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| ![]() Kardinal Aveline: „Der christliche Glaube hat heute viel mit Widerstand zu tun“vor 7 Stunden in Weltkirche, 1 Lesermeinung Vorsitzender der französischen Bischofskonferenz äußert sich über den Anstieg bei Konversionen zur katholischen Kirche: „Wir hatten den Weg zur Tür angelegt, doch sie kamen durch das Fenster herein. Wir müssen mit dem Heiligen Geist zusammenarbeiten“ Paris (kath.net/pl) „Wir sind frei: frei, zu dem einen Ja und zu dem anderen Nein zu sagen; wir können uns gegen die Art und Weise wehren, wie wir heute Gefahr laufen, ausgebeutet, geformt und gleichgeschaltet zu werden.“ Dies erläutert der Vorsitzende der französischen Bischofskonferenz, Kardinal Jean-Marc Aveline (Erzbischof von Marseille), im Interview mit der italienischen Zeitung „Avvenire“. Doch man müsse „den Weg der Innerlichkeit wiederfinden, und indem wir das tun, entdecken wir auch den Weg zur Freiheit neu. Und Freiheit ist der Anfang des Widerstands“, führt Kardinal Aveline weiter aus. Dabei habe der christliche Glaube „heute viel mit Widerstand zu tun: nicht mit dem Martyrium der ersten Jahrhunderte, sondern mit Widerstand gegen die Abstumpfung des Gewissens – ein Zustand, der uns die Kraft raubt zu glauben, frei zu sein und Entscheidungen zu treffen. Wie der heilige Paulus sagt: Ihr habt einen Geist empfangen, der euch zu freien Menschen macht.“ Mit Blick auf die auffallende Zunahme von Katechumenen in der französischen Kirche schildert Kardinal Aveline: „Seit fünf oder sechs Jahren beobachten wir das unerwartete Phänomen, dass Menschen um die Taufe und Firmung bitten. Es handelt sich um junge Erwachsene – im Alter von 25 bis 35 Jahren –, aber inzwischen auch um Schüler im Alter von 16 bis 18 Jahren. Zunächst dachten wir, es handele sich um ein einmaliges Ereignis, doch der Trend verstärkt sich von Jahr zu Jahr.“ Aveline wirft zunächst einen Blick auf die Zahlen: „Im Jahr 2025 waren es landesweit 21.000; im Jahr zuvor 17.000 und im Jahr davor 15.000. Die Prognosen für 2026 deuten auf einen weiteren Anstieg hin.“ Dann stellt er fest, dass es sich dabei „also nicht nur um eine vorübergehende Erscheinung“ handle. Er räumt ein, dass „die Versuchung“ bestehe, „stolz auf diese Zahlen zu sein – und zwischen den Diözesen sogar zu vergleichen, wer mehr oder weniger davon hat –, was nur allzu menschlich ist. Das Gegenmittel gegen diese Versuchung ist die Erkenntnis, dass die Wege, auf denen diese jungen Menschen hierher gelangt sind, nicht jene sind, die wir für sie bereitet hatten. Wir hatten den Weg zur Tür angelegt, doch sie kamen durch das Fenster herein. Wir müssen mit dem Heiligen Geist zusammenarbeiten; er ist es, der diese Wege bereitet.“ Man müsse, so Aveline, konkret „auf die Wege hören, die sie hierher geführt haben, und über sie nachdenken“. Es gebe bei diesem Weg zum Glauben „gewisse Konstanten“, so der Kardinal:
Aveline sagt, dass „all dies … eine pastoral faszinierende Bewegung entstehen“ entstehen lasse, „eine Bewegung, die die Kirche nun vor eine Herausforderung stellt und eine Antwort verlangt. Die Menschen, die kommen, sind verletzlich und müssen im Evangelium Wurzeln schlagen. Es ist offensichtlich, dass hier ein ernsthaftes, tiefgreifendes Streben am Werk ist, denn es entspringt dem wirklichen Leben.“ Es sei die Sendung der Kirche, mit dem Heiligen Geist zusammenzuarbeiten – jenem Geist, der uns immer gerade dann überrascht, wenn wir mit unseren eigenen Plänen beschäftigt sind“. Wichtig sei auch der Aspekt, dass „den zwischenmenschlichen Beziehungen in den christlichen Gemeinschaften … große Aufmerksamkeit geschenkt werden“ müsse, „damit wir unser Zeugnis durch die Pflege des Gemeinschaftslebens voll entfalten können. Eine dritte große Herausforderung ist die Vertiefung des Glaubensverständnisses: Auch wenn diese Wege bisweilen mit einem starken emotionalen Erlebnis beginnen, ist es im Anschluss notwendig, in das Geheimnis des Glaubens einzudringen – in das, was ihn in seiner Katholizität einzigartig macht. Die Diözesen der Île-de-France haben eine Versammlung ins Leben gerufen, die sich drei Jahre lang mit diesem Thema befassen wird; auch andere französische Diözesen können Delegierte entsenden, um die Beratungen zu verfolgen. In Marseille haben wir einen Diözesanrat für Neophyten – also getaufte Katechumenen – eingerichtet, da diese einer umfassenden Glaubensunterweisung bedürfen.“ Wenn Papst Leo demnächst Frankreich besuchen wird, werde dies „ein Anlass zur Erneuerung im Glauben sein. Unter anderem wird der Papst mit Katechumenen zusammentreffen; dies wird sicherlich eine Ermutigung für eine Kirche sein, die neue Wege des Glaubens entdeckt. Die französische Kirche hat eine tiefgreifende Säkularisierung erlebt, doch nun regt sich etwas Neues. Der Heilige Geist kann jedoch nur wirken, wenn wir demütig bleiben und uns den anstehenden Herausforderungen stellen. Ich lege großen Wert darauf, eine starke Verbindung zwischen Glaube und Leben zu schaffen – ganz im Sinne von Madeleine Delbrêl –, damit der anfängliche Eifer derer, die hochmotiviert zum Glauben finden, nicht an der Oberfläche haften bleibt.“ Archivfoto Kardinal Aveline (c) Erzbistum Marseille Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal! ![]() Lesermeinungen
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