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Vatikan stoppt Seligsprechungsverfahren für argentinischen Bischof Jorge Novak

11. April 2026 in Chronik, 8 Lesermeinungen
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Offenbar waren Fragen zu diesem Bischof aufgekommen.


Vatikan (kath.net) Das Bistum Quilmes (Argentinien) gab bekannt, dass das Dikasterium für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse das Nihil obstat für das Seligsprechungsverfahren des Dieners Gottes, Bischof Jorge Novak SVD, aufgehoben hat (Link zur Communiqué des Bistums Quilmes). Die Entscheidung wurde von Kardinal Marcello Semeraro, Präfekt des Dikasteriums, unerzeichnet und beruht laut Bistum auf einem möglichen kirchenrechtlichen Verfahren, das Bischof Jorge Novak SVD im Zusammenhang mit dem Verhalten eines Priesters des Bistums nicht durchgeführt hat. Bischof Novak behält seinen Status als Diener Gottes, auch wenn sein Seligsprechungsverfahren nicht fortgesetzt wird, die Entscheidung stelle „kein moralisches Urteil über das Leben, die Tugenden und das seelsorgerische Wirken des Dieners Gottes“ dar.


Das Bistum Quilmes und die Steyler Missionare waren gemeinsam an dem 2017 eingeleiteten Seligsprechungsverfahren beteiligt gewesen brachten ihr Vertrauen zum Ausdruck, dass „Gott in seiner unermesslichen Güte dem geliebten und in Erinnerung gebliebenen Bischof Jorge Novak SVD die Freude des ewigen Lebens schenken wird, auch wenn er nicht in das von der Kirche offiziell verkündete kanonische Buch der Seligen/Heiligen aufgenommen wird“.

Jorge Novak (1928–2001) war der erste Bischof des im Juni 1976 gegründeten Bistums Quilmes gewesen. Er stand seit seiner Bischofsweihe 1976 25 Jahre lang, bis zu seinem Tod, seinem Bistum vor. Novak ist bekannt für seinen unerschütterlichen Einsatz für die Menschenrechte während der letzten Militärdiktatur in Argentinien und sein besonderes Augenmerk auf die Armen. 

Das französische christliche Nachrichtenportal „Tribune Chrétienne“ kommentiert allerdings, dass das Novaks Profil auch bereits anderweitig „Anlass zur Sorge“ gegeben habe: „Einige Beobachter beschreiben ihn als liberalen Prälaten, der der Linken nahesteht und den lehramtstreuen Katholiken wenig wohlgesonnen ist. Ein pastoraler Ansatz, der laut Kritikern mitunter zu einer gewissen Härte gegenüber sogenannten ‚rechtgläubigen‘ Gläubigen und einer Distanzierung von bestimmten klassischen Anforderungen der kirchlichen Disziplin geführt hat. Diese Elemente, die in der römischen Entscheidung zwar nicht explizit erwähnt werden, befeuern die Debatten um diesen Seligsprechungsprozess.“

Auch der Blog „Rorate Caeli“ stimmt in diese Sorgen mit ein und schreibt zunächst unter Hinweis auf eine andere umstrittene Bischofspersönlichkeit: „Eine der schockierendsten erzwungenen Seligsprechungen unter Papst Franziskus war die des argentinischen Bischofs Angelelli, eines Terroristen unterstützenden Bischofs, der bei einem Autounfall ums Leben kam und als Märtyrer verehrt wurde. Er war zu Lebzeiten so liberal, so grausam gegenüber lehramtstreue Katholiken und so gegen jegliche lehramtstreue Anliegen eingestellt, dass ihn ernsthafte Katholiken in Argentinien bereits zu seinen Lebzeiten verhöhnten, indem sie ihn ‚Satanelli‘ [Kleiner Teufel] nannten.“ Dann erläuterte „Rorate Caeli“ direkt mit Blick auf Bischof Novak: „Auch der extrem liberale Bischof Jorge Novak aus Quilmes wurde von Franziskus auf ein beschleunigtes Selig- und Heiligsprechungsverfahren gesetzt. Glücklicherweise wird dieses beschleunigte Verfahren unter dem neuen Pontifikat erneut geprüft, und im Fall Novak wurde mindestens ein schwerwiegendes Hindernis gefunden: sein nachlässiges Verhalten im Fall mindestens eines ihm anvertrauten Priesters, der pädophile Übergriffe begangen hatte.“


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