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"Mama Muxima": Papst besucht wichtigsten Wallfahrtsort Angolas

vor 13 Stunden in Chronik, keine Lesermeinung
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In Angola ist die katholische Kirche allgegenwärtig - Gesellschaftlich ist der Staat im Südwesten Afrikas ein Land der Ungleichheiten: sichtbarer Boom einerseits, Armut und Ungerechtigkeit andererseits.


Luanda/Muxima (kath.net/ KAP) 
Papst Leo XIV. wird während seiner bevorstehenden Afrika-Reise auch einen der meistfrequentierten christlichen Pilgerorte südlich der Sahara besuchen: Der Marienwallfahrtsort "Mama Muxima" ("Mutter des Herzens") ist zentrale Station des Besuchs des Kirchenoberhaupts in Angola (18.-21. April). Leo kommt am 19. April mit dem Hubschrauber von der Hauptstadt Luanda aus in das Heiligtum am Ufer des Cuanza-Flusses. Seit mehr Jahrhunderten verehren Gläubige dort die "Liebe Frau von Muxima", eine mehr als 400 Jahre alte kleine Marienstatue. Auf dem großen Platz vor der Kirche wird der Papst ein Rosenkranzgebet leiten und sich in einer Ansprache an die Gläubigen wenden.
Das Heiligtum erlebt seit einigen Jahren einen Pilgerboom. Immer Anfang September ist Muxima Schauplatz einer mehrtägigen Mega-Wallfahrt mit mehreren Hunderttausend Gläubigen. Insgesamt kommen das Jahr über bis zu zwei Millionen Gläubige in den Wallfahrtsort, den die Regierung auch als Tourismus-Ziel ausbaut. Neue Straßen wurden gebaut, damit das rund 130 Kilometer von Luanda gelegene Heiligtum besser erreichbar ist. Eine neue Basilika ist im Bau, die künftig einigen Tausend Menschen Platz bieten soll.
Aber nicht nur in Muxima, überall in Angola ist die katholische Kirche allgegenwärtig. In dem christlich geprägten Land sind gut 40 Prozent der knapp 38 Millionen Einwohner Katholiken, dicht gefolgt von Protestanten mit knapp 40 Prozent. Das Land gilt als ältestes christlich missioniertes Gebiet von Subsahara-Afrika. Mit der Entdeckung des Königreiches Kongo durch den Portugiesen Diego Cao im Jahre 1483 begann die vielfach leidvolle Liaison zwischen dem katholischen Portugal und dem heutigen Angola. Durch Jahrhunderte war Angola einer der wichtigsten Sklavenlieferanten für die portugiesische Kolonie Brasilien.


Bisher zwei Papstbesuche
Papstvisiten erlebte das Land, das am Atlantik liegt und an Namibia, Sambia sowie beide Kongos grenzt, bereits zwei Mal: Johannes Paul II. besuchte Angola 1992, Benedikt XVI. im Jahr 2009. Leo XIV. kommt neben der Hauptstadt Luanda und Muxima auch in die Stadt Saurimo im Nordosten des Landes.
Neben Begegnungen mit den staatlichen Autoritäten sind mehrere Gottesdienste geplant, ebenso der Besuch in einem Seniorenheim und ein Treffen mit den Priestern, Ordensleuten und Seelsorgern. Letztes findet in einer Pfarre in Luanda statt, die auch ein wichtiges Zentrum des Kapuzinerordens im Land ist.

Boom und Armut im Land
Angola war länger als die meisten anderen afrikanischen Staaten Kolonie und wurde erst 1975 von Portugal unabhängig. In der Metropole Luanda erinnert auf den ersten Blick viel an Städte im Globalen Norden. Angolas Hauptstadt hat in den vergangenen Jahren eine rasante Entwicklung hingelegt und gilt hinter Sao Paulo und Rio de Janeiro als die drittgrößte portugiesischsprachige Stadt der Welt mit nach Schätzungen mehr als zehn Millionen Einwohnern.
Doch Angola ist ein Land der Ungleichheiten: sichtbarer Boom einerseits, Armut und Ungerechtigkeit andererseits. Verschiedenen Analysen zufolge gilt die Hälfte der Einwohner als arm und lebt - statistisch gesehen - von weniger als 3,65 US-Dollar pro Tag. Auf dem Entwicklungsindex der Vereinten Nationen belegt das Land Platz 148 von 193. Dabei ist Angola die siebtgrößte Volkswirtschaft und der drittgrößte Öllieferant Afrikas und verfügt laut Weltbank über fruchtbare Böden und ein ideales Klima, um Landwirtschaft im großen Stil zu betreiben.

Keine Meinungsfreiheit
Die ungleiche Verteilung macht eine kleine Machtelite mit der Familie dos Santos im Mittelpunkt möglich. Jose Eduardo dos Santos wurde 1979 zweiter Präsident des Landes und blieb es bis 2017. Er hielt sich meist im Hintergrund, häufte aber ein enormes Vermögen an. Seine Tochter Isabel war laut "Forbes-Magazin" die erste afrikanische US-Dollar-Milliardärin. Nach unter dem Titel "Luanda Leaks" veröffentlichten Recherchen wurden jedoch Ermittlungen und ein Strafverfahren wegen Korruption und Untreue aufgenommen.
Doch auch dos Santos' Nachfolger Joao Lourenco steht in der Kritik; einerseits wegen der schlechten Wirtschaftslage, andererseits wegen Einschränkungen der Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit. 2024 unterzeichnete er beispielsweise ein Gesetz, das Haftstrafen von bis zu 25 Jahren für Personen vorsieht, die an Protesten teilnahmen, welche zu Vandalismus und Störungen der öffentlichen Versorgung führten. Die Nichtregierungsorganisation Freedom House bewertet Angola als "nicht frei".

Bürgerkrieg nach der Unabhängigkeit
Allerdings: Nicht nur die vergangenen Jahre waren herausfordernd, sondern auch die lange Kolonialzeit und der Bürgerkrieg nach der Unabhängigkeit, der erst 2002 nach mehreren erfolglosen Friedensmissionen beendet wurde. Er war ein Paradebeispiel für einen Stellvertreterkrieg in der Hochphase des Kalten Krieges. Von Kuba, über die USA und Südafrika mischten viele Mächte mit. Die Folgen bleiben spürbar.

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