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Erzbischof Grünwidl: "Das größere Problem ist der Gläubigenmangel"vor 6 Stunden in Österreich, 7 Lesermeinungen Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Wiener Erzbischof im Interview mit "Oberösterreichischen Nachrichten" über sinkende Katholikenzahlen, notwendige Glaubensvertiefung, den Islamismus und das FPÖ-Jubiläumsfest auf dem Wiener Stephansplatz
Wien (kath.net/KAP) Die katholische Kirche in Österreich leidet nicht so sehr unter einem Priestermangel als vielmehr unter einem Gläubigenmangel. Das hat der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl im Interview mit dem "Oberösterreichischen Nachrichten" (Wochenend-Ausgabe) betont. Das Interview entstand am Rande eines Besuchs des Erzbischofs in einem Pflegeheim in Maria Anzbach in Niederösterreich. Im Interview ging es um ein Altern in Würde, sinkende Katholikenzahlen, eine notwendige Glaubensvertiefung, den Islamismus und auch die Zukunft der Feiertage.
Kirchliche Einrichtungen leisteten Großartiges in der Betreuung, hielt Grünwidl im Blick auf seinen Besuch fest: "Man merkt es hier, in diesem Haus werden christliche Werte gelebt: die Wertschätzung, die Zuwendung, die Geborgenheit, die Seelsorge." In vielen Pfarren gebe es Besuchsdienste für alte Menschen. Das sei zwar alles sicher noch ausbaufähig, "aber ich glaube, dass wir die Kranken, die Alten und die Einsamen ganz gut im Blick haben". Es gehe um ein würdevolles Leben bis zum letzten Augenblick. "Jeder soll an der Hand eines anderen sterben können und nicht alleingelassen werden", so der Erzbischof. 
Grünwidl erläuterte einmal mehr, warum ihm die Mystik in der Kirche so sehr am Herzen liegt: "Mystik wird manchmal als mystisch und geheimnisvoll verstanden. Mystik bedeutet aber: in Gott, im Glauben verwurzelt zu sein." Es sei "zu wenig, wenn wir Kinder taufen. Wir müssen auch vermehrt helfen, dass sie in den Glauben, in das Christsein hineinwachsen können". Die kirchlichen Gemeinden sollten Lernorte des Glaubens sein.
Auf den Priestermangel in der Katholischen Kirche angesprochen, antwortete ,der Erzbischof: "Das größere Problem ist der Gläubigenmangel. Die Zahl der Katholiken nimmt drastisch ab." Rein statistisch sei der Schlüssel von Gläubigen zu Priestern sogar besser geworden. "Ein Priester ist jetzt für größere Räume, aber weniger Katholiken zuständig. Es ist nicht immer einfach, diese Herausforderung zu meistern", so der Wiener Erzbischof.
Darauf angesprochen, dass die FPÖ am Samstag auf dem Stephansplatz ihr Fest zum 70. Geburtstag abhielt, sagte Grünwidl wörtlich: "Wer am Stephansplatz eine Veranstaltung macht, das ist leider nicht in der Entscheidung der Kirche. Sobald man den Stephansdom verlässt, steht man nicht mehr auf Kirchengrund, sondern es ist die Stadt Wien, die Genehmigungen vergibt."
Probleme mit Islamismus nicht kleinreden
Im Blick auf Studien, wonach junge Muslime fundamentalistischer geworden sind, sagte der Erzbischof, er wehre sich dagegen, dass man den Islam generell unter Verdacht stellt: "Den Islam gibt es nicht, es gibt verschiedene Strömungen. Es gibt viele Muslime, die sich bei uns integrieren, die sozialisiert sind, gerne hier leben und sich unseren Regeln anpassen." Es gebe aber auch radikale Gruppen und den Islamismus, so Grünwidl: "Dieses Problem brauchen wir nicht kleinzureden, das ist eine wirklich große Herausforderung für unsere Gesellschaft."
Zum aktuellen Karfreitags-Volksbegehren hielt der Wiener Erzbischof fest: "Die katholische Kirche hat gesagt, dass wir uns gut vorstellen können, dass der Karfreitag ein Feiertag für alle wird." Bei dieser Frage würden aber viele Akteure mit wie etwa die Politik und der Handel mitentscheiden. Es sei also eine politische Entscheidung. Nachsatz: "Ich halte es aber zur Zeit nicht für realistisch."
Grünwidl räumte zudem ein, dass die eigentliche Bedeutung von christlichen Feiertagen schwinde: "Feiertage wurden geschaffen, damit die Menschen an diesem Tag nicht arbeiten müssen und Zeit für die Feier in der Kirche haben. Das haben sehr viele vergessen. Das tut mir leid, aber ich glaube, die Feiertage werden geschätzt."
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Lesermeinungen| | nekonata vor 7 Minuten | | | | @ Holunder „Wie sollen denn die Priester auch noch alle Alten und Kranken besuchen?“
Mit dem Auto, zu Fuß, mit dem E-Bike, dem E-Roller, oder dem Bus.
Die Alten und Krankenseelsorge besteht darin die Alten und Kranken zu Hause zu besuchen und ihnen Sakramente zu spenden, da die Kranken und die Alten nicht selbst zur Kirche kommen können (Alters- oder Krankheitsbedingt). Ist die Beichte kein Sakrament mehr im deutschsprachigen Raum?
warum man im deutschsprachigen Raum unter Krakenseelsorge nur das Spenden der konsekrierten Hostie versteht, ist mir ein Rätsel. Es ist offenbar ähnlich wie mit den Wortgottesdiensten ohne Priester – wenn man im deutschsprachigen Raum ein Wortgottesdienst ohne Austeilung der Kommunion feiern würde, käme keiner!
„Gott ja, Kirche nein“ – wer hats erfunden? Die Deutschen. ;-) |  0
| | | | | Stefan Fleischer vor 49 Minuten | |  | Irgendwie habe ich Mühe (1) Kirche ist für mich Gemeinschaft im Glauben, nicht einfach Gemeinschaft um der Gemeinschaft willen. Dass die Gemeinschaft im Glauben offen sein muss für alle, die ehrlich suchen ist für mich klar. Dass sie auch Gemeinschaft in der Diakonie sein muss, geht aus dem Gebot des Herrn hervor. Dass sie sogar die Liebe zu seinen Feiden fördern will, soll uns helfen und von Parteiungen, Strei tund Krieg fern zu halten. Dieses Gebot aber umfasst auch den Auftrag zur Verkündigung der ganzen, allumfassenden Lehre. Ich habe oft den Eindruck, man versuche heute den Glauben zu vermitteln durch die Gemeinschaft im Tun. Das aber ist m.E. das Pferd am Schwanz aufgezäumt. |  0
| | | | | Stefan Fleischer vor 50 Minuten | |  | Ich habe Mühe (2) Aus der Gemeinschaft im Glauben wächst eine Gemeinschaft im Tun, welche alltagstauglich ist, welche auf einem, sicheren Fundament steht. Durch die Ausrichtung auf Gott, den Dreifaltig Einen, ergibt sich eine ganz andere Sicht auf den Nächsten, welche viel weniger von den verschiedenen Egoismen getrübt werden kann, als eine Ausrichtung auf eine irdische Gemeinschaft. Die Ausrichtung auf das ewige Heil des Menschen macht uns Menschen viel menschlicher als die Sorge um sein irdisches Wohl. |  0
| | | | | Wilolf vor 1 Stunden | | | | und die katholische Kirche in Deutschland leidet vor allem unter einem Mangel an gläubigen Priestern.
Wer eine Sonntagsmesse bei einem Priester findet, der noch jedes Wort des Glaubensbekenntnisses unterschreiben kann, hat wahrscheinlich vorher lange gesucht. |  0
| | | | | Veritasvincit vor 3 Stunden | | | | Glaubensmangel Bischof Grünwidl hat recht, wenn sagt:" Es ist zu wenig, wenn wir Kinder taufen. Wir müssen auch vermehrt helfen, dass sie in den Glauben, in das Christsein hineinwachsen können".
Ds Kernproblem ist der Mangel an Glauben. Wer den Glauben verliert, läuft eben davon. Die kleine Herde wird immer bleiben. |  0
| | | | | Holunder vor 4 Stunden | | | | Hol- und Bringschuld Wie sollen denn die Priester auch noch alle Alten und Kranken besuchen? Wenn ein Mensch - egal ob alt oder jung- beichten möchte, muss er eben einen Priester anrufen oder zu einer Stelle gehen, wo es feste Beichtzeiten gibt. Meine Erfahrung ist die: wer auf die Kirche zugeht, bekommt auch alle Sakramente und so weiter, die er braucht. |  0
| | | | | nekonata vor 5 Stunden | | | | die Kranken und die Alten „“In vielen Pfarren gebe es Besuchsdienste für alte Menschen. Das sei zwar alles sicher noch ausbaufähig, "aber ich glaube, dass wir die Kranken, die Alten und die Einsamen ganz gut im Blick haben"“.
Und wer besucht die Alten und die Kranken? Sind es Priester, die bei bedarf auch gleich die Beichte hören dürfen?
Nein, es sind die „Grünen Damen“ aus den pleitegehenden Krankenhäusern , die man zu Kommunionhelferinnen umfunktioniert hat. |  1
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