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Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks

vor 1 Stunden in Deutschland, 1 Lesermeinung
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Nach den jüngsten Landtagswahlen und starken Zuwächsen für die AfD sowie dem Wahlsieg der Linken in Berlin warnt die Deutsche Bischofskonferenz heute vor einer tiefen gesellschaftlichen Polarisierung in Deutschland und Europa


Bonn / Magdeburg / Berlin (kath.net)
Mit großer Sorge blickt die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) auf die politische Entwicklung und die hohen Wahlergebnisse der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern am 6. beziehungsweise 20. September 2026. In beiden Bundesländern wird die AfD künftig die stärkste Fraktion im Landesparlament stellen; in Sachsen-Anhalt verfehlte sie die absolute Mehrheit nur knapp und könnte womöglich Regierungsverantwortung übernehmen. Dies bedeute eine historische Zäsur für die Bundesrepublik. Die Bischöfe drückten in diesem Zusammenhang ihre ausdrückliche Solidarität mit dem Bistum Magdeburg und Bischof Gerhard Feige aus.

Die Deutsche Bischofskonferenz zeigte sich tief beunruhigt über den Zulauf zu einer Partei, deren Programmatik, Rhetorik und politische Ausrichtung laut Meinung der DBK in wesentlichen Teilen dem christlichen Gottes- und Menschenbild widersprechen. Insbesondere die Bewertung von Menschen nach Herkunft oder Zugehörigkeit verletze die Grundwerte des Zusammenlebens.

„Da können und wollen wir nicht mitmachen, sondern stellen dem klar Menschenwürde, Nächstenliebe und eine demokratische Kultur entgegen“, betonen die Bischöfe. Als Christen sei man Treue gegenüber dem Evangelium und der christlich-jüdischen Tradition schuldig. Diese gründe auf der tiefen Überzeugung, dass alle Menschen – unabhängig von Herkunft, sozialer Schicht, Gesundheit, Alter oder Religion – die gleiche und unveräußerliche Würde besitzen. „Diese Grundhaltung ist für uns nicht verhandelbar.“

Für Verwunderung bei Gläubigen dürfte dann folgende Passage sorgen, in dem die DBK den umstrittenen öffentlich-rechtlichen Rundfunk verteidigt: "Wenn Hass und Hetze gegen Einzelne und ganze Bevölkerungsgruppen immer alltäglicher werden, wenn das Narrativ einer defekten Demokratie zunehmend verbreitet wird und die Absicht, demokratische Institutionen – wie etwa ein öffentlich-rechtliches Sendeangebot – zu demontieren, so klar formuliert wird, dann müssen wir entschieden widersprechen."


Die Bischöfe richten ihren Blick gleichermaßen auf extremistische Tendenzen im linken politischen Spektrum. Mit Blick auf den Wahlsieg der Linken in Berlin am 20. September 2026 betonte die DBK, dass auch dort Positionen vertreten werden, die mit christlichen Werten unvereinbar seien. 

Besondere Sorge bereite hierbei eine unzureichende Distanzierung vom Antisemitismus. „Antisemitismus darf in diesem Land keinen Platz haben, die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger dürfen sich sicher sein, dass die katholische Kirche an ihrer Seite steht!“, so die Bischöfe. Die Linkspartei in Berlin sei aufgefordert, sich unmissverständlich von terroristischen oder antisemitischen Organisationen zu distanzieren und Gewalt sowie Kriminalität in den eigenen Reihen konsequent zu bekämpfen.

Zum Abschluss appellieren die deutschen Bischöfe an alle demokratischen Kräfte, die zentrifugalen Kräfte in der Gesellschaft zu stoppen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Die Politik sei gefordert, zuzuhören, konstruktiv nach gerechten Lösungen zu ringen und Kompromisse einzugehen. "Extremistische Kräfte und jene, die trotz des völkerrechtswidrigen Angriffs auf die Ukraine mit Putins Russland sympathisieren, dürfen nicht den Ton angeben.", heisst es abschließend.


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Lesermeinungen

 8994 vor 50 Minuten 
 

...

Naja, das "öffentlich-rechtliche Sendeangebot" hat ja nicht unwesentlich dazu beigetragen, dass sich manche darin gerechtfertigt sehen, AgD oder die Linkspartei zu wählen - bei ersterer aus Protest gegen, bei zweiterer wohl eher aus Zustimmung zum Programm von ARD/ZDF.


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