
Warum der Todestag des Franz von Assisi nicht sein Gedenktag istvor 53 Minuten in Spirituelles, keine Lesermeinung Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Heiliger Franziskus hat Strahlkraft weit über die Kirche hinaus - Am kommenden Wochenende jährt sich sein Todestag zum 800. Mal.
Assisi/Rom (kath.net/ KAP)
Am ersten Oktober-Wochenende werden in Assisi Tausende Menschen zu den Feiern zum 800. Todestag des heiligen Franziskus erwartet. Geboren wurde der populäre Schutzpatron der Tiere und der Umwelt vermutlich 1181 oder 1182; sein Tod ist für den 3. Oktober 1226 verbürgt. Dennoch wird der offizielle Gedenktag des Franz von Assisi erst am 4. Oktober begangen. Eine Verwechslung oder Folge einer Reform des Heiligenkalenders?
Die Gründe liegen eher in der mittelalterlichen liturgischen Zeitrechnung: Der charismatische Ordensgründer und radikale Prediger von Frieden und Armut, der am Ende seines rund 44-jährigen Lebens schon zahllose Anhänger hatte, starb an jenem Samstagabend "nach Sonnenuntergang". In der mittelalterlichen Kirche begann der liturgische Tag mit der Vesper am Vorabend. Franziskus' Tod in der Nacht zum 4. Oktober zählte daher schon zur Feier des Sonntags. 
Der Leichnam des Schöpfers des "Sonnengesangs" wurde in einer feierlichen Prozession von der Portiuncula-Kapelle in Assisis heutiger Unterstadt zur Kirche San Giorgio überführt. Die Franziskaner unterscheiden zwischen seinem "Transitus", dem "Heimgang", während der 4. Oktober sein eigentliches liturgisches Fest ist. Seit 1230 befindet sich sein Grab in der Franziskus-Basilika in Assisis Oberstadt.
4. Oktober in Italien wieder ein Feiertag
Bereits am 16. Juli 1228, knapp zwei Jahre nach seinem Tod, wurde Franziskus von Papst Gregor IX. heiliggesprochen. Seither ist der 4. Oktober als Franziskusfest belegt.
Franziskus gilt als überaus populärer Heiliger mit Strahlkraft über die Kirche hinaus. Für Italien, dessen Schutzpatron er ist, wurde der 4. Oktober erstmals seit 1977 wieder zum arbeitsfreien Feiertag erklärt. Allerdings kommt dies erst 2027 zum Tragen, wenn das Fest auf einen Montag fällt.
Über 100.000 Ordensleute weltweit
Sechs Frauen- und Männerorden berufen sich heute auf Franziskus, darunter Franziskaner, Kapuziner und Klarissen. In der aktuellen Päpstlichen Ordensstatistik der Männerorden rangieren die Franziskaner-Minderbrüder (OFM) auf Platz drei mit 11.468 Mitgliedern, gefolgt von den Kapuzinern (OFM Cap) mit 9.685 Brüdern. Franziskaner-Konventuale (OFM Conv) belegen den zehnten Platz mit 3.817 Brüdern.
Zum Vergleich: Der Augustinerorden, dem Papst Leo XIV. angehört, belegt mit 2.341 Mitgliedern den 18. Rang der Statistik. Die franziskanischen Frauenorden weltweit zählen laut Schätzungen bis zu 100.000 Mitglieder.
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Bild: Pixabay von robertcheaib
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