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Christus, das Brot des Lebens. Hoffnung für Äquatorialguinea

vor 2 Stunden in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Leo XIV.: Eine Kirche aus der Eucharistie: Auftrag und Zukunft eines Volkes. Die Eucharistie als Quelle und Höhepunkt des kirchlichen Lebens. Der Hunger nach Zukunft und die Verantwortung des Volkes. Von Armin Schwibach


Mongomo (kath.net/as) In der Basilika der Unbefleckten Empfängnis in Mongomo feierte Papst Leo XIV. mit den Gläubigen die heilige Messe und stellte die Eucharistie als „Höhepunkt und Quelle des Lebens und der Sendung der Kirche“ in den Mittelpunkt seiner Predigt. Sie sei „Christus, unser Ostern“, das „lebendige Brot“, in dem sich die Liebe Gottes zur Menschheitsfamilie offenbare.

Mit Freude habe er gemeinsam mit den Gläubigen das Gedächtnis von 170 Jahren Evangelisierung in Äquatorialguinea begangen. Zugleich dankte er den Missionaren, Ordensleuten, Priestern, Katecheten und Laien, die „ihr Leben in den Dienst des Evangeliums gestellt“ hätten. Durch ihr Zeugnis seien sie zu einem sichtbaren Zeichen der Liebe Gottes geworden und hätten am Kommen seines Reiches mitgewirkt, auch unter Leiden und Verfolgung. Diese Geschichte dürfe nicht vergessen werden. Sie verbinde die Kirche im Land mit der universalen Kirche und zeige zugleich ihre eigene Sendung. In diesem Zusammenhang erinnerte der Papst an die prophetischen Worte von Paul VI.: „Afrikaner, ihr seid von nun an eure eigenen Missionare“. Daraus ergebe sich der Auftrag, den begonnenen Weg heute fortzusetzen und den Glauben im konkreten Leben fruchtbar werden zu lassen.

Leo XIV. betonte, dass der Glaube nicht auf die festlich gefeierte Liturgie beschränkt bleiben dürfe, sondern das Handeln prägen müsse: im Dienst am Nächsten, in der Verantwortung für das Gemeinwohl und im Einsatz für eine gerechte Gesellschaft. Dieses Engagement erfordere Ausdauer und Opfer, sei aber ein Zeichen der Treue zu Christus. Im Licht der Apostelgeschichte erinnerte der Papst daran, dass die Kirche auch in Bedrängnis wachse: Verfolgung und Zerstreuung hätten dazu geführt, dass das Evangelium sich weiter ausbreite und „große Freude“ entstehe. Auch heute könnten die Gläubigen darauf vertrauen, dass Gott selbst unter schwierigen Umständen seinen Samen wachsen lasse.

Von hier aus stellte der Papst die entscheidende Frage: „Welchen Hunger verspüren wir?“ und weitete sie auf das ganze Land aus. Es gebe vor allem einen „Hunger nach Zukunft“, nach einer Zukunft, die von Hoffnung, Gerechtigkeit, Frieden und Geschwisterlichkeit geprägt sei. Diese Zukunft sei nicht passiv zu erwarten, sondern müsse verantwortungsvoll gestaltet werden. Daher seien alle Getauften gerufen, sich als Apostel der Nächstenliebe und als Zeugen einer neuen Menschlichkeit einzubringen. Die natürlichen Reichtümer des Landes müssten so genutzt werden, dass sie „allen zum Segen gereichen“ und nicht nur wenigen zugute kämen. Mit Nachdruck sprach der Papst von der Notwendigkeit, Ungleichheiten zu überwinden, die Würde jedes Menschen zu achten und besonders die Armen, die Familien in Not und die Gefangenen nicht zu vergessen.


Abschließend ermutigte Leo XIV. die Gläubigen, „keine Angst“ zu haben, das Evangelium zu verkünden und zu bezeugen. Sie seien berufen, an einer Zukunft der Hoffnung, des Friedens und der Versöhnung mitzubauen und das Werk fortzusetzen, das vor 170 Jahren begonnen worden sei. Der Fürsprache der Unbefleckten Jungfrau Maria vertraute er diesen Weg an, damit die Gläubigen zu „großherzigen und freudigen Jüngern Christi“ würden.

****

kath.net veröffentlicht die Predigt von Papst Leo XIV. bei der Heiligen Messe in  Mongomo, Kathedrale der Unbefleckten Empfängnis

Liebe Brüder und Schwestern,

in dieser herrlichen Kathedrale, die der Unbefleckten Empfängnis, der Mutter des fleischgewordenen Wortes und Patronin Äquatorialguineas geweiht ist, sind wir versammelt, um das Wort des Herrn zu hören und das Gedächtnis zu feiern, das er uns als Höhepunkt und Quelle des Lebens und der Sendung der Kirche hinterlassen hat. Die Eucharistie umfasst wahrhaftig das gesamte geistliche Gut der Kirche: Sie ist Christus, unser Ostern, der sich uns hingibt; sie ist das lebendige Brot, das uns sättigt; sie ist die Gegenwart, die uns die unendliche Liebe Gottes zur gesamten Menschheitsfamilie offenbart und sein Entgegenkommen gegenüber jeder Frau und jedem Mann, auch heute.

Ich freue mich, gemeinsam mit euch feiern zu können und dem Herrn für die 170 Jahre Evangelisierung in diesen Gebieten Äquatorialguineas zu danken. Dies ist eine passende Gelegenheit, sich all das Gute in Erinnerung zu rufen, das der Herr gewirkt hat, und zugleich möchte ich den vielen Missionaren, Missionarinnen, Diözesanpriestern, Katecheten und Laien meinen Dank aussprechen, die ihr Leben in den Dienst des Evangeliums gestellt haben.

Diese haben die Erwartungen, Fragen und Wunden eures Volkes erfasst, sie mit dem Wort des Herrn erhellt und sind so zu einem Zeichen der Liebe Gottes in eurer Mitte geworden; durch ihr Lebenszeugnis haben sie am Kommen des Reiches Gottes mitgewirkt, ohne Furcht, für ihre Treue zu Christus leiden zu müssen.

Diese Geschichte könnt ihr nicht vergessen. Sie verbindet euch einerseits mit der apostolischen und universalen Kirche, die euch vorausgegangen ist und euch andererseits dabei geholfen hat, selbst aktiv das Evangelium zu verkünden und den Glauben zu bezeugen, womit sich jene prophetischen Worte erfüllen, die Papst Paul VI. auf afrikanischem Boden ausgesprochen hat: »Afrikaner, ihr seid von nun an eure eigenen Missionare. Die Kirche Christi ist wahrhaftig in diesem gesegneten Land verwurzelt« (Predigt zum Abschluss des Bischofssymposiums in Afrika, Kampala, Uganda, 31. Juli 1969).

In dieser Perspektive seid ihr aufgerufen, den Weg heute fortzusetzen, den die Missionare, Hirten und Laien vor euch beschritten und vorgezeichnet haben. Von allen und jedem Einzelnen ist ein persönliches Engagement verlangt, welches das Leben ganz miteinbezieht, damit der Glaube, der in euren Gemeinschaften und in euren Liturgien so festlich gefeiert wird, euer karitatives Wirken und die Verantwortung gegenüber dem Nächsten nährt, zur Förderung des Wohls aller.

Dieses Bemühen erfordert Ausdauer, kostet Mühe, manchmal Opfer, ist aber das Zeichen dafür, dass wir wirklich die Kirche Christi sind. Die erste Lesung, die wir gehört haben, erzählt uns nämlich in wenigen Versen, wie eine Kirche, die das Evangelium mit Freude und ohne Furcht verkündet, auch eine Kirche ist, die möglicherweise gerade deshalb verfolgt wird (vgl. Apg 8,1-8). Andererseits sagt uns die Apostelgeschichte jedoch, dass, während die Christen zur Flucht gezwungen werden und sich zerstreuen, sehr viele dem Wort des Herrn näherkommen und mit eigenen Augen sehen können, wie körperlich und geistig Erkrankte geheilt werden. Das sind die wunderbaren Zeichen der Gegenwart Gottes, die in der ganzen Stadt große Freude hervorrufen (vgl. V. 6–8).

So, liebe Brüder und Schwestern, können wir, auch wenn die persönlichen, familiären und gesellschaftlichen Umstände, die wir erleben, nicht immer günstig sind, auf das Wirken des Herrn vertrauen, der den guten Samen seines Reiches auf uns unbekannte Weise keimen lässt, selbst wenn alles um uns herum karg erscheint und sogar in Zeiten der Finsternis. Mit diesem Vertrauen, das mehr in der Kraft seiner Liebe als in unseren Verdiensten gründet, sind wir aufgerufen, dem Evangelium treu zu bleiben, es zu verkünden, es in seiner Fülle zu leben und mit Freude davon Zeugnis zu geben. Gott wird uns die Zeichen seiner Gegenwart nicht vorenthalten, und wieder einmal wird er, wie Jesus uns im eben gehörten Evangelium gesagt hat, für uns „Brot des Lebens“ sein, das unseren Hunger stillt (vgl. Joh 6,35).

Welchen Hunger verspüren wir? Und wonach hungert dieses Land heute? Das Motto meines Besuchs lautet: »Christus, Licht Äquatorialguineas auf dem Weg in eine Zukunft der Hoffnung«, und vielleicht ist genau dies heute der größte Hunger: Es gibt einen Hunger nach Zukunft, aber nach einer Zukunft, die von Hoffnung erfüllt ist, die eine neue Gerechtigkeit hervorbringen kann, die Früchte des Friedens und der Geschwisterlichkeit tragen kann. Und es handelt sich nicht um eine unbekannte Zukunft, auf die wir passiv warten müssen, sondern um eine Zukunft, die gerade wir gerufen sind, mit Gottes Gnade aufzubauen. Die Zukunft Äquatorialguineas gestaltet ihr mit euren Entscheidungen mit. Sie ist eurem Verantwortungsgefühl und eurem gemeinsamen Einsatz für den Schutz des Lebens und der Würde jedes Menschen anvertraut.

 

Es ist daher notwendig, dass sich alle Getauften in das Werk der Evangelisierung miteinbezogen fühlen und zu Aposteln der Nächstenliebe und Zeugen einer neuen Menschlichkeit werden.

Es geht darum, mit dem Licht und der Kraft des Evangeliums an der ganzheitlichen Entwicklung dieses Landes, an seiner Erneuerung und seiner Umgestaltung teilzunehmen. Zahlreich sind die natürlichen Reichtümer, mit denen der Schöpfer euch ausgestattet hat: Ich ersuche euch, gemeinsam darauf hinzuwirken, dass sie allen zum Segen gereichen. Der Herr helfe euch, dass ihr immer mehr zu einer Gesellschaft werdet, welche die Ungleichheit zwischen Privilegierten und Benachteiligten überwindet, indem jeder sich gemäß der ihm übertragenen Verantwortung für das Gemeinwohl einsetzt und nicht für Einzelinteressen. Mögen Räume der Freiheit wachsen, möge die Würde des Menschen stets gewahrt bleiben: Ich denke an die Ärmsten, an die Familien in Not; ich denke an die Gefangenen, die oft gezwungen sind, unter besorgniserregenden hygienischen und sanitären Bedingungen zu leben.

Brüder und Schwestern, es braucht Christen, die das Schicksal Äquatorialguineas in die Hand nehmen. Deshalb möchte ich euch ermutigen: Habt keine Angst, das Evangelium zu verkünden und zu bezeugen! Baut mit an einer Zukunft der Hoffnung, des Friedens und der Versöhnung und setzt das Werk fort, das die Missionare vor 170 Jahren begonnen haben.

Die Unbefleckte Jungfrau Maria begleite euch auf diesem Weg. Sie trete für euch ein und mache euch zu großherzigen und freudigen Jüngern Christi.

 


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Lesermeinungen

 Stefan Fleischer vor 2 Stunden 

Und doch

gilt nach wie vor immer noch 1.Kor 15,19:
«Wenn wir unsere Hoffnung nur in diesem Leben auf Christus gesetzt haben, sind wir erbärmlicher daran als alle anderen Menschen.»
Christus ist Mensch geworden, um uns aus Sünde und Schuld zu erlösen. (vgl. z.B. Mt 1,21). Dies ist die Voraussetzung auch für eine bessere Welt hier und jetzt.


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