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Schisma auf leisen Sohlen

vor 10 Stunden in Kommentar, 5 Lesermeinungen
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Der Konflikt um Segensfeiern ist mehr als eine pastorale Frage. Er betrifft das Kirchenverständnis selbst. BeneDicta am Freitag von Dorothea Schmidt


Regensburg (kath.net)

Der Konflikt um Segensfeiern ist mehr als eine pastorale Frage. Er betrifft das Kirchenverständnis selbst. Wenn einige deutsche Bischöfe den Papst nicht mehr als Prinzip der Einheit, sondern als eine Stimme unter vielen sehen, stellt sich kirchenrechtlich die Frage nach einem Schisma.

Eines muss man den führenden Köpfen des Synodalen Wegs lassen: Sie sind konsequent. Allerdings stehen sie auf der falschen Seite. Weder der ehemalige Chef der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und Limburger Bischof, Georg Bätzing, noch der Münchener Kardinal Reinhard Marx lassen erkennen, dass sie ihr Versprechen, das jeder Bischof bei seiner Bischofsweihe abgibt, ernst nehmen: nämlich unter anderem, die Lehre der Kirche unverfälscht zu verkünden. Besonders schwer wiegt, dass sie darin sogar eine Treue zum Evangelium zu sehen meinen.

Um es konkret zu machen: Bätzing hat jüngst Papst Leo in puncto „Segensfeiern“ widersprochen, Marx seine Seelsorger zu solchen Feiern geradezu gedrängt. Für beide gibt es keinen Grund, queere Segnungsfeiern zurückzunehmen. Der neue DBK-Vorsitzende, Heiner Wilmer, hat sich zu dem Thema noch nicht geäußert. Einerseits zeigte er sich in der Vergangenheit vielen als jemand, der treu zu Rom hält und die Evangelisierung im Blick hat. Beim Synodalen Weg hat er allerdings für Segensfeiern abgestimmt. War das Diplomatie oder Ausdruck einer Überzeugung? Das wird sich zeigen. Dieser Moment ist jedenfalls eine erste Bewährungsprobe für den neuen Vorsitzenden.


Die Linie seines Vorgängers wie auch die von Marx und einiger anderer Bischöfe jedenfalls, die sich seit Jahren von Rom löst, trat nun offen zutage – auch wenn entsprechende Bischöfe rhetorisch ständig die Einheit betonen. Hier zeigt sich: Sie gehen in dieser Frage nicht mit Rom. Kirchenrechtlich stellt sich zumindest die Frage, ob hier nicht (endlich) über die Gefahr eines Schismas gesprochen werden sollte. Denn wo verbindliche Weisungen Roms nicht nur kritisch diskutiert, sondern in der Praxis bewusst unterlaufen werden, steht die kirchliche Einheit nicht mehr nur theoretisch auf dem Spiel. Zwar argumentieren Befürworter der Segenfeiern mit ihrem Gewissen, mit pastoraler Not und einer Weiterentwicklung der Lehre und beteuern, sich innerhalb der römisch-katholischen Grenzen zu bewegen. Doch Lehre ist nicht das Ergebnis regionaler Aushandlung, sondern steht in verbindlicher Gemeinschaft mit Rom. Der Papst ist Hüter der überlieferten Lehre und als solcher zu achten. Wer wirklich mit dem Papst geht, etabliert keine parallelen Formen kirchlicher Praxis gegen ausdrückliche römische Weisung.

Erstaunlich ist, mit welcher Gelassenheit dies geschieht. Während Rom um die Einheit der Kirche ringt, scheint in Teilen der Deutschen Bischofskonferenz eine bemerkenswerte Coolness, ja Gleichgültigkeit im Umgang mit römischen Vorgaben zu herrschen, die manches Herz vielleicht höher schlagen lässt, nicht aber mehr für Jesus begeistern wird.

Ein Post auf „katholisch.de“ zeigt exemplarisch, wie in Deutschland mit päpstlichen Aussagen umgegangen wird. Man sei froh, hieß es dort, dass der Papst die Segnungen zwar nicht gut finde, er aber kein Problem darin sehe, dass andere dies anders sähen und praktizierten. Leo halte die Sexualmoral nicht für entscheidend für die Kirche. Dass der Papst bislang diplomatisch viel auf Kommunikation setzt und den Deutschen nicht komplett den Riegel vorschiebt, wird offenbar als Einverständnis gedeutet. Was Rom sagt, wird so lange uminterpretiert, bis es ins eigene Bild passt oder schlicht dem eigenen Wunsch entspricht.

Was hier geschieht, ist Synodalität als Einbahnstraße. Man spricht von pastoraler Verantwortung, von Liebe zu allen Menschen, von Treue zum Evangelium — und erklärt sich faktisch selbst zum Maßstab. Um es kirchenrechtlich zu sagen: Der Bischof ist nicht autonomer Lehrherr. Der Codex des kanonischen Rechts hält unmissverständlich fest: Die Bischöfe üben ihr Amt „nur in hierarchischer Gemeinschaft mit ihm und dem Kollegium“ aus (can. 375 §2), sprich: im Gehorsam dem Papst gegenüber. Und weiter: „Schisma nennt man die Verweigerung der Unterordnung unter den Papst oder der Gemeinschaft mit den diesem untergebenen Gliedern der Kirche.“ (Can. 751 CIC) Diese Communio ist in Deutschland aber zumindest in Teilen der deutschen Kirche sehr brüchig.

Es entsteht der Eindruck, als betrachteten manche deutschen Bischöfe die Einheit mit Rom als eine Option unter mehreren. Die Stimme des Papstes wird zwar noch als legitim anerkannt, aber nicht mehr als verbindlicher Maßstab. Einheit aber lebt vom Mitvollzug, nicht vom gefährlichen Dehnen der Grenzen.

Hinzu kommt, dass es sich bei diesem konkreten Thema der Segensfeiern nicht bloß um eine einzelne moraltheologische Frage handelt, sondern es betrifft das zugrunde liegende Kirchenverständnis. Wo Lehre regional interpretierbar und damit verhandelbar wird, ist der katholische Anspruch auf Verbindlichkeit aufgegeben.

Die eigentliche Gefahr liegt daher weniger im offenen Bruch — so schlimm er wäre —, als in der schleichenden Umdeutung: Begriffe wie Einheit, Synodalität oder pastorale Verantwortung behalten ihren Klang, werden aber mit neuem Inhalt gefüllt, einem, der der bisherigen Lehre geradezu diametral entgegensteht. So vollzieht sich langsam aber sicher eine neue „Normalität“ — und mit ihr eine Kirche, die sich von ihrer eigenen verbindlichen Ordnung still und leise verabschiedet, ohne es ausdrücklich zu sagen.


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Lesermeinungen

 Stefan Fleischer vor 2 Stunden 

Wäre vielleicht ein neues Konzil nötig,

welches die Grenzen zwischen dogmatischer Verbindlichkeit und pastoraler Freiheit sauber aufzeigen und Wege finden könnte, wie in unserer Kirche wieder Disziplin und Ordnung herzustellen wäre. Möglich wäre dies, wenn wir uns wieder einigen und dann darauf konzentrieren könnten, dass Gott – und nicht der Mensch – der Herr der Kirche ist, dass es um das geht, was Gott will, nicht was wir Menschen uns wünschen. «Jesus wandte sich um, sah seine Jünger an und wies Petrus mit den Worten zurecht: Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen. (Mk 8,33)


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 modernchrist vor 2 Stunden 
 

In dem Moment, wo es

liturgische Vorlagen, Rituale und formu-lierte/gedruckte Gebete für gleichgeschlechtliche Segnungen und Segnungen von Zweitehen gibt, ist sehr wohl auch eine Verwechslung mit der evangelischen Trauung, die ja auch kein Sakrament ist, die Folge! Auch ist interessant, in welchem Raum dann diese Marxschen Segnungen stattfinden sollen/dürfen. Sind das Kirchen und Kapellen, dann ist das wie bei den Protestanten eine kirchliche Einsegnung/Trauung der Paarbeziehung, sprich kath. Trauung! So kommt es in der Bevölkerung an. Ehe und Trauung für Alle jetzt auch bei den Katholiken durch die Hintertüre! Ist das nicht die eigentliche Absicht der Vorprescherei und des Übergehens der klaren Bestimmungen von FS? Jede angeblich "gottgewollte" sexuelle Orientierung und Zweitehe wird nun kirchlicherseits wertgeschätzt und feierlich gesegnet?


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 golden vor 4 Stunden 
 

Egal worauf sich Kompromissler einigen,

für Gläubige empfehle ich, sich in dieser Zeit der Beliebigkeit an den bewährten Ordensregeln ( z.B. Benedikt-Regel) zu stärken und festzumachen.Mönche zogen damals in eine Gemeinschaft oder Einsiedelei zwecks Besinnung und Klärung.Vielleicht hilft auch uns heute dabei,wieder asketischer zu werden und nicht nur der Libertinage Raum zu lassen.Ein gläubig geführtes Kloster oder ein ebenso begleitetes Wallfahrts-Heiligtum aufzusuchen/zu besuchen ist wohl auch nötiger denn je ?!


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 ThomasR vor 4 Stunden 
 

es gibt Priesterkreise in München*

* leider bis heute ist es Kard. Marx lediglich gelungen diese Gruppe gering abzuschwächen bzw. zum Teil von München ins Umland zu zerstreuen.

von niemand jemanden zu solchen Feiern wie Homosexuellensegnungen drängen muss.


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 HerrHilfDeinerKirche vor 8 Stunden 
 

Ablehnung oder Zustimmung der Bischöfe

Wenn ich mir nur anschaue wieviel Bischöfe dem Papier für Segnung aller Art Verbindung zugestimmt haben, dann wird sich an den Beschlüssen nichts ändern. Meine Familie hat ihre Wurzeln im Kölner / Deutsch-belgischen Raum und der dort noch lebende entfernte Zweig hat arge Probleme mit ihrem Bischof Kardinal Wölki. Gleichgeschlechtliche Segnungen gibt’s dann halt im Bistum Essen oder Münster. Leider hat sich der designierte neue Bischof von Münster noch nicht zur neuen Aussage von Papst Leo geäußert. Bischof Genn hat stets stillschweigend zugestimmt.


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