich, dem von Anfang an entgegenzuwirken."


Eucharistische Solidarität fördern

Woelki erinnerte an die bis in die frühe Kirche zurückreichende Tradition, wonach in einer Gemeinde am Sonntag nur eine Eucharistie als Versammlung der ganzen Gemeinschaft gefeiert wurde. "Dahinter steht die Glaubensüberzeugung, dass die Feier der Eucharistie am Sonntag der Sammlung der Gemeinde und nicht ihrer Zerstreuung dienen soll", sagte der Kardinal. Diese Tradition "situationsgerecht und pastoral verantwortet in unseren großen pastoralen Einheiten beziehungsweise Pfarreien zu erneuern und anzuwenden", könne eine "geistliche und eucharistische Erneuerung" anstoßen und die eucharistische Solidarität unter den einzelnen Gemeinden fördern.

Wichtige Zitate aus dieser Predigt:

  • „Wenn die Liturgie, wie das Zweite Vatikanische Konzil formuliert hat, der Höhepunkt ist, auf den das Tun der Kirche hingeordnet ist und zugleich die Quelle, aus der all ihre Kraft strömt, dann ist auch für uns Priester die Feier des Gottesdienstes der Höhepunkt, auf den all unser übriges Tun hingeordnet ist und die Quelle, aus der all unsere Kraft fließen muss.“
  • „Die Kirche empfiehlt daher besonders uns Priestern nachdrücklich die tägliche Feier der heiligen Messe.“
  • „Auch wenn nur wenige Gläubige oder sogar gar keine Gläubigen zu ihrer Mitfeier kommen sollten, ist ihre tägliche Feier für uns Priester sinnvoll und geistlich geradezu überlebenswichtig.“
  • „Die tägliche Feier der heiligen Messe ist konstitutiv für unser priesterliches Sein und Wirken.“
  • Es erfülle ihn mit großer Sorge, dass „immer häufiger am Sonntag Wortgottesfeiern – oftmals mit Austeilung der heiligen Kommunion – die Feier der Eucharistie ersetzen. Nachdrücklich und eindringlich möchte ich daher heute erneut meine große Sorge mit Ihnen teilen, dass wir durch eine solche Praxis in der Gefahr stehen, mehr und mehr unsere katholische Identität zu verlieren. Von dort, wo diese Praxis bereits geübt wird, höre ich, dass die einen Gläubigen am Sonntag dorthin fahren, wo die Hl. Messe gefeiert wird… andere dagegen bleiben ganz einfach weg. Und wieder andere sagen, es genüge ihnen ohnehin, nur einen Wortgottesdienst mitzufeiern.“„Ja, es scheint inzwischen sogar Orte zu geben, wo es heißt, man tue alles, um sich für die Zukunft unabhängig vom Priester zu machen, so dass man ihn und seinen Dienst nicht mehr brauche. Das, liebe Mitbrüder, liebe Schwestern und Brüder, ist ganz einfach nicht mehr katholisch. Und ich bitte Sie eindringlich, dem von Anfang an entgegenzuwirken.“
  • „Die Eucharistiefeier am Sonntag ist letztlich durch nichts ersetzbar und austauschbar.“

Copyright 2026 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
 (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten

Archivfoto Kardinal Woelki (c) DBK/Marko Orlovic


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