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| ![]() „Ich lasse euch nicht als Waisen zurück“vor 8 Stunden in Spirituelles, keine Lesermeinung „Christus ist nicht nur eine Erinnerung. Er ist der Lebendige. Nicht mehr nur neben den Jüngern, sondern in ihnen. Nicht mehr nur vor ihren Augen, sondern in ihrem Herzen.“ Von Archimandrit Dr. Andreas-Abraham Thiermeyer Eichstätt (kath.net) Predigt zum 6. Sonntag der Osterzeit (A) – Joh 14,15–21 I. Ein Wort, das trägt Jesus spricht dieses Wort in einer Stunde des Abschieds. Die Jünger spüren: Etwas geht zu Ende. Der vertraute Weg mit Jesus wird sich verändern. Und gerade in diese Angst hinein sagt Jesus nicht: Ihr müsst jetzt stark sein. Er sagt nicht: Ihr werdet das schon allein schaffen. Sondern er sagt: Ihr seid nicht allein. Ihr werdet nicht verlassen. Das ist nicht nur ein Wort für die Jünger damals. Es ist auch ein Wort für uns heute. Denn auch wir kennen Einsamkeit, innere Müdigkeit und die stille Frage: Wer trägt eigentlich mich? In genau diese Frage hinein spricht Christus: Du bist nicht vergessen. Du bist nicht allein. Du bist nicht aus Gottes Hand gefallen. II. Abschied, der nicht Verlassenheit wird Darum sagt er: „Ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben.“ Christus ist nicht nur eine Erinnerung. Er ist der Lebendige. Nicht mehr nur neben den Jüngern, sondern in ihnen. Nicht mehr nur vor ihren Augen, sondern in ihrem Herzen. III. Der Heilige Geist – Gottes Nähe in uns Der Heilige Geist ist nicht eine fromme Idee. Er ist Gottes Nähe in uns. Er ist die stille Kraft, die uns aufrichtet, wenn wir müde werden. Er ist der Trost, der nicht billig vertröstet. Er ist das Licht, das uns Wahrheit zeigt, ohne uns zu zerstören, sondern um uns zu heilen. Denn Wahrheit ohne Liebe kann hart werden. Liebe ohne Wahrheit kann oberflächlich bleiben. Der Geist Jesu aber verbindet beides: Wahrheit und Liebe. Klarheit und Barmherzigkeit. Erkenntnis und Hoffnung. Manchmal sehen wir Schuld, Schwäche und Versagen in unserem Leben. Aber der Heilige Geist kommt nicht, um uns niederzudrücken. Er sagt aber auch nicht: Es war alles nur halb so schlimm. Er sagt vielmehr: Du darfst neu beginnen. Das ist der Trost Gottes. Er öffnet nicht unsere Wunden, um uns zu beschämen. Er berührt sie, damit sie heilen. IV. Die Liebe – der Anfang aller Gebote V. Spuren der Liebe Jesus hinterlässt seinen Jüngern genau solche Spuren: seine Nähe zu den Kranken, sein Erbarmen mit den Sündern, seine Geduld mit den Schwachen, seine Treue bis zum Kreuz. Darum dürfen auch wir uns fragen: Wo kann ich heute einem Menschen zeigen: Du bist nicht allein? Oft sind es keine großen Taten. Ein gutes Wort. Ein geduldiger Blick. Ein Anruf. Ein Gebet. Ein Verzicht auf ein hartes Wort. - Solche Spuren der Liebe sind vor Gott nicht klein. VI. Christus sehen mit dem Herzen Manchmal spüren wir mitten im Alltag: Christus ist da. In einem tröstenden Wort. In einer Stille, die trägt. In der Eucharistie. In einem Augenblick, in dem wir plötzlich wissen: Ich bin gehalten. Der Glaube ist nicht immer ein starkes Gefühl. Oft ist er ein leises und zaghaftes Vertrauen. Aber auch dieses leise Vertrauen ist kostbar. VII. Leben im Licht von Ostern Christliches Leben bedeutet nicht: Alles wird leicht. Aber es bedeutet: Auch das Schwere ist nicht mehr ohne Hoffnung. Nicht weil wir stark sind, dürfen wir hoffen. Sondern weil er lebt. VIII. Schluss: Nicht Waisen, sondern Kinder Gottes Darum dürfen wir heute mit Freude aus diesem Evangelium mitnehmen: Wir sind nicht allein. Wir sind nicht verlassen. Christus lebt. Seine Liebe trägt uns. Bitten wir den Heiligen Geist: Mach unser Herz weit. Mach unsere Liebe geduldig. Mach unseren Glauben froh. Mach unser Leben zu einer Spur deiner Liebe. Damit Menschen durch uns etwas von Christus spüren. Damit Einsame Nähe erfahren. Damit Verwundete Trost finden. Denn Christus hat uns versprochen: „Ich lasse euch nicht als Waisen zurück.“ Und weil er lebt, werden auch wir leben. Amen. Archimandrit Dr. Andreas-Abraham Thiermeyer ist der Gründungsrektor des Collegium Orientale in Eichstätt. Er ist Theologe mit Schwerpunkt auf ökumenischer Theologie, ostkirchlicher Ekklesiologie und ostkirchlicher Liturgiewissenschaft. Er studierte in Eichstätt, Jerusalem und Rom, war in verschiedenen Dialogkommissionen tätig. Er veröffentlicht zu Fragen der Ökumene, des Frühen Mönchtums, der Liturgie der Ostkirchen und der ostkirchlichen Spiritualität. Weitere kath.net-Beiträge von ihm: siehe Link. Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal! ![]() LesermeinungenUm selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen. Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. 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