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Vatikan ernennt Richterinnen und Richter im Fall Rupnik

14. Oktober 2025 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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Causa um Mosaik-Künstler und Ex-Jesuiten, dem Ordensfrauen geistlichen und sexuellen Missbrauch vorwerfen, belastet seit Jahren den Vatikan - Trotz zahlreicher Opfervorwürfe ist Rupnik weiterhin nicht exkommuniziert


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Ein aus Frauen und Männern bestehendes Sondergericht soll im Fall des Priesters und Mosaik-Künstlers Marko Rupnik entscheiden. Dies teilte das dafür zuständige Glaubensdikasterium am Montag im Vatikan mit. Das fünfköpfige Tribunal sei bereits mit Datum vom 9. Oktober benannt worden, so die knappe Mitteilung. Es bestehe aus "Frauen und Priestern, die weder beim Glaubensdikasterium noch bei anderen Vatikanbehörden ein Amt innehaben".

Damit, so die Erklärung weiter, solle "wie in jedem Gerichtsverfahren die Autonomie und Unabhängigkeit des Gerichts sichergestellt werden". Die Namen der fünf Personen, die über Rupnik zu Gericht sitzen werden, teilte der Vatikan zunächst nicht mit. 


Verfahren trotz Verjährung

Rupnik (70) wird von mehreren Frauen vorgeworfen, er habe sie sich unter Ausnutzung seiner Autorität als Geistlicher sexuell gefügig gemacht. 2020 war der damalige Jesuit zeitweise exkommuniziert, weil er eine der betroffenen Frauen in der Beichte von den gemeinsam begangenen Sünden kraft seiner priesterlichen Vollmacht losgesprochen hatte. Obwohl die Rupnik zu Last gelegten Taten kirchenrechtlich verjährt sind, hatte der mittlerweile verstorbene Papst Franziskus im Oktober 2023 angeordnet, dass weiter gegen den Priester ermittelt werden soll. 

Rupnik ist Gründer des "Centro Aletti" in Rom und hat als Mosaik-Künstler zahlreiche Kirchen und Kapellen in aller Welt gestaltet. 2023 wurde er "wegen Ungehorsams" von den Jesuiten aus dem Orden ausgeschlossen, blieb aber weiter Priester.

Die Diözese Rom, wo der aus Slowenien stammende Rupnik lange tätig war, hatte bereits im April 2023 eigene Ermittlungen angestrengt. Sie wurden damals von dem Priester und Kirchenrechtsprofessor Giacomo Incitti geleitet. Er lehrt Kirchenrecht an der Päpstlichen Universität Urbaniana und ist zugleich Richter am Appellationsgericht der Diözese Rom.

Weitere kath.net-Artikel zum Rupnik-Skandal: siehe Link.

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