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„Alles wieder in den Urzustand versetzen“: Das Oxford Oratory wird wieder einen Hochaltar errichten

vor 3 Stunden in Kommentar, 1 Lesermeinung
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Come back: In der vom Oratorium betreuten Pfarrkirche St. Aloysius Gonzaga werden der zerstörte Hochaltar ersetzt und reaktiviert - Die grau übertünchten Wandmalereien wurden jüngst schon wieder sichtbar gemacht. Von Petra Lorleberg


Oxford (kath.net/pl) Der Bildersturm, der in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts (auch in Europa) durch die Kirchengebäude gezogen war, hat auch vor der Pfarrkirche St. Aloysius Gonzaga in Oxford/Bistum Birmingham nicht Halt gemacht. Der Schriftsteller J.R.R. Tolkien, der hier täglich die Hl. Messe besuchte, hat sie noch als Jesuitenkirche in ihrer Originalausstattung gekannt, aber im Lauf der Jahrzehnte verschwanden aus der prächtigen Kirche der Hochaltar (wahrscheinlich wurde er zerstört), auch wurden Wandmalereien „mehrfach“ mit grauer Farbe übertüncht und erst 2024 wurde entdeckt, dass sie unter den Farbschichten noch original erhalten geblieben sind. Die ursprünglich von Jesuiten erbaute und bis 1981 von ihnen betreute Pfarrkirche war 1990 an die damals junge Oratorianergemeinschaft in Oxford zu Betreuung übertragen worden.

Die eineinhalb Jahrhunderte alte Kirche hat darüber hinaus eine Grundsatzsanierung nötig, Dach und Kirchenfenster sind löchrig, der Fußboden muss saniert werden, das Sakristeidach wurde in den 60er Jahren nach Einsturz geflickt, ist aber erneut baufällig. Nun soll restauriert und, was möglich, wieder an den Urzustand angenähert werden.


Dabei sei es nun vor allem „an der Zeit, den Altar wieder aufzustellen“, schildert das Oxford Oratory auf seiner Homepage. Denn „der Hochaltar gehört ins Herz des Altarraums. Seine Wiederaufstellung gibt dem Altarraum seinen Mittelpunkt zurück. Nach all den Bauarbeiten benötigt der Altarraum auch einen neuen Fußboden. Dies ist eine Gelegenheit, das ursprüngliche Parkettmuster wiederherzustellen. Doch es geht um mehr als nur die Restaurierung des Gebäudes. Das Herzstück unserer Kirche sollte so schön wie möglich sein, denn hier feiern wir täglich die Messe.“ Der Kostenvoranschlag beläuft sich auf umgerechnet fast vier Millionen Euro, das Oratory hofft auf Spenden.

Im „Liturgical Arts Journal“ schildert Shawn Tribe bereits 2024 die geplanten Restaurierungen: In den letzten Jahrzehnten steht „der Altar in der aktuellen, nachkonziliaren Gestaltung (die von den Jesuiten vorgenommen wurde) frei im Raum, während sich der Tabernakel auf einer Art Ablage vor dem ehemaligen Retabel des ursprünglichen Hochaltars befindet“. Zwar sei diese Lösung „weitaus besser als viele der Umgestaltungen“ gewesen, „denen Kirchen in den 1970er und 1980er Jahren unterzogen wurden; dennoch entspricht sie natürlich nicht der ursprünglichen historischen Anordnung, wie sie vom Architekten vorgesehen war.“ Ein neuer Hochaltar ist bereits „entworfen, der sich am ursprünglichen Altar von Hansom orientiert, jedoch um einige zusätzliche dekorative Elemente ergänzt wurde. Der Altar greift viele der ursprünglichen Steinmaterialien auf …“ und „fügt sich harmonisch in das architektonische Ensemble des monumentalen Altaraufbaus (Retabels) ein; sein zentraler Turmaufbau erinnert dabei – wie schon beim Original – an ein mittelalterliches Sakramentshaus. Der Altar, der aus edlen Materialien gefertigt und leicht zurückversetzt im Zentrum des Altarraums auf einer dreistufigen Erhöhung stehen wird, bildet einen angemessenen und würdevollen Rahmen für das Herzstück des Lebens im Oratorium: die feierliche Feier der kirchlichen Liturgie im heiligen Messopfer.“

Die Geschichte des Oxford Oratory ist eng mit dem Kirchenlehrer hl. John Henry Kardinal Newman (1801-1890) verknüpft. Dieser hatte schon in den 1860iger Jahren mehrfach versucht, in Oxford ein Oratorium nach dem Vorbild des hl. Philipp Neri zu gründen, aber der Konvent entwickelte sich erst über ein Jahrhunder später und erlangte dann 1993 seine Unabhängigkeit. Das Oxford Oratory liebt und pflegt die Liturgie in der außergewöhnlichen Form, ist vom Bistum Birmingham anerkannt und betreut ganz normal eine Pfarrkirche. In der Kirche St. Aloysios predigte Kardinal Newman zwar nicht zur Eröffnung 1875 (obwohl er dazu eingeladen worden war), sondern 1880, die Kirche war dabei überfüllt.

Vgl. dazu auch den kath.net-Artikel: Neuer Trend in den USA: Abkehr von nüchternen Kircheninnenräumen. In den USA gibt es Pfarreien, die den Kahlschlag beenden, der in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts (auch in Europa) durch die Kirchengebäude gezogen war – Dieser „Bildersturm“ hatte keinen Rückhalt im II. Vatikanum.

Foto: Der Altarraum noch vor der Restaurierung mit Volksaltar (c) Wikipedia/Von Oxford_Oratory_1_2010-02-22.jpg: James Bradleyderivative work: Rabanus Flavus - Diese Datei wurde von diesem Werk abgeleitet: Oxford Oratory 1 2010-02-22.jpg:, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=21715218


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Lesermeinungen

 Bilbo B. vor 3 Stunden 
 

Liturgie als Abbild der himmlischen Liturgie

Oh wie wunderbar! Die Liturgie darf wieder mit einem ansprechenden Altar zum Abbild der himmlischen Liturgie werden! Was haben wir denn im Postmodernismus für „Altäre“? Bügelbretter, Spanplattentische, Barrierenaltäre, die den Altarraum disharmonisch überladend blockieren, Apéro-Tischchen, Rustikal als Käsebüffet geeignete Tische, kitschige Rokoko-Holztische, anderes grau in grau etc. Irgendwelche Fantastereien von „Künstlern“ mit teurer Schäbigkeit konstruiert, denen man anmerkt, dass sie keinen Bezug zur hl. Liturgie haben. Ein Sammelsurium an Peinlichkeiten und Lächerlichkeiten wird Gläubigen und Priestern zugemutet. Bei den sog. „Altarinseln“ sind die Altäre von hinten gesehen von den vorderen Bänken meist optisch durchschnitten; nur der Obere Teil mit Mensa ist noch sichtbar.


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