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Thomas von Aquin über Migration

4. Dezember 2025 in Weltkirche, 7 Lesermeinungen
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Hilfe für Fremde gehört zum Universalgebot der Liebe, darf aber die Ordnung des Gastlandes nicht gefährden.


Linz (kath.net/jg)
Der Kirchenlehrer Thomas von Aquin (1224/25 – 1275) hat in seiner Summa theologica einige Gedanken zur Migration niedergelegt. Ein Autor und Blogger mit dem Pseudonym „Imperator“ hat sie auf seinem Blog Atlas Press zusammengefasst.

Er hebt drei Punkte hervor, welche die westlichen Länder fast 1.000 Jahre lang geprägt hätten:

  1. Immigration muss immer verhältnismäßig sein, damit sich die Ausländer ausreichend an die Kultur und die religiösen Gebräuche des Gastlandes anpassen können.
  2. Um die Kultur, die religiösen Gebräuche und die Verfassung des Gastlandes zu bewahren, sollten die Staatsbürgerschaft und die damit verbundenen Rechte erst der dritten Generation verliehen werden.
  3. Das Gemeinwohl der Bürger muss höchste Priorität des Staates bleiben. Das bedeutet, dass die Verpflichtungen eines Staates, Hilfe für Nachbarn zu leisten, nicht auf Kosten der eigenen Bürger gehen darf.

Imperator bezieht sich hier auf die „Ordnung der Liebe“ (ordo amoris), die beispielsweise einen Familienvater dazu verpflichtet, zuerst für seine Frau und seine Kinder zu sorgen, erst in zweiter Linie für seine weiteren Verwandten und Nachbarn. Analog hat der Staat in erster Linie für seine Bürger zu sorgen.


In Notfällen, also wenn das Leben oder Grundbedürfnisse von Fremden bedroht sind, ist Hilfe für diese geboten, weil die Not dieser Menschen groß ist. (S. th. II-II, q. 26, a. 8)

Damit werden zwei Extreme verhindert. Einerseits die Verweigerung der Hilfe für Menschen in Not, die gegen das Universalgebot der Liebe verstoßen würde. Das andere Extrem ist die unterschiedslose und unangemessene Freizügigkeit, welche die Bedürfnisse der eigenen Familie und Nation vernachlässigt, schreibt Imperator.

Die Staatsverfassungen und Rechtssysteme, insbesondere das Staatsbürgerrecht und die damit zusammenhängenden Bürgerrechte waren im 13. Jahrhundert nicht in der Weise ausgeprägt, wie wir sie heute kennen. 

Imperator verweist auf die Summa theologica, ohne jedoch nähere Angaben zu machen. Die Gedanken, die er äußert, finden sich in etwa im ersten Teil des zweiten Buches, Frage 105, Artikel 3. (S. th. I-II, q. 105, a.3).

 


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