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| ![]() Vom Benehmen mit Majestätenvor 3 Stunden in Kommentar, 4 Lesermeinungen Eine respektvolle äussere Haltung einzunehmen ist ja nicht in erster Hinsicht eine Frage der Authentizität - Auch beim Empfang der Hl. Eucharistie - Gedanken aus dem Auenland von Nikolaus Lobkowicz Prag (kath.net) Stellen wir uns mal vor, wir wären eingeladen worden, den König bei einem Staatsempfang zu treffen. Wir hätten uns davor vermutlich erst mal erkundigt, wie man sich zu so einem Empfang überhaupt richtig anzuziehen hat. Dunkler Anzug? Smoking? Cutaway? Cocktail Kleid, Abendkleid, Hosenanzug? Mit Hut oder ohne? Wenn wir das richtige Kleidungsstück nicht selbst gehabt hätten, dann hätten wir sicher eine erhebliche Anstrengung gemacht, es zu beschaffen- entweder kaufen, oder von einem Freund borgen, oder was auch immer. Dann hätten wir uns ausführlich herausgeputzt, die Schuhe auf Hochglanz poliert und hätten uns dann auf den Weg gemacht- nicht ohne nochmal kritisch im Spiegel zu checken, ob alles sitzt. Wir hätten uns ausserdem ganz bestimmt bei jemandem kundigem erkundigt, wie man sich eigentlich bei so einem Staatsempfang richtig benimmt: Wo steht man, darf man sitzen, was kann man sagen und was nicht, welche Reihenfolge gibt es, usw. Schliesslich trifft man ja nicht jeden Tag einen König! Und jetzt stelle man sich vor, dass vor dem Palast des Königs ein paar offizielle Palastdiener in Jeans und Sneakers stehen, die einen gleich ziemlich abschätzig anschauen, wie man das so ankommt, ganz freudig aufgeregt und leicht nervös. Der missbilligende Blick der kopfschüttelnden Palastdiener wird geradezu verachtend, wie sie den festlichen Aufzug der eingeladenen Gäste sehen. Was einem eigentlich einfiele, wollen sie von den rasch stark verunsicherten Gästen wissen- ob man denn nicht wisse, dass es dem König nur um „innere Werte“ gehe. Man solle daher sofort umdrehen und gefälligst in Jeans, Hoodie und Sneakers wiederkommen. Sonst werde man nicht vorgelassen. Man kehrt also um, sich krampfhaft bemühend nicht von hilfloser Fassungslosigkeit überwältigt zu werden, und tut resignierend wie einem geheissen wurde. Beim zweiten Antritt, nunmehr in verschlissener Jeans und verstaubten Turnschuhen, wird man von den selbstzufrieden lächelnden Palastdienern vorgelassen, und tritt durch die Tore des Palastes. Innen ist ein langer, etwa fünfzig Meter breiter Ganz, mit einem leuchtend roten Läufer auf einem Diamanten Boden. An beiden Seiten des gewaltigen Ganges stehen in silbernen Rüstungen die Mitglieder Ehrengarde des Königs, Lanzen präsentiert, den Blick bewegungslos geradeaus gerichtet. Sie stehen den gesamten Gang entlang, auf beiden Seiten, tausende. Als man an Ihnen vorbeigeht, nehmen sie zackig Haltung an. Nach einigen Minuten erreicht man einen goldenen Treppenaufgang, der wie ein Wasserfall aussieht- hier wird ebenfalls jede Stufe von zwei Gardesoldaten flankiert, die ebenfalls respektvoll stramm stehen, wenn man auf ihre Höhe kommt. Das ganze beginnt sich anzufühlen, als wäre man selber ein Staatsoberhaupt- dabei weiss man eigentlich gar nicht genau, wie man überhaupt zu der Ehre gekommen ist, eingeladen zu sein. Mit jedem Schritt wird einem der Kontrast zwischen den blitzenden Helmen der Gardisten und der fleckigen Labbrigkeit des eigenen Aufzuges schmerzlich bewusster. Oben angekommen, öffnet sich einem unter dem Schall von Posaunen ein satt goldenes Tor, und man tritt in einen Saal, der jedes Fussballstadium der Welt niedlich wirken lässt. Vom Tor, durch die Mitte des Saales hindurch auf das andere Ende zu führt ein Gang, wieder mit einem Läufer in königlichem Purpur ausgelegt, und überall im Saal, links und rechts von diesem Gang, sitzen Menschen auf Stühlen aus Elfenbein. Es müssen Hunderttausende sein- und sie sitzen nicht nur auf der selben Ebene wie man selbst, sondern auch auf übereinander liegenden Tribünen, in Hunderten kleiner Logen, sowie hinter der zentral liegenden Bühne, auf welcher der Thron steht. Die bereits im Saal sitzenden Menschen erheben sich, als man eintritt. Alle drehen sich einem zu. Als man beginnt, den Gang auf den Thron zu zugehen, senken die Anwesenden das Haupt, voller Respekt und Anerkennung. Jeder einzelne sieht aus, als wäre er gerade aus der Titelseite eines Modemagazins herausgetreten- und diese einschüchternd schönen und wichtig aussehenden Menschen strahlen einen begeistert an, gerade so, als wäre man hier irgendwie der Ehrengast. Dann erhebt sich der auf dem Thron; es ist nicht der König. Es ist sein Vater. Er geht die Stufen herab, und eilt einem entgegen- und er strahlt noch mehr als die anderen Anwesenden. Er umarmt einen, sagt, es sei Ihm eine „besondere Ehre“ denjenigen zu treffen, der seinem Sohn so ausserordentlich wichtig sei. Tosender Jubel und Applaus, von Hunderttausenden. Vielen der einen umgebenden Menschen fliessen Tränen der Rührung über die Gesichter. Hunderte von Posaunen ertönen auf einmal; erwartungsvolle Stille senkt sich über den Saal. Von den vordersten Rängen angefangen, gehen die versammelten Menschen auf die Knie- bis alle knien, ausser dem Vater. Der König ist da. Ein paar Leute, die mit uns mitgekommen sind, reden trotzdem laut weiter. Es sind die Palastwächter, in Jeans und Sneaker, wie man selbst. Einer von ihnen erzählt einen Witz. Ein anderer klagt über seinen Chef. Einer gähnt laut. Ansonsten ist der Saal volkommen still. Hunderttausende knien, mit gesenkten Gesichtern. Der König ist da. „Wer mein Fleisch isst, und mein Blut trinkt…“ Das Universum zittert vor Neid. Nie war es einem schmerzhafter bewusst, wie under-dressed man ist. Nie hat man deutlicher gespürt, dass die eigene äusserliche Haltung für den König sakramentale Bedeutung hat. König Jesus in der Eucharistie kniend und per Mundkommunion zu empfangen, heisst nicht zwingend, dass diese äussere Haltung „die richtige innere Haltung widerspiegelt“. Ob unsere äussere Haltung tatsächlich ein wahrhaftiges Bild des Inneren ist- wer kann das schon sagen, ausser dem König? Aber, eine respektvolle äussere Haltung einzunehmen ist ja nicht in erster Hinsicht eine Frage der Authentizität- sonst ginge es ja immer nur um einem selbst. Es geht aber eben nicht um uns- sondern um „den ganz anderen“. Eine äusserlich respektvolle, verehrende Haltung einzunehmen ist ein Ausdruck von Liebe. Man muss sich nicht hinknien- aber, man kann. Ein kleines Opfer, in Form einer der ältesten Gesten der Welt- das gebeugte Knie für den König. Nur Gott verdient beide Knie. Diejenigen, die anderen den Empfang der Eucharistie in dieser Haltung verweigern wollen, haben ein echtes Problem. Solchen Leuten ist das Gespür für Ordnung abhanden gekommen. Ohne dieses Gespür zu leben, ist hart- vor allem für jene, die mit solchen Leuten regelmässig umgehen müssen. Wenn man solchen Palastwächtern begegnet, sollte man keinen Anstoss an dem nehmen, was nur als ein schwerer Fall von „Herzens Taubstummheit“ beschrieben werden kann, sondern Mitgefühl aufbringen und heftig um deren Heilung beten. Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal! ![]() Lesermeinungen
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