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Bischof Paprocki: FSSPX ist "im Grunde eine weitere protestantische Sekte"vor 8 Stunden in Weltkirche, 6 Lesermeinungen Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Das Problem mit der Piusbruderschaft bestehe nicht in der Feier der tridentinischen Messe, sondern in der Ablehnung der Lehren des II. Vatikanischen Konzils und im Ungehorsam gegenüber dem Papst.
Springfield (kath.net/jg)
Thomas Paprocki, der Bischof von Springfield im US-Bundesstaat Illinois, hat die Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX) nach den am 1. Juli vollzogenen Bischofsweihen ohne päpstliche Erlaubnis kritisiert. Die FSSPX sei nun „im Grunde eine weitere protestantische Sekte“, schreibt Paprocki in einer Stellungnahme vom 13. Juli.
Der Bischof von Springfield gilt als Verteidiger der überlieferten katholischen Morallehre. Er hat sich wiederholt deutlich zu Themen wie Abtreibung, Gender-Ideologie und der Corona-Impfpflicht positioniert. In diesen Positionen stimme er mit der FSSPX überein. Dennoch sieht er in der Haltung der Bruderschaft gegenüber dem Zweiten Vatikanischen Konzil und der päpstlichen Autorität ein grundlegendes Problem, schreibt Michael Haynes, der Vatikankorrespondent des Catholic Herald.
In seiner Stellungnahme betont Paprocki: „Das Hauptproblem der SSPX ist ihre Ablehnung der Lehren des Zweiten Vatikanischen Konzils und ihr Ungehorsam gegenüber der päpstlichen Autorität.“ 
Der Bischof warnt die Gläubigen seiner Diözese eindringlich davor, an Gottesdiensten der SSPX teilzunehmen. Er erklärte, dass Beichten und Eheschließungen dort „ungültig“ seien. Diese Aussage geht teilweise über die bisherigen Dokumente des Heiligen Stuhls hinaus und hat unter Kanonisten eine Debatte ausgelöst. Viele verweisen darauf, dass Papst Franziskus der FSSPX ausdrücklich die Vollmacht für Beichte und Trauung erteilt hat – eine Vollmacht, die Papst Leo XIV. bisher nicht widerrufen hat.
Paprocki räumt ein, dass das Problem nicht die Feier der tridentinischen Messe sei. Es liege vielmehr in der grundsätzlichen Haltung der Priesterbruderschaft. „Das Problem mit der FSSPX ist nicht, dass sie die Traditionelle Lateinische Messe feiern, sondern ihre Ablehnung der lehramtlichen Lehren des Zweiten Vatikanischen Konzils und ihr Ungehorsam gegenüber dem Papst“, schreibt Paprocki wörtlich.
Er verweist dabei auf das Glaubensbekenntnis der FSSPX sowie auf Äußerungen während der Bischofsweihe am 1. Juli als Belege für diese Ablehnung. „Indem sie dem Papst ungehorsam ist und die Lehren des Zweiten Vatikanischen Konzils ablehnt, ist die Gesellschaft St. Pius X. nun im Grunde eine weitere protestantische Sekte, die glaubt, sie habe recht und der Papst liege falsch“, schreibt er wörtlich.
Der Protestantismus sei „ein erschöpftes Projekt“. Die ständige Vermehrung protestantischer Denominationen führe nicht zu einer Reform der Kirche, sondern zu ihrer Spaltung, schreibt Paprocki.
Die Priesterbruderschaft weist alle Vorwürfe entschieden zurück, in denen behauptet wird, sie sei nicht katholisch. In einem theologischen Essay vom 9. Juli betont sie, dass die FSSPX „vollständig ein Werk der Kirche“ bleibe. Ihre Kleriker und Gläubigen seien „vollständig katholisch und keineswegs exkommuniziert“. Die Sakramente würden gültig und erlaubt gespendet.
Gleichzeitig hat die FSSPX ein formales kanonisches Verfahren eingeleitet, um gegen die Exkommunikationsdekrete der sechs neu geweihten Bischöfe Einspruch zu erheben. Sie beruft sich dabei auf einen „Notstand“ in der Kirche, der die Weihen rechtfertige. Bemerkenswert ist, dass die FSSPX diesmal den kanonischen Weg beschreitet – im Gegensatz zu den Bischofsweihen von 1988 durch Erzbischof Marcel Lefebvre. Dieser berief sich auf die in den Canones 1323 und 1324 des Kirchenrechts geregelte Notlage.
© Foto Bischof Paprocki: Diözese Springfield
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Lesermeinungen| | Hardenberg vor 23 Minuten | | | | Die Piussekte ist Sekte. Und wenn es ein Merkmal des Protestantismus ist, jemand anderen oder etwas anderes zum Quasipapst zu machen, ja, dann ist die Piussekte eben auch protestantisch. |  0
| | | | | Versusdeum vor 54 Minuten | | | | Pius als "protestantische Sekte" zu bezeichnen, ist durchaus originell.
Und welches sind dann die anderen "Sekten"? Die willige "N"GO namens EKD? Die "Anglikanische Kirche" (die Dank "Bischöfinnen" und Schwulen am Altar 2/3 ihrer Mitglieder verloren haben und deren "Oberhaupt", die "Erzbischöfin [sic!] von Canterbury" Papst Leo erst im Frühjahr noch empfangen hatte) oder doch die vielen kleinen Freikirchen, die sich immerhin noch einigermaßen an der Bibel orientieren? |  0
| | | | | Wynfried vor 58 Minuten | |  | Wenn es darum geht, sich von der Piusbruderschaft klar abzugrenzen, bieten „protestantische Sekten“ einen willkommenen Vergleichspunkt. Über die Verhältnisse in den USA kann ich nichts sagen, aber hierzulande hat man sich gegenüber dem Protestantismus fast schon bis zur Selbstaufgabe „geöffnet“ und pflegt wie selbstverständlich den ökumenischen Dialog im gemeinsamen Handeln und gelebten Partnerschaften zwischen den Konfessionen. Ökumenische Gottesdienste, Kirchenfeste und soziale Projekte sind aus dem Alltag der deutschen Bistümer und Pfarreien nicht mehr wegzudenken. Lehrfragen, die Sakramententheologie oder die Haltung zum Papst spielen dabei keine Rolle mehr. Hier scheint alles gut zu sein, bei den Piusbrüdern aber alles schlecht. |  0
| | | | | Ulrich Motte vor 4 Stunden | | | | Nach welchem Maßstab ist "der" Protestantismus erschöpft ? Zumindest der eigentliche, nämlich an die "Alleins" der Reformation gebundene. Protestantismus entwickelt sich weitgehend prozentual zahlenmäßig besser als der Katholizismus. Immer neue Gründunhgen, die der Herr Bischof beklagt, indizieren das öfter auch, etwa die Neugründungen in der BRD von konservativen Bekennenden Evgl. Gemeinden und Bekennen Evgl. Reformierten Gemeinden. Inhaltlich sind diese Konfessionen untereinander eher weniger gepalten als "Rom" (siehe ständig kathnet!) , gerade - auch- in den USA und der BRD. Äußerliche Trennungen sieht man als geboten an nach Römer 16: 17 und Galater 1; 6-10, 1. Korinther, 11-18-19. Konservative Protestanten sehen recht oft eine einheitliche Kirchenorganisation nicht als biblisch gebotenh oder gar als biblisch verboten an... |  0
| | | | | Parcival vor 4 Stunden | | | | Dogmatische Konstitution ≠ neues Dogma Hier wird oft ein wichtiger Unterschied übersehen. Ja, das II. Vatikanum hat mit „Lumen gentium“ und „Dei Verbum“ zwei Dogmatische Konstitutionen beschlossen. Daraus folgt aber nicht, dass ihr gesamter Inhalt neue Dogmen definiert. Papst Paul VI. erklärte ausdrücklich, dass das Konzil keine neuen Glaubensdogmen mit außerordentlichem Lehrentscheid definieren wollte. Das Konzil lehrt jedoch authentisch und übt damit das ordentliche Lehramt aus. Deshalb muss innerhalb der Dokumente unterschieden werden: Was bereits definierte Glaubenslehre wiederholt, ist mit derselben Verbindlichkeit zu glauben. Andere Aussagen verlangen den „religiösen Gehorsam des Verstandes und Willens“ (LG 25). Wieder andere haben pastoralen oder disziplinären Charakter. Pauschale Aussagen wie „alles ist Dogma“ oder „nichts ist verbindlich“ werden dem II. Vatikanum daher nicht gerecht. |  0
| | | | | lamwool vor 5 Stunden | | | | Beschlüsse oder Lehren? Kann mir jemand erklären, was der Unterschied ist von 'Beschlüssen' oder 'Lehren' in obigem Text. Bis dato hörte ich in den Diskussionen über 'Ungehorsam gegenüber den Beschlüssen des II. Vatikanums. Oder anders gefragt, wer ist befugt, Lehren aufzustellen (zu beschliessen) ausser dem Papst?
Nach was soll der 'einfache' Katholik sich jetzt richten...
Gruss und Dank |  2
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