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| ![]() Kardinal Robert Sarah in Danzig/Polen: Gebet ist Ringen mit Gottvor 1 Stunden in Spirituelles, keine Lesermeinung „Bitten wir den Herrn, uns zu helfen, das Gebet zu lieben. Ich bitte euch, liebe Brüder und Schwestern: Betet immer! Ich bitte euch, zu Jesus Christus zu sagen: ‚Herr, stärke unseren Glauben!‘“ - Die Predigt in voller Länge Oliwa (kath.net/EWTN Polska/pl) Der emeritierte Kurienkardinal Robert Sarah sprach in der Kathedrale von Oliwa (in Danzig, Polen) über den Glauben und die Kraft des Gebets. Seine Predigt im Pontifikalamtes, dem er vorgestanden war, ging vom Sonntagsevangelium aus, dieses war die Perikope über die Begegnung Jesu mit der kanaanäischen Frau. Kardinal Sarah erinnerte die Gläubigen daran, dass das Gebet ein beharrliches Ringen mit Gott darstellt. kath.net dokumentiert die Predigt anhand der Darstellung von EWTN Polska in voller Länge in eigener Übersetzung: Hochverehrter Erzbischof, liebe Brüder und Schwestern, ich danke dem Herrn für die Gnade, diese Eucharistiefeier in eurer Mitte begehen zu dürfen. Ich danke auch eurem Erzbischof dafür, dass er mir die Möglichkeit gibt, tiefer in das Evangelienwort einzutauchen, das der Herr uns heute schenkt. Ich hatte die Freude, neun Jahre lang mit eurem Bischof im Dikasterium für die Evangelisierung der Völker (Propaganda Fide) zusammenzuarbeiten. Gemeinsam haben wir daran gewirkt, den Glauben an Jesus Christus zu fördern, diözesane Strukturen aufzubauen und – vor allem – Priesterseminare zu unterstützen, damit sie noch enger mit Jesus verbunden bleiben und Ihn der heidnischen Welt verkünden können. Die heutige Liturgie lässt uns einer heidnischen Frau begegnen. Heiden lernen zu glauben, doch sie lehren uns auch, wie wir Gott wieder in die Mitte unseres Lebens stellen können. Heute begehen wir den 20. Sonntag im Jahreskreis. Wenn wir uns nicht mit einer oberflächlichen Lektüre begnügen, sondern versuchen, das Wort Gottes, das Er uns heute darbietet, tief und meditativ zu betrachten, werden wir feststellen: Der Evangelist Matthäus will uns durch die Schilderung der Begegnung Jesu mit der kanaanäischen Frau etwas über den Glauben und den Willen Gottes vermitteln – Gottes Willen, alle Völker zu retten. Und das Heil erlangt man durch einen wahrhaftigen, tiefen und standhaften Glauben an Jesus Christus. Der Beginn dieser Begegnung könnte den Eindruck erwecken, als wolle Jesus die Heiden nicht retten. Er sagt: „Ich bin zu den Menschen Israels gesandt.“ Es scheint, als ignoriere Er den Ruf der Frau – ja, Er antwortet sogar mit bemerkenswert harten Worten. Doch Jesus möchte, dass wir die Stärke und Kraft des Glaubens dieser heidnischen Frau würdigen und bewundern. Damit möchte Er uns bewusst machen, dass das Heil all jenen gilt, die sich Ihm im Glauben nahen. Wir sind hier, um uns Jesus zu nähern, der sich selbst als Speise und Trank darreicht. Ist das nicht genau der Grund, weshalb wir gekommen sind – um uns Jesus Christus im Glauben zu nähern? Ja, Gott will alle Völker retten. Schon im Alten Testament hat Er uns immer wieder daran erinnert, dass Er der Gott der ganzen Erde ist, und die besondere Zuwendung, die Er Israel erwies, diente einem bestimmten Zweck. Israel sollte ein Werkzeug sein – ein von der Vorsehung erwählter Verkünder –, um allen Völkern Gottes Liebe zu offenbaren. Man denke nur an die Verheißung, die Abraham gegeben wurde: Dieser große Stammvater wurde zum Vater einer Menge von Völkern bestimmt. Dieser göttliche Plan wurde später von vielen Propheten bekräftigt. Wir haben soeben die Worte des Propheten Jesaja gehört: „Und die Fremden, die sich dem HERRN anschließen, um ihm zu dienen und den Namen des HERRN zu lieben, um seine Knechte zu sein, alle, die den Sabbat halten, und ihn nicht entweihen und die an meinem Bund festhalten, sie werde ich zu meinem heiligen Berg bringen und sie erfreuen in meinem Haus des Gebets.“ Betrachten wir noch einmal die Begegnung mit Jesus, die sich heute ereignet. Er begibt sich in die Gegend von Tyrus und Sidon. Plötzlich erscheint eine Frau. Matthäus nennt sie eine Kanaanäerin, während sie in der parallelen Evangelienstelle bei Markus als Syrophönizierin beschrieben wird. Sie ist eine Heidin, die sich direkt an Jesus wendet. Sicherlich hat sie viel Gutes über diesen jungen Propheten gehört und möchte die Gelegenheit nicht verpassen, um ein wunderbares Eingreifen zu bitten. Sie tritt an Jesus heran, während Er seines Weges geht, und fleht um Hilfe. Ihre Tochter wird von einem Dämon gequält, daher bittet sie um Heilung. Vielleicht ist dies ihre letzte Chance – wenn Jesus geht, bleibt für ihr Kind keine Hoffnung mehr. Deshalb hört sie entschlossen nicht auf, um Rettung zu rufen, selbst angesichts einer ausgesprochen ablehnenden Haltung Seinerseits. Matthäus schreibt: „Jesus aber gab ihr keine Antwort.“ Doch die Frau lässt nicht locker. Ihre Beharrlichkeit veranlasst die Jünger zum Eingreifen: „Schick sie fort, denn sie schreit hinter uns her!“ Jesus erwidert, dass seine Sendung auf Israel beschränkt sei. Doch die Frau lässt sich von dieser schroffen Zurückweisung nicht beirren und fleht beharrlich: „Herr, hilf mir!“ Es sind genau die Worte, die Petrus sprach, als er im See zu versinken drohte. Jesus jedoch antwortet mit ungewöhnlicher Härte: „Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den kleinen Hunden vorzuwerfen.“ Einen ähnlichen Gedanken hatte er bereits in der Bergpredigt geäußert: „Gebt das Heilige nicht den Hunden und werft eure Perlen nicht den Schweinen vor.“ In der biblischen Tradition bezeichnete der Begriff „Hunde“ alle Widersacher, Sünder, Götzendiener und heidnischen Völker. Diese Frau wagt es, Jesus die Stirn zu bieten. In gewissem Sinne ringt sie mit Ihm. Ich möchte daran erinnern, dass das Gebet gerade ein Ringen mit Gott ist. Beharrliches, unaufhörliches, tägliches Gebet ist ein Kampf, der so lange geführt wird, bis der Herr dem Bittenden antwortet. Im Buch Genesis lesen wir von Jakob, der allein zurückblieb und bis zum Morgengrauen mit einem Fremden rang. „Als der Mann sah, dass er ihn nicht besiegen konnte, berührte er sein Hüftgelenk. Jakobs Hüftgelenk renkte sich aus, als er mit ihm rang. Er sagte: ‚Lass mich los; denn die Morgenröte ist aufgestiegen.‘ Er entgegnete: ‚Ich lasse dich nicht los, wenn du mich nicht segnest‘.“ Auch wir müssen stets beten – jeden Tag, in jedem Augenblick –, bis Gott uns antwortet. Auch der heilige Paulus bezeichnet das Gebet als einen Kampf. Er schreibt an die Kolosser: „Es grüßt euch Epaphras, der Knecht Christi Jesu, einer von euch. Immer kämpft er für euch im Gebet, dass ihr vollkommen werdet und ganz durchdrungen seid vom Willen Gottes.“ Ebenso appelliert er an die Römer: „Ich bitte euch aber, Brüder und Schwestern, bei unserem Herrn Jesus Christus und bei der Liebe des Geistes: Kämpft mit mir in den Gebeten für mich vor Gott.“ Beten heißt, mit Gott zu ringen. Man könnte sagen, dass diese Frau aus dem Evangelium mit Jesus ringt. In Wirklichkeit sind ihr Vertrauen und ihr Glaube an diesen Propheten weit größer als der anfängliche Widerstand, auf den sie stößt. Als Jesus dies sieht, antwortet Er mit Worten, die man im Evangelium nur selten hört. Er sagt: „Dein Glaube ist groß!“ Ähnlich sprach Er vom Hauptmann. Beide waren Heiden. Wieder einmal offenbart uns das Evangelium den Vorrang des Gebets in unserem Leben. Es lässt uns die Notwendigkeit des Glaubens an Jesus erkennen – eines Glaubens, der uns von der Täuschung befreit, unser Vertrauen allein auf uns selbst zu setzen. Der Glaube dieser Frau bewegt Jesus dazu, ihre Tochter zu heilen. Matthäus schreibt: „Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist groß. Es soll dir geschehen, wie du willst! Und von dieser Stunde an war ihre Tochter geheilt.“ Wir sind hierhergekommen, weil wir alle mit unseren eigenen Dämonen ringen und zu Jesus rufen: „Hilf uns!“ Die Welt ist voller Dämonen. Selbst die Kirche kann ihnen ausgesetzt sein. Wir müssen unablässig rufen: „Hilf uns!“ Angesichts eines solch starken Glaubens kann selbst Gott nicht gleichgültig bleiben. Bitten wir um diesen Glauben! Bitten wir den Herrn, uns zu helfen, das Gebet zu lieben. Ich bitte euch, liebe Brüder und Schwestern: Betet immer! Ich bitte euch, zu Jesus Christus zu sagen: „Herr, stärke unseren Glauben!“ Lasst uns beten, auch wenn es so scheint, als würde Gott nicht zuhören. Durch beharrliches Gebet wächst unser Glaube, und dieser Glaube ist unser Sieg in dieser zunehmend heidnischen Welt. Gestern haben wir das Fest der Muttergottes gefeiert – jener, die selig ist, weil sie geglaubt hat. Möge Maria uns Beharrlichkeit im Gebet, Vertrauen und einen tiefen Glauben an Gott lehren. Archivfoto Kardinal Sarah (c) Vatican Media EWTN Polska - Das Pontifikalamt und die Eucharistische Anbetung in voller Länge:
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