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Vatikan-Berater empfehlen klare Regeln für Tierorgane in Menschen

28. März 2026 in Chronik, 3 Lesermeinungen
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Experten der Päpstlichen Akademie für das Leben in neuem Dokument: "Es muss Transparenz über die Risiken herrschen, und die ethischen Kriterien müssen eingehalten werden".


Vatikanstadt (kath.net/ KAP) 
Ein Expertengremium, das den Vatikan berät, hat Empfehlungen für die Transplantation von Tierorganen in Menschen erarbeitet. Im Kern plädieren die Fachleute für klare ethische Regeln und gesetzliche Normen sowie eine umfassende Information der Betroffenen und der Allgemeinheit über mögliche Risiken. Am Dienstag stellte die "Päpstliche Akademie für das Leben", die den Papst vor allem in bioethischen Fragen berät, ihre Ergebnisse im Vatikan vor.
Die Akademie hatte bereits im Jahr 2001 erstmals Empfehlungen zur sogenannten Xenotransplantation vorgelegt. Diese wurden nun angesichts neuer Entwicklungen in der Forschung und in der Medizin grundlegend überarbeitet.


Tierorgane als Lösung bei Organknappheit
In dem Dokument "Aussichten auf Xenotransplantation - Wissenschaftliche Aspekte und ethische Erwägungen" wird betont, dass Tierorgane angesichts der Knappheit menschlicher Spenderorgane für viele Menschen eine Lösung für lebensbedrohliche medizinische Probleme sein können. Allein in der EU sterben täglich durchschnittlich acht Patienten, weil Spenderorgane fehlen.
Zu den ethischen Problemen der Xenotransplantate zählen die Experten das Töten und genetische Manipulieren von Tieren zugunsten des Überlebens von Menschen. Zudem sehen sie Infektionsrisiken für Patienten, die tierische Organe empfangen, sowie für die Allgemeinheit. Das Risiko eines Überspringens tierischer Krankheitserreger auf Menschen durch die Transplantationen müsse im Blick gehalten werden, sagte Daniel J. Hurst von der Universität Rowan in New Jersey (USA) bei der Vorstellung des Papiers.

Ethische Kriterien einhalten
Der italienische Theologe und Mediziner Renzo Pegoraro, Präsident der Akademie, betonte, es gebe allein in Italien 170.000 Transplantationen im Jahr, der Bedarf sei aber etwa zehnmal so hoch. Wenn künftig mehr Tierorgane eingepflanzt würden, sei es wichtig, dass dies nach strengen ethischen Kriterien geschehe. Das Anliegen des Papiers der Akademie fasste er mit den Worten zusammen: "Wir finden es gut und richtig, dass in dieser Richtung weiter geforscht wird. Aber es muss Transparenz über die Risiken herrschen, und die ethischen Kriterien müssen eingehalten werden."
Derzeit laufen nach Auskunft der Akademie bereits klinische Studien mit Tierorganen in Menschen in den USA und in China. Dabei gehe es vor allem um tierische Nieren und Lebern, die Menschen eingepflanzt werden, die keine Chance auf menschliche Spenderorgane haben.

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