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Wenn sich das Universum nicht nach unseren Zeitplänen richtet

11. Juli 2026 in Familie, 1 Lesermeinung
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Verspätungen sind die großen Gleichmacher des Lebens: Sieben Urlaubstipps für Wartezeiten, inspiriert von Papst Leos verspätetem Heimflug aus Spanien.


Rom (kath.net / pk) Sommer, Sonne, Wartezeit. Selbst Papst Leo musste kürzlich feststellen, dass keine noch so große päpstliche Autorität ein Flugzeug dazu bewegen kann, früher zu starten und ein technisches Problem zu ignorieren. Auf seiner Rückreise aus Spanien verzögerte ein technisches Problem seinen Heimflug, sodass er schließlich mit einem anderen Flugzeug weiterreisen musste, das ihm großzügigerweise vom spanischen König zur Verfügung gestellt wurde.

Von Papst Leos unerwartete Reiseunterbrechung können wir einige Lehren ziehen, meint Cerith Gardner in einem Kommentar auf „Aleteia“. Familienurlaube, Pilgerreisen, Hochzeiten und Reisen jeglicher Art stehen uns bevor – und damit auch Wartezeiten.

„Es ist eine nützliche Erinnerung daran, dass Flugverspätungen einer der großen Gleichmacher des Lebens sind. Ob Sie nun Papst sind, Pilger oder einfach nur versuchen, Mallorca zu erreichen, bevor Ihre Hotelreservierung abläuft – es kommt der Moment, in dem Ihnen klar wird, dass die Abflugtafel nun die vollständige Kontrolle über Ihren Tag hat“, schreibt der Autor.

Er gibt uns sieben Tipps mit, was wir aus Wartezeiten lernen können.


Erstens:  Akzeptiere, dass du nicht mehr die Hauptrolle spielst. „Nichts macht einen Menschen so demütig wie ein verspäteter Flug“, ist der Autor überzeugt. „In einem Moment planst du noch selbstbewusst deine Ankunftszeit und organisierst im Kopf den Rest deines Tages. Im nächsten sitzt du auf dem Boden neben Gate 47, lädst dein Handy an einer Steckdose auf, die du dir mit sechs Fremden teilst, und fragst dich, ob du dein Gepäck jemals wiedersehen wirst. Für Menschen, die gerne die Kontrolle haben – und dazu gehören die meisten von uns –, sind Flughäfen eine nützliche Erinnerung daran, dass das Universum nicht verpflichtet ist, sich nach unseren Zeitplänen zu richten.“

Zweitens: Flughäfen sind gute Orte, um Nächstenliebe zu üben, denn dort sind viele Menschen, die einen schwierigen Tag haben. Ein wenig Geduld und Rücksichtnahme bewirken oft mehr als wir uns vorstellen können.

Drittens: Denk daran, dass jeder eine Last mit sich trägt. Eines der seltsamen Dinge an Flughäfen ist, „dass Hunderte von persönlichen Geschichten für einen kurzen Moment denselben Raum durchqueren. Der Geschäftsmann, der zu einem Termin eilt. Die Großmutter, die zu einer Hochzeit unterwegs ist. Der Student, der nach Hause zurückkehrt… Wenn dich also jemand in der Sicherheitskontrolle nervt, denk daran, dass diese Person vielleicht eine Last mit sich trägt, von der du nichts weißt – sei sie körperlicher oder seelischer Natur.“

Viertens: Pack dir Snacks ein wie ein mittelalterlicher Mönch, der sich auf den Winter vorbereitet. Jeder, der schon einmal Flughafenpreise für eine Flasche Wasser und eine Packung Mandeln bezahlt hat, weiß, dass Besonnenheit nach wie vor eine der großen christlichen Tugenden ist. Bevor du also zum Flughafen fährst, stelle sicher, dass du genug Proviant dabeihast, um eventuelle Verspätungen zu überstehen.

Fünftens: Entdecke die verlorene Kunst des Nichtstuns wieder. „Ein verspäteter Flug bietet etwas, das die meisten von uns selten erleben: ein paar unerwartete Momente, in denen man nirgendwo anders sein muss.“ Anstatt die nächste Stunde damit zu verbringen, die App der Fluggesellschaft alle 30 Sekunden zu aktualisieren, rät der Autor dazu, Kontakt zu den Heiligen aufzunehmen, etwa den

Heiligen Christophorus, der seit Jahrhunderten nervöse Passagiere begleitet.  

Sechstens: Trainiere Selbstbeherrschung. „Flugverspätungen bieten unzählige Gelegenheiten, genau das zu sagen, was wir denken – und das ist nicht immer ein Segen“, schreibt der Autor.  Flughäfen haben eine bemerkenswerte Fähigkeit, unsere Geduld auf die Probe zu stellen. Wut trägt selten dazu bei, die Situation zu verbessern. Selbstbeherrschung heißt: Ich entscheide mich dafür, eine schwierige Situation durch mein Verhalten nicht noch schlimmer zu machen.

Siebtens: Sammle Geschichten, nicht nur Flugmeilen. Wer wird in einigen Jahren noch danach fragen, ob du damals pünktlich abgeflogen bist? Viel interessanter sind jene Dinge, die sich in diesen Wartezeiten zufällig ergeben: Gespräche, Begegnungen, ein Fremder, der zum Freund wurde, eine unerwartete Übernachtung, ein Abenteuer, das zur Familienlegende wurde…

Reisen hat immer den Charakter des Unvorhersehbaren, und das ist auch Teil seines Charmes. Sollte dein Flug in diesem Sommer einmal Verspätung haben, tröste dich mit dem Gedanken, dass du nicht alleine bist, sondern unzählige Mitreisenden auf der ganzen Welt das Gleiche erleben – darunter auch der Heilige Vater.


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Lesermeinungen

 Stefan Fleischer 11. Juli 2026 

Und achtens

Verhalte dich wie jener Mönch, bei dem ich mich verspätet hatte und ihn nun fragte, ob er schon lange auf mich gewartet habe. Er antwortete mir: «Ein Mönch wartet nicht, er betet.»


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