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Bartholomaios kritisiert Moskauer und Belgrader Patriarchen

vor 13 Stunden in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Patriarch von Konstantinopel tadelt bei Gottesdienst auf Imbros serbischen Patriarchen, weil dieser auch nach fünf Jahren im Amt immer noch keinen Antrittsbesuch im Phanar unternommen hat - Scharfe Kritik an russisch-orthodoxem Afrika-Kurs


Istanbul (kath.net/KAP) Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., hat - einmal mehr - scharf den Moskauer Patriarchen Kyrill und - erstmals öffentlich - den Belgrader Patriarchen Porfirije kritisiert. Bartholomaios hält sich derzeit gemeinsam mit Patriarch Theodoros II. von Alexandrien und Erzbischof Ioannis von Albanien auf der türkischen Insel Imbros auf. Bei einer Vesper am Mittwochabend fielen die deutlichen Worte des Patriarchen, wie das Portal "Orthodox Times" berichtete.

Im Blick auf das Moskauer Patriarchat verurteilte Bartholomaios vor allem dessen zunehmende Präsenz in Afrika, die er als "unkanonischen Eingriff" in die Jurisdiktion des Patriarchats von Alexandria bezeichnete. In Richtung des serbischen Patriarchen zeigte sich Bartholomaios ernüchtert, dass Porfirije immer noch nicht den traditionell üblichen Antrittsbesuch beim Ökumenischen Patriarchen unternommen hat.

Die Vesper fand in der Georgskirche in Agioi Theodoroi, dem Geburtsort des Ökumenischen Patriarchen, statt. Patriarch Theodoros leitete den Gottesdienst.

Kirchenkonflikt um Afrika


In seiner Ansprache bei der Vesper lobte der Ökumenische Patriarch die Missionsarbeit von Theodoros und dem Patriarchat von Alexandria auf dem afrikanischen Kontinent und hob die schwierigen Umstände hervor, unter denen dieser Dienst geleistet wird. Zugleich verurteilte er die Handlungen Moskaus.

Der Expansionskurs der Russisch-orthodoxen Kirche in Afrika stößt bei anderen orthodoxen Patriarchaten auf Widerstand. Der afrikanische Kontinent gehört traditionell zum Jurisdiktionsgebiet des Patriarchats von Alexandrien, das derzeit von Patriarch Theodoros geleitet wird. Der Moskauer Patriarch Kyrill hat allerdings, nachdem sich Alexandrien im ukrainischen Kirchenstreit hinter das Patriarchat von Konstantinopel gestellt hat und die unabhängige Orthodoxe Kirche der Ukraine anerkannte, die alexandrinische Kirche für "schismatisch" erklärt. Die beiden Patriarchate von Alexandrien und Moskau pflegen derzeit keine Kirchengemeinschaft. Kyrill sprach ihr das Recht ab, Afrikaner für die Orthodoxie zu missionieren. Moskau gründete im Dezember 2021 ein eigenes Exarchat für Afrika und breitet sich seither verstärkt auf dem Kontinent aus.

Kritiker sehen einen Zusammenhang mit der politischen, wirtschaftlichen und militärischen Einflussnahme Russlands auf dem Kontinent. Das Patriarchat von Alexandrien betrachtet ganz Afrika weiterhin als sein alleiniges kanonisches Territorium. Und so sieht es u. a. auch Patriarch Bartholomaios.

Kein Besuch in Konstantinopel

Im Blick auf den serbischen Patriarchen monierte Bartholomaios bei der Vesper, dass dieser zwar schon andere Patriarchen aufgesucht hat, einen Besuch in Konstantinopel aber immer noch hinauszögere. Bartholomaios nannte Porfirije in seinen Ausführungen allerdings nicht direkt beim Namen.

In der Orthodoxen Kirche ist bzw. war es üblich, dass neue Oberhäupter der autokephalen (unabhängigen) orthodoxen Kirchen ihre erste Auslandsreise nach Istanbul unternehmen, wo der Ökumenische Patriarch im Phanar seinen Sitz hat. Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel gilt in der Orthodoxie als Ehrenoberhaupt (primus in pares; Erster unter Gleichen). Die Antrittsbesuche sollen die kirchliche Gemeinschaft und Zusammenarbeit stärken.

Wie lange es dauert, bis ein neues Kirchenoberhaupt beim Ehrenoberhaupt erscheint, dient Beobachtern deshalb auch als guter Indikator, wie es um die Beziehungen zwischen den Kirchen bestellt ist.
Porfirije wurde im Februar 2021 zum neuen serbischen Patriarchen gewählt. Sein Besuch steht noch aus. Zum Vergleich: Der neue bulgarische Patriarch Daniil ist seit Juni 2024 im Amt. Sein Antrittsbesuch im Phanar erfolgte gegen Jahresende 2025. Erzbischof Ioannis wurde im März 2025 neues orthodoxes Kirchenoberhaupt von Albanien. Sein Besuch im Phanar erfolgte im Juni 2025. In Georgien leitet seit Mai diesen Jahres Patriarch Schio III. die Geschicke der Georgischen Orthodoxen Kirche. Laut aktuellen Medienberichten ist sein Antrittsbesuch im Phanar "in naher Zukunft" geplant.

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