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Papst Leo verlieh Ratzingerpreis an den Stardirigenten Riccardo Muti

14. Dezember 2025 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Muti betonte, dass der Ratzingerpreis für ihn eine große Ehre und eine "Erinnerung an Momente tiefer, fast mystischer Zuneigung" zu Papst Benedikt XVI. sei - VIDEO


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Papst Leo XIV. hat dem italienischen Stardirigenten Riccardo Muti den diesjährigen Ratzingerpreis überreicht. Die Zeremonie fand im Rahmen eines Weihnachtskonzerts im Vatikan statt, bei dem Muti am Freitagabend Luigi Cherubinis A-Dur-Messe von 1825 dirigierte. Leo XIV. würdigte Muti für dessen Lebenswerk, "das ganz der Musik gewidmet ist, einem Ort der Disziplin und der Offenbarung". In seiner Rede ehrte er sowohl Joseph Ratzinger/Papst Benedikt XVI. (2005-2013) als auch Papst Franziskus (2013-2025). 

Leo XIV. verfolgte das Konzert von einem weißen Sessel im Mittelgang der Audienzhalle aus mit offensichtlicher Freude, berichtete das Nachrichtenportal Vatican News. In seiner Rede dankte er für die Darbietung mit ihren Dutzenden Mitwirkenden und erinnerte an das Musikverständnis der Kirche. Der heilige Augustinus habe Musik als "scientia bene modulandi" beschrieben, als Wissenschaft, "die es versteht, das Herz zu Gott zu führen". Musik sei ein Weg, "die höchste Würde des Menschen zu erkennen und ihn in seiner wahren Berufung zu bestärken".

Papst Benedikt habe daran erinnert, dass "wahre Schönheit verwundet, das Herz öffnet und es erweitert", und in der Musik nach Gottes Stimme gesucht, sagte Leo XIV. Er erinnerte an die Begegnungen zwischen Muti und Benedikt XVI. über die Jahre, beginnend mit Joseph Ratzingers Konzertbesuchen in Salzburg, München und Rom. 


Leo erinnerte an die langjährige Beziehung zwischen Muti und Benedikt, die mit Ratzingers Konzertbesuchen in Salzburg, München und Rom begann. "Die Auszeichnung, die Sie heute erhalten, ist die Fortsetzung dieser Beziehung, eines Dialogs, der sich dem Geheimnis öffnet und auf das Gemeinwohl, auf Harmonie ausgerichtet ist", wandte sich Leo XIV. an den Stardirigenten. Der Papst erwähnte auch seinen Vorgänger Franziskus, der Musik als Kraft zur Überwindung von Gegensätzen beschrieben habe. 

"Der arme Mozart möge in Frieden ruhen"

Der 84-jährige Riccardo Muti dankte in einer freien Rede für die Auszeichnung, äußerte seine Zuneigung zu Papst Leo und bekannte sich laut Vatican News zum einen als treuer Katholik und zum anderen als polemischer Geist. Muti betonte, dass der Ratzingerpreis für ihn eine große Ehre und eine "Erinnerung an Momente tiefer, fast mystischer Zuneigung" zu Papst Benedikt sei. In bewegten Worten erinnerte er auch an seine letzte Begegnung mit dem zu Silvester 2022 verstorbenen, damals bereits emeritierten Papst.

Die beiden hätten über Theologie, Musik und Spiritualität gesprochen, berichtete Muti, und über Wolfgang Amadeus Mozart, den moderne Opernregie mitunter "in den Schmutz zieht". Bei der Verabschiedung habe Benedikt XVI. ihn angesehen und gesagt: "Der arme Mozart möge in Frieden ruhen", erinnerte sich Muti. "Dies ist der letzte Satz, den ich aus dem Mund des Papstes gehört habe und den ich immer in mir trage", so der weltbekannte Dirigent.

Konzerterlös für Bildungsprojekte

Papst Leo XIV. erinnerte in seiner Rede auch an den Bildungsauftrag der Kirche. Er betonte, dass Millionen von Kindern weltweit keinen Zugang zu Schulbildung haben. Das Konzert sollte das Bewusstsein dafür schärfen und Initiativen für Bildung stärken. Kurienkardinal José Tolentino de Mendonca, Präfekt des Dikasteriums für Kultur und Bildung, dankte dem Papst dafür, dass die Spendengelder aus dem Weihnachtskonzert für Bildungsprojekte der Stiftung "Gravissimum Educationis" verwendet werden. 

Pater Federico Lombardi, Präsident der vatikanischen Stiftung Benedikt XVI. Joseph Ratzinger, begründete die Auszeichnung mit Mutis Lebenswerk und seiner Rolle in der Verbindung von Musik, Kirche und Glaube. Erzbischof Georg Gänswein, der langjährige Privatsekretär von Kardinal Ratzinger/Papst Benedikt, und zahlreiche weitere Bischöfe und Kardinäle waren ebenfalls anwesend. Muti hob in seiner Ansprache besonders US-Kardinal Blaise Cupich, den Erzbischof von Chicago, hervor. Der Dirigent leitete das Chicago Symphony Orchestra als Musikdirektor von 2010 bis 2023. Von 1987 bis 2005 war er musikalischer Direktor der Mailänder Scala. Muti lebt in Ravenna, wo er die "Italian Opera Academy - Riccardo Muti" für junge Kunstschaffende seines Fachs leitet. 

Die Vatikanische Stiftung Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. verleiht den Ratzingerpreis seit 2011. Das wissenschaftliche Komitee der Stiftung schlägt jährlich Persönlichkeiten vor, die sich in christlich inspirierter Kultur und Kunst hervorgetan haben. Bisherige Preisträger stammen überwiegend aus der Theologie, aber auch aus der Rechtswissenschaft und der Kunst. Der estnische Komponist Arvo Pärt gehört ebenfalls zu den Preisträgern.

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