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Managua: Mütter politischer Gefangener aus Kathedrale evakuiert

21. November 2019 in Weltkirche, 2 Lesermeinungen
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Während Hungerstreik der Frauen hatten Anhänger des sandinistischen Präsidenten Ortega am Montag die Kathedrale in der Hauptstadt Nicaraguas gestürmt und dabei auch einen Priester verprügelt - Weiteres katholisches Gotteshaus von Polizei belagert


Managua (kath.net/KAP) In Nicaragua hat das Rote Kreuz eine Gruppe von Müttern politischer Gefangener aus der Kathedrale in der Hauptstadt Managua evakuiert. Die Mütter hatten am Montag in der Kathedrale mit einem Hungerstreik begonnen, um für die Freilassung ihrer inhaftierten Familienangehörigen zu demonstrieren. In der Folge stürmten Anhänger des sandinistischen Präsidenten Daniel Ortega die Kathedrale, verprügelten einen katholischen Priester sowie eine Ordensfrau und attackierten Gläubige. Vor den Toren platzierte staatliche Sicherheitskräfte hatten nach Angaben der Erzdiözese Managua gar nicht erst versucht, die Ortega-Anhänger aufzuhalten.

Die demonstrierenden Mütter wurden zunächst in einem Nebenraum des Gebäudes in Sicherheit gebracht. Am Dienstagabend (Ortszeit) konnten sie in vom Roten Kreuz zur Verfügung gestellten Autos und in Begleitung des Rektors der Kathedrale, Luis Herrera, die Kirche verlassen. Kurz darauf übergaben die Regierungstruppen, die die Kontrolle über die Kathedrale übernommen hatten, das Gotteshaus an einen örtlichen Vatikan-Diplomaten und einen Vertreter von Managuas Erzbischof Kardinal Leopoldo Brenes.


Von staatlichen Sicherheitskräften weiterhin belagert ist indes die Kirche San Miguel in der Stadt Masaya. Dort hatten andere Mütter politischer Gefangener bereits Mitte vergangener Woche einen Hungerstreik begonnen. Wie beim Protest in der Kathedrale geht es um die Freilassung von mehr als 130 Anhängern der Opposition, die bei den blutigen Protesten gegen die Regierung im vergangenen Jahr festgenommen worden waren.

Die Repressionen durch die Regierung hätten das Ziel, "die Solidarität zu kriminalisieren", sagte die Vorsitzende der Menschenrechtsorganisation "Mütter des April", Francy Valdivia, am Dienstag (Ortszeit) dem TV-Sender CNN. Sie bezog sich dabei auch auf die Verhaftung von 13 Helfern, die den Frauen in der Kirche in Masaya Trinkwasser gebracht hatten. Sie müssen sich nun wegen Terrorismus verantworten, was am auch da UN-Menschenrechtsbüro in Genf verurteilte. Die "Mütter des April" sind ein Zusammenschluss von Familienangehörigen getöteter oder verhafteter Regierungsgegner seit dem Ausbruch der Proteste vor anderthalb Jahren.

Nicaragua erlebt seit April 2018 eine Krise mit landesweiten Protesten gegen die linksgerichtete Regierung von Präsident Ortega. Seither kamen rund 350 Menschen ums Leben, Tausende wurden verletzt. Nicaraguas Kirche hat die Menschenrechtsverletzungen der Regierung immer wieder in scharfer Form kritisiert und wurde dadurch auch selbst zur Zielscheibe von Ortega-Anhängern.

In regierungsnahen Medien wurde zuletzt auch wieder Stimmung gegen Kardinal Brenes gemacht und berichtet, er wolle aus dem Land fliehen. Brenes sagte daraufhin ein länger geplante Auslandsreise zu einem Treffen des Lateinamerikanischen Bischofsrats CELAM ab. Er habe die Reise abgesagt, "um an der Seite meiner Leute und Priestern zu bleiben", gab der Kardinal und CELAM-Vizepräsident bekannt.

Euronews - Nicaragua: Hungerstreik von Müttern und Belagerung der Kathedrale von Managua durch die Polizei (spanisch)


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