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‚Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht…’ - Über die Quelle des Glaubens

vor 22 Stunden in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Leo XIV. in der Pfarrei Santa Maria della Presentazione: das Evangelium von der Samariterin, die Begegnung am Brunnen als Weg der Umkehr und der Sendung der Kirche. Von der Suche nach Wasser zur Quelle des Lebens. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Am dritten Fastensonntag besuchte Papst Leo XIV. die römische Pfarrei Santa Maria della Presentazione an der Via di Torrevecchia in Rom. Am Nachmittag traf er dort ein und wurde unter anderem vom Kardinalvikar Baldo Reina sowie vom Pfarrer der Gemeinde begrüßt. Auf dem Vorplatz der Kirche warteten Kinder des Katechismus, Jugendliche und Familien. Innerhalb des Pfarrkomplexes begegnete der Papst Menschen mit Behinderungen, Kranken sowie weiteren Personen in unterschiedlichen Situationen der Not. In der Eucharistiefeier legte der Papst nach der Verkündigung des Evangeliums die Begegnung Jesu mit der Samariterin aus. Zu Beginn seiner Predigt brachte er seine Verbundenheit mit der Gemeinde zum Ausdruck: „Ich freue mich, diesen dritten Fastensonntag unter euch zu leben. Sie ist eine wichtige Etappe auf unserem Weg der Nachfolge Jesu bis zu seinem Pascha der Passion, des Todes und der Auferstehung“.

Der Weg der Fastenzeit verbinde die Nähe Gottes mit dem Glaubensleben der Menschen. Der Herr erneuere die Gnade der Taufe und rufe zur Umkehr, während er das Herz durch seine Liebe und durch Werke der Nächstenliebe reinige. In diesem Zusammenhang stehe die Begegnung Jesu mit der Samariterin. Das Evangelium spreche nicht nur zu den Hörenden, sondern auch über sie selbst und ermögliche es, das eigene Verhältnis zu Gott zu prüfen. Die Sehnsucht der Frau nach Leben und Liebe sei Ausdruck einer universalen Erfahrung. „Der Durst der Samariterin nach Leben und Liebe ist unser Durst: der Durst der Kirche und der ganzen Menschheit, verwundet durch die Sünde, aber noch tiefer bewohnt vom Verlangen nach Gott“, so der Papst. Der Mensch suche Gott wie Wasser, selbst dann, wenn er sich dessen nicht bewusst sei. Immer dann, wenn er nach dem Sinn der Ereignisse frage oder den Mangel an Gutem spüre, das er für sich und andere wünsche, werde diese Suche sichtbar.

Auf diesem Weg begegne der Mensch Christus. Der Bischof von Rom führte aus, dass Jesus bereits am Brunnen gegenwärtig gewesen sei, als die Samariterin kam. Das Evangelium zeige ihn allein, unter der Mittagssonne, müde von der Reise. Die Frau sei zu einer ungewöhnlichen Stunde gekommen, möglicherweise um den Blicken der anderen Frauen des Dorfes auszuweichen. Christus habe den Grund ihrer Ausgrenzung erkannt: gescheiterte Ehen und eine gegenwärtige Verbindung hätten sie aus der Gemeinschaft der anderen Frauen ausgeschlossen. Dennoch habe Jesus am Brunnen gesessen, als ob er auf sie gewartet hätte. In diesem unerwarteten Zusammentreffen offenbare sich eine Weise des Handelns Gottes. Der Papst erinnerte daran, dass Christus so den Gott offenbare, „der überrascht, mit den schönsten Überraschungen, die das Leben verändern, wo immer sie dem Herrn begegnen und wie immer der Mensch vor ihn tritt“.


Die Begegnung Jesu mit der Frau beschrieb der Papst als eine Beziehung der Zuwendung: „Dieser Mensch liebt die Samariterin, wie sie zuvor niemand geliebt hatte“. Während sie das Wasser des täglichen Lebens gesucht habe, habe Christus ihr ein anderes Wasser schenken wollen, ein lebendiges Wasser, das jeden Durst stillen könne, weil es aus dem Herzen Gottes komme, der Quelle jeder Erwartung. So eröffne die Initiative Jesu eine Suche nach einem größeren Gut. Das Wort Christi an die Frau „Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht“ erscheine nicht als Vorwurf, sondern als Verheißung. Darin liege die Einladung, Gott als Gabe zu erkennen: „Ich bin hier, um dich Gott erkennen zu lassen, der sich dir selbst schenkt“. Dieses Geschenk verwandle den Menschen. Wer es empfange, werde selbst zu einer Quelle, die zum ewigen Leben sprudle. An die Stelle eines Durstes, der Bitterkeit und Trockenheit in sich trage, trete ein Leben, das aus der Barmherzigkeit des Vaters erneuert werde.

In der Begegnung mit Christus vollziehe sich eine Veränderung der Person. Der Papst beschrieb diese Wandlung in mehreren Bildern: „Alles verwandelt sich in der Begegnung mit dem Herrn: Die durstige Frau wird zur Quelle, die Ausgeschlossene wird zur Vertrauten. Die Frau voller Scham wird von Freude erfüllt; diejenige, die im Dorf geschwiegen hatte, wird zur Missionarin für alle seine Bewohner“. Die Frau hätte sich nicht vorstellen können, selbst das Wasser Gottes zu empfangen und anschließend anderen weiterzugeben. Diese Veränderung geschehe in der Begegnung mit Christus und im Gespräch mit ihm, dem lebendigen Wort Gottes, das Mensch geworden sei.

Das Evangelium beschreibe einen Weg des Wachstums im Glauben. Schritt für Schritt erkenne die Samariterin die Identität Jesu: zunächst als Mensch, dann als Prophet, schließlich als Messias und Retter. In der Nähe Christi werde sie selbst zu einer Quelle der Wahrheit. Das Wasser der Gabe Gottes beginne in ihrem Herzen zu sprudeln. Sie kehre in ihr Dorf zurück, frei von Scham und mit dem Wunsch, anderen von der Begegnung zu berichten. Gerade zu jenen gehe sie zurück, die sie zuvor verurteilt hätten, und erzähle, bezeuge und verkünde, was geschehen sei. Der Durst nach Wasser, der sie zum Brunnen geführt habe, weiche dem Wunsch, die Neuheit dieser Begegnung mitzuteilen.

Von dieser Szene ausgehend wandte Leo XOV. den Blick auf das Leben der Getauften: „Mit der Taufe haben wir alle die Gnade eines neuen Wassers empfangen, das jede Schuld reinigt und jeden Durst stillt“. Die Fastenzeit erscheine als Zeit, in der diese Gabe neu entdeckt werden könne. Das Sakrament der Taufe habe den Menschen wie eine Tür in den Glauben und in das christliche Leben eingeführt. Christus erscheine dabei als Hirte, der den Menschen erwarte und begleite, dort, wo er lebe und so, wie er sei. Mit Barmherzigkeit heile er die Wunden des Menschen und mache ihn selbst fähig, für andere zur Gabe zu werden.

Der Papst betrachtete die Situation des Gebietes, in dem die Pfarrei lebt. Er erinnerte daran, dass das Leben der Gemeinde mit verschiedenen Herausforderungen verbunden sei. Es gebe Formen von Ausgrenzung, materielle und moralische Armut sowie Unsicherheit für Jugendliche. Manche liefen Gefahr, von „Verkäufern des Todes“ getäuscht zu werden oder das Vertrauen in die Zukunft zu verlieren. Viele warteten auf eine Wohnung, auf Arbeit und auf Orte der Begegnung. In dieser Situation erscheine die Pfarrei wie der Brunnen des Evangeliums: „Wie am Brunnen des Evangeliums kommen in dieser Pfarrei Männer und Frauen an, verwundet in ihrer Seele, verletzt in ihrer Würde und dürstend nach Hoffnung“. Der Gemeinde sei eine Aufgabe anvertraut worden: die Nähe Jesu sichtbar zu machen und zu zeigen, dass er das menschliche Leben aus den Bedrohungen befreien wolle, die es bedrängten. Von der Eucharistie ausgehend, die als „schlagendes Herz jeder christlichen Gemeinschaft“ bezeichnet wurde, sollten die Aktivitäten der Pfarrei Ausdruck einer Kirche sein, die sich wie eine Mutter um ihre Kinder kümmere. Eine solche Kirche verurteile nicht, sondern nehme auf, höre zu und begleite. Das Wort des Evangeliums, das im Inneren des Menschen wie eine Quelle der Wahrheit sprudle, solle dazu beitragen, die Augen zu öffnen, damit Gut und Böse unterschieden werden könnten und Gewissen heranwüchsen, die frei und verantwortlich seien.

Zum Abschluss wandte sich der Papst an die Gläubigen mit einem Aufruf zum Vertrauen: „Geht mit Vertrauen weiter. In jeder Situation geht der Herr mit uns und stützt uns auf unserem Weg“. Die Jungfrau Maria begleite die Gläubigen auf diesem Weg des Glaubens und schenke ihnen die Freude, „demütige und mutige Verkünder seines Evangeliums zu sein“.

 


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