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| ![]() Dann sollen sie doch in die Hölle gehenvor 51 Minuten in Kommentar, keine Lesermeinung Katholiken für eine Wahlentscheidung zu exkommunizieren ist schon dreist. Warum werden eigentlich die Wähler der Abtreibungsparteien nicht exkommuniziert? Auch hier zeigt sich die Krise der Bischöfe - Der Montagskick von Peter Winnemöller Berlin (kath.net) Der Erzbischof von Berlin, Heiner Koch, gab vor kurzem die Weisheit von sich, man könne auf die Kirchensteuer von AfD-Wählern auch verzichten. Als katholischer Bischof eine solche Aussage zu tätigen setzt entweder voraus, dass man der Allerlösungslehre anhängt, die natürlich eine Häresie ist, oder man ist der Ansicht, die AfD-Wähler mögen bitte in die Hölle kommen, weil man sie aus der Kirche herauskomplimentiert. Nobody expects the Berlin Inquisition! Wir haben hier den dritten Aspekt der Krise des Episkopats: Die Krise der Heiligung. Es ist nach der Aufgabe zu leiten und zu lehren die dritte Aufgabe des Bischofs, das Volk zu heiligen. Das tut man vor allem durch Seelsorge. Die Sorge um die Seelen ist die Sorge um die Heiligung der Seele. Es geht nicht um ein besseres Leben auf der Erde. Schön, wenn man daran mitwirken kann, dies zu erreichen. Das beste Beispiel dafür ist die katholische Soziallehre oder eine gute, gesunde Morallehre, die die Menschen befähigt, ihre standesgemäße Keuschheit zu leben. Das kann eine Last sein, es wird aber in den allermeisten Fällen zu einem zufriedenen, gelingenden Leben beitragen. Kernelement des Heiligungsdienstes in der katholischen Kirche sind die Sakramente. Es ist nicht die Aufgabe des Bischofs, den Voyeur in der Wahlkabine zu geben. Es ist seine Aufgabe, die Menschen in seinem Bistum zur Heiligkeit zu führen. Sollte es eine Sünde sein, die falsche Partei zu wählen? Dazu würde ich gerne einmal eine seriöse moraltheologische Einordnung hören. Um es vorwegzunehmen, eine Partei zu wählen, die wider die christliche Anthropologie redet oder die das Leben eines Menschen an seinem Anfang und an seinem Ende hin menschlicher Willkür verfügbar macht, ist für einen Christen nicht wählbar. Eine Partei, deren Vertreter das Volk systematisch belügen, ist für Christen nicht wählbar. Eine Partei, die nicht dem Wohl des Volkes dient, das sie wählt, ist für Christen nicht wählbar. Eine Partei, die Menschen nach Herkunft, Rasse, Geschlecht oder Religionszugehörigkeit diskriminiert, ist für Christen nicht wählbar. Man merkt es schon: Die Quasi-Exkommunikation, die Koch ausgesprochen hat, die trägt in doppelter Hinsicht nicht. Sie ist unwahrhaftig, weil sie auf einem Auge blind ist und geht fehl, weil sie Menschen nicht zum Heil führt, sondern sogar diejenigen, die vielleicht daran zweifeln, ob es nun richtig war, diese oder jene Partei zu wählen, auch noch vor die Tür setzt. Es gibt brillante Analysen, die zeigen, in welchen Aspekte die AfD in Sachen Migration, Bildung, Innere Sicherheit, Energie und anderen Bereichen ganz oder teilweise zustimmungsfähige Positionen vertritt. Ebenso kann man zeigen, warum ein Transatlantiker die AfD außenpolitisch nur kritisch sehen kann. Kuscheln mit Wladimir Wladimirowitsch ist nicht so unsere Sache. Umgekehrt hat die AfD in Sachen Ukraine mindestens einen halben Punkt, wenn man sagt, dass eine Unterstützung der Ukraine um jeden Preis ein Fehler sein könnte. Die Korruption im Land ist hoch, unerträglich hoch. Die AfD hat keinen Punkt, wo sie die Unterstützung radikal ablehnt. Die Ukraine wurde völkerrechtswidrig überfallen und befindet sich in einem rechtmäßigen Abwehrkrieg. Die Dinge sind nicht so linear und einfach, wie das der Bischof von Berlin und andere Oberhirten versuchen, den Menschen glaubhaft zu machen. Seit einigen Wochen klingt mir ein Wort von Pater Anton Lässer im Ohr, wir mögen doch bitte die Kirche nicht immer schlecht machen, stattdessen sollten wir uns um unsere Heiligkeit kümmern. Es war ein Reel, dass mir in irgendeinem der sozialen Medien in die Timeline gespült wurde, Der Heilige Geist hat da auch seine Finger im Spiel. Mein Zitat ist etwas verkürzt, aber das war der Kern. Man muss sich diesen Satz auf der Zunge zergehen lassen, denn es ist der Kern unseres Glauben, (spätestens) am Ende des Lebens heilig zu werden. Geht zur Beichte, betet den Rosenkranz, geht zur Messe und liebt euren Nächsten. So ähnlich muss das aussehen. Eigentlich ganz einfach und doch so schwer. Nun frage ich mich, warum höre ich so einen Satz nicht von einem Bischof? Pater Anton for Bishop? Nein, das wäre die Antwort der Welt. Nicht, dass er nicht episkopabel wäre, doch lassen wir das den Heiligen Geist entscheiden. Man könnte stattdessen sagen, Bischof, hör auf Pater Anton. So wird ein Schuh daraus. Die Bischöfe reden am allerliebsten mit denen, die die Kirche schlecht, schlechter und noch viel schlechter reden. Diejenigen, die eine ganz andere Kirche wollen, die haben das Ohr der Bischöfe. Die sind politisch alle massiv gegen die AfD, weil sie alle durch die Bank anderen Parteien angehören. Nur mal am Rande bemerkt. Die Bischöfe reden in allererster Linie mit Kirchenfunktionären. Auf Bistumsebene die unterschiedlichen Räte der Diözese, auf nationaler Ebene mit dem „ZdK“. Wir müssen uns also nur die Protokolle und Beschlüsse des Synodalen Weges und des folgenden Ausschusses ansehen, um zu erkennen, dass die Bischöfe hier jahrelang sogar intentionell fast nur mit Leuten gesprochen haben, denen die Heiligkeit – sowohl ihre persönliche als auch die der Kirche – völlig wumpe ist. Mehr noch, sie wollen die Kirche verändern. Die Moral soll anders werden, die Lehre soll anders werden, das sakramentale Amt soll anders werden. Grundsätzlich will man nur das verändern, was man schlecht findet. Diese Leute finden also die Kirche schlecht. Sie reden sie schlecht, sie wollen sie umbauen und wollen die Lehre der Apostel gegen ihre eigenen Fabeleien und Ohrbläsereien ersetzen. Pater Anton Lässer nennt das „Marketing des Teufels“. Und fordert uns auf, die Kirche zu lieben. Und da sitzt der Kern des Problems, wo man sich jeder einzelne Gläubige fragen muss: Liebe ich die Kirche? Und am Ende gilt das auch für jeden Bischof, für jeden Pfarrer, für jeden, der einen Dienst in der Kirche tut. Liebe ich die Kirche? Was macht das mit einem Bischof, einem Priester oder einem Mitarbeiter der Kirche, wenn er ständig mit Menschen spricht, die die Kirche reformieren wollen. Ecclesia semper reformanda, aber nicht von uns. Die beste Reform der Kirche ist die persönliche Bekehrung. Am besten jeden Tag neu. Jeder! Vom Bischof bis zum Kommunionkind. Aber es ist besonders die Aufgabe des Bischofs, die Menschen anzuhalten, an ihrer Heiligung zu „arbeiten“. Nein, wir können es nicht machen, daher die Anführungszeichen. Es ist Gnade, ein Geschenk. Und wir müssen es annehmen. Dazu muss ein Bischof die Menschen ermutigen. Stattdessen, so hat man derzeit den Eindruck, geht es nur darum, gegen die blaue Partei zu pesten. Eine Meldung zu zehn Jahre Bischof Bätzing, der Spassss daran hat, Bischof zu sein. Eine sonderbare Vorstellung. Die Hälfte der Meldung geht damit drauf, sich an der AfD abzuarbeiten. Die andere Hälfte handelt von einer schrumpfenden Diözese, die 100.000 (in Worten: einhunderttausend) Mitglieder verloren hat, seit er Bischof ist. Der Mann müsste schlaflose Nächte haben, denn der Herr wird ihn nach jedem einzelnen dieser 100.000 fragen. Aber nein, die Diözese muss sparen, aber macht auf Bildung und Soziales. Wow! Ein kleines bisschen schimmert durch, wenn er Menschen mit Menschen und Menschen mit Gott in Berührung bringen will. Ist der Mann größenwahnsinnig? Ja, vermutlich, denn es scheint ihm völlig egal zu sein, Menschen völlig unbedarft und unbelehrt und unbekehrt zu lassen. Aber sie irgendwie mit Gott in Berührung bringen zu wollen. Drei Teile Krise des Episkopats: Krise der Leitung. Immer mehr Bischöfe steigen immer früher aus dem Amt aus, werden im Amt krank. Hinterlassen ruinierte Bistümer mit Monsterpfarreien und aufgeblasenen Verwaltungen. Völlig überfordert bitten sie den Papst um Entpflichtung, der kaum anders kann, als die kranken alten Männer in den Ruhestand zu schicken. Krise der Lehre: In den Bistümern wird Gender, Klima und Migration gelehrt, aber sonst herrscht eher Leere. Krise der Heiligung: Kommunionkinder feiern irgendwie ein Fest mit Jesus und mit Brot. Firmlinge werden ins Leben verabschiedet. Eheschließungen sind selten geworden. Schauen Sie mal in die Pfarrnachrichten oder fragen Sie ihren Pfarrer, wie viele Trauungen er im vergangenen Jahr hatte. Taufen sind so ein Fest für das neugeborene Kind. Mangels Alternative geht man in die Kirche. Weltliche Trauerredner machen inzwischen ein Vielfaches aus. Sonntagsmessen werden immer leerer, Beichtstühle sind schon längst zu Abstellkammern mutiert. Die Krise des Episkopats ist eine dreiteilige Krise. Leitung, Lehre und Heiligung liegen in Trümmern. Im Amt haben wir eine ganze Reihe alter, kranker, verzweifelter Männer, die nur noch auf ihren Ruhestand warten. Keine Regel ohne Ausnahme. Einige Bistümer wirken recht dynamisch. Übrigens hört man auch da mal in der Predigt, warum es vermutlich keine gute Idee ist, als Christ die AfD zu wählen. Das sei in einem Nebensatz gestattet. Das ist auch nicht uniform. Jeder Bischof hat einen anderen Schwerpunkt in seiner Arbeit. Wichtig wäre, dass er einen hat, der etwas mit dem Evangelium zu tun hat. Die allermeisten deutschen Bistümer sind prekär, was den Priesternachwuchs angeht. Sie sind prekär, was die Evangelisation angeht. Sie sind prekär, was Lehre und die Heiligung angehen. Es hängt nicht alles am Bischof, aber vieles. Wie soll ein Priester Neuevangelisierung betreiben, wenn der Bischof seine Nase rümpft? Wie soll ein Priester oder Pastoralreferent Qualität in die Katechese bringen, wenn ihm der Bischof darin nicht den Rücken stärkt? Und wie soll Heiligung gelingen, wenn ein Priester im Pfarrhaus sitzen muss, der gerne zelebrieren würde, es aber nicht darf, weil in der nebenan liegenden Kirche von Laien ein Wortgottesdienst gefeiert werden soll. Der Bischof muss schon sagen, dass er Lehre und Heiligung will. Er muss entschieden leiten. Dabei ist es natürlich möglich und nötig, sich beraten zu lassen. Aber warum lassen sich Bischöfe bevorzugt von Leuten beraten, die die Kirche hassen und eine ganz andere wollen? Die Krise der Kirche in unserem Land, die in erster Linie eine Krise des Glaubens ist, wird sich nicht lösen lassen, wenn die Krise der Episkopats nicht gelöst wird. Aber die Kirche ist so anders, dass wir gar keine anderen Bischöfe brauchen als die, die wir haben. Die, die wir haben, müssen sich nur bekehren. Das haben sie mit uns gemeinsam. Und – für Bekehrung kann man beten. Und das sollten wir alle zusammen jetzt auch endlich einmal tun.
Bild oben: Eine verfallene Kirche als Symbol für die Krise der Heiligung. Foto: Peter Winnemöller mit KI erstellt. Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal! ![]() LesermeinungenUm selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen. Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. | ![]() Mehr zuMontagskick
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