Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Piusbruderschaft kritisiert ‚Doppelmoral‘ nach Verweigerung des Zutritts zur Basilika in Assisi
  2. Eine „Erzbischöfin“ stürzt die Anglikanische Kirche ins Chaos
  3. Dann sollen sie doch in die Hölle gehen
  4. Tantum ergo Sacramentum
  5. Kardinal Burke: Sexuelle Unmoral heute erinnert an Sodom und Gomorrha
  6. Kardinal Müller: „Muslime respektieren kein schwaches Christentum, das sich des Kreuzes schämt“
  7. Eine vergiftete Unterstützungserklärung
  8. Während Messfeier mit Erstklässlern: Bengalisches Feuer in katholische Kirche geworfen
  9. 'Gott, hilf mir. Jesus, hilf mir. Seid ihr Jungs bereit? Let’s Roll'
  10. Was Charlie Kirk Friedrich Merz antworten würde
  11. ‚Das Exil von Pater Edmund‘
  12. Nigeria: Bischöfe schlagen nach erneuten Massakern Alarm
  13. Niederlande: Ein zweijähriges Kind wurde durch Euthanasie getötet
  14. Katholische Cityseelsorge St. Gallen Mitveranstalter von ‚Drag-Show‘
  15. Spannungen hinter den Kulissen: Papst lehnt gemeinsamen Auftritt mit Macron in Notre-Dame ab!

Griechische Philosophie als Grundlage des Neuen Testaments

21. Juni 2026 in Buchtipp, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Platon und Christus – eine Aufarbeitung von Friedemann Richert. Bezahlter Beitrag des Lepanto-Verlages durch Sebastian Sigler.


Rückersdorf (kath.net/ pm)
„Seelsorge“ und „Theologie“ – zwei Zentralbegriffe christlichen Denkens. Kein Geringerer als Platon führte sie bereits im frühen 4. Jahrhundert vor Christus in den philosophischen Diskurs ein – heute ist das nahezu unbekannt. Die Gleichnisse, mit denen Platon nicht zuletzt seinen Lehrer Sokrates zitierte, sollen die Zuhörer zu besserem und gerechterem Denken führen. Durch die Zeitläufte des Hellenismus sollte diese Schule des Denkens eine kaum zu überschätzende, gottbezogene Bedeutung erhalten.
Von Aufbau und von der Systematik her sind die auf den jüdischen – und christlichen – Gott bezogenen Gleichnisse Jesu, die rund fünf Jahrhunderte später niedergeschrieben wurden, nichts anderes als die Lehrbeispiele bei Platon. Ob es das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg, vom barmherzigen Samariter oder vom verlorenen Sohn ist – immer finden wir Werte und Aufforderungen, die sich bereits bei Platon finden. Wer sich diese kulturelle Typologie bewußt macht, wird das Neue Testament kaum mehr zur Hand nehmen, ohne immer wieder Anklänge an die klassische griechische Philosophie zu erkennen. Die Gemeinsamkeiten sind verblüffend.

Ein evangelischer Pfarrer im Ruhestand hat sich nun der ganz besonderen Konstellation bei der Entstehung des Neuen Testaments angenommen. Er richtet seinen Blick sehr absichtsvoll auf zwei ausgesuchte, namhafte Autoren des Neuen Testaments – den Evangelisten Johannes und den Apostel Paulus. Der Autor hat die Gemeinsamkeit in der Logik, die exakt diese drei Autoren auszeichnet, schon vor über einem Jahrzehnt erkannt und darüber eine vielbeachtete Studie veröffentlicht. Und waren die bisherigen Ereignisse schon mehr als beachtenswert, so legt er nun ein gereiftes und in seiner Logik rundum bestechendes Buch vor. Ja, sein Titel könnte sogar, leicht abgewandelt, heißen wie folgt: „Ein Versuch über klassisch-griechische Wurzeln des Neuen Testamens“ – als selbstverständlich bekannt sei vorausgesetzt, dass die Urschriften der Evangelien und der Apostelgeschichte in griechischer Sprache verfasst wurden. 
Erstaunlich ist die weitreichende Übereinstimmung ethischer und moralischer Werte in griechischer Philosophie und christlicher Lehre, die Richert in seinem inhaltsschweren Buch herausarbeitet. Das fällt altsprachlich gebildeten Menschen sofort auf, denn aus der Lektüre griechischer Originaltexte – also der Grammatik, in der diese Texte strukturiert sind – ist die Logik nirgends wegzudenken. Und so untersucht Richert die Zentralbegriffe „Wahrheit“, „Gott“ und „Leben“ jeweils bezogen auf einen der drei genannten Autoren – neun Kapitel ergeben sich, völlig logisch. Die Zahlensymbolik ist nicht zu übersehen – auch der Kapitelsaal in Zisterzienserklöstern ist in dreimal drei Jochen gestaltet, wobei dieses Beispiel aus der mittelalterlichen Baukunst für eine Vielzahl an Bezügen stehen mag, in denen die abendländische Kultur verwoben ist. 


Nachdem auch kein bedeutender Text ohne vielfache Bezüge auf seine materielle Umwelt auskommt, wie eine gute Hermeneutik wohl weiß, bleibt als Ergebnis dieses: Platon und Christus sind geistig deutlich stärker miteinander verbunden, als der oberflächliche Bibelleser vielleicht vermeint. Johannes, der Evangelist, und ebenso der Apostel Paulus haben sich durch den geistigen Reichtum der Philosophie Platons leiten lassen, wobei natürlich der Geist, der mit dem Pfingstereignis in die Welt trat, hinzuzurechnen ist. Die theologischen Termini von der „einen Wahrheit“, von „Gott als Vater“, vom „Leben als Angleichung an Gott“ und vom Menschen als „ewig lebendem Kind Gottes“ finden sich aber bereits bei Platon, wie Richert darlegt, und Johannes sowie Paulus bedienen sich ihrer gleichermaßen und in bestem Sinne.
Die Textbezüge sind vielfach und Friedemann Richert legt seinen Lesern die Wirkmächtigkeit der Texte aus, indem er immer aufs Neue ordnet. Er geht diesen geistigen Verbindungslinien in drei Abschnitten nach, bei Platon beginnend, Johannes bedenkend und erklärend, zu Paulus führend. Formal geschieht dies, indem er die dreimal drei Kapiteln „Wahrheit“, „Gott“ und „Leben“ jeweils zusammenfasst, für Johannes und Paulus aber zusätzlich jeweils einen Abschnitt „Parallelen zu Platon“ anfügt. So kann er zeigen, dass Johannes und Paulus ihre Theologie zwar aus der vollen Offenbarung heraus betreiben, aber für deren Grundlagen aber durchaus auf Platon zurückgreifen. Zugespitzt ließe sich sagen: Man muß Platon kennen, will man Johannes und Paulus verstehen. In diesen gedanklichen Horizont will Richert den Leser einweisen. Entstanden ist ein Buch, das seinen Wert über Generationen hinweg behalten wird, weil die christliche Hermeneutik um eine echte Perspektive erweitert wird. Dem Lepanto-Verlag ist es einmal mehr gelungen, sich in der Wahl seiner Veröffentlichungen das Prädikat „von höchster geistiger und geistlicher Relevanz“ zu verdienen. Das schmälert die Leistung des Autors nicht, sondern hebt sie hervor. Wer sich dieses Buch ins Regal steht, wird es nicht bereuen.

Friedemann Richert
Platon und Christus – Ein Versuch über antike Wurzeln des Neuen Testaments
Reihe „Bedenken und Besinnen“
Lepanto Verlags, Rückersdorf über Nürnberg 
2026
270 Seiten, Klappenbroschur
ISBN 978-3-942605-39-7

 


Bestellmöglichkeiten bei unseren Partnern:

  • Link zum kathShop
  • Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus, Linz, für Bestellungen aus Österreich und Deutschland: buch@kath.net
  • Buchhandlung Provini Berther GmbH, Chur, für Bestellungen aus der Schweiz/Liechtenstein: buch-schweiz@kath.net

Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Mariat 21. Juni 2026 

Ob nun Sokrates, Platon, der Evangelist Johannes oder Paulus...

Sie haben eines gemeinsam: Den Hl. Geist als Lehrer; die Erkenntnis der Weisheit und Wahrheit.
"Jesus stellte ein Wesensmerkmal des Heiligen Geistes heraus, nämlich seine Freiheit: Er wehe, wo er will (Joh 3,8) und teile seine Gaben aus, wie er will (1 Kor 12,11)."


1
 
 Rolando 21. Juni 2026 
 

Offene Frage

"Ein evangelischer Pfarrer im Ruhestand hat sich nun der ganz besonderen Konstellation bei der Entstehung des Neuen Testaments angenommen. Er richtet seinen Blick sehr absichtsvoll auf zwei ausgesuchte, namhafte Autoren des Neuen Testaments – den Evangelisten Johannes und den Apostel Paulus. Der Autor hat die Gemeinsamkeit in der Logik, die exakt diese drei Autoren auszeichnet, schon vor über einem Jahrzehnt erkannt und darüber eine vielbeachtete Studie veröffentlicht. Und waren die bisherigen Ereignisse schon mehr als beachtenswert, so legt er nun ein gereiftes und in seiner Logik rundum bestechendes Buch vor."

Und er ist immer noch evangelisch?


1
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Robert Bellarmin SJ – De gemitu columbae
  3. Piusbruderschaft kritisiert ‚Doppelmoral‘ nach Verweigerung des Zutritts zur Basilika in Assisi
  4. DJ "Padre Guilherme" begeistert in Mörbisch 5.000 Jugendliche
  5. Dann sollen sie doch in die Hölle gehen
  6. Präsident der Akademie für das Leben meint: Unvollkommenes Euthanasiegesetz unterstützen
  7. Papst-Tipps an neue Bischöfe: Namen Kennen, Zuhören und Hausbesuche
  8. „Selbst wenn ein paar Omas dazu gedrängt werden – ist das nicht ein Preis, den man zahlen kann?“
  9. 'Gott, hilf mir. Jesus, hilf mir. Seid ihr Jungs bereit? Let’s Roll'
  10. Nigeria: Bischöfe schlagen nach erneuten Massakern Alarm
  11. Erzbischof von Westminster: „Wir beten für eine Neuevangelisierung Englands“
  12. Benedikt XVI. zum Fest Kreuzerhöhung: „Ein unlösliches Band zwischen Kreuz und Auferstehung“
  13. Vergebung kennt keine Grenze
  14. Bischof an Jugend: "Licht des neuen Afrikas liegt in euch"
  15. Papst reagiert auf Sex-Vorwürfe gegen Erzbischof von Rabat

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz