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"Die Zahl der Seminaristen ist im Bistum Chur leider sehr klein geworden"

18. März 2026 in Schweiz, 16 Lesermeinungen
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Die Anzahl der Priesterseminaristen ist im Schweizer Bistum Chur drastisch zurückgegangen - Unter Huonder gab es noch 25 Seminaristen, jetzt nur mehr 4-7 - Kandidaten haben das Bistum sogar verlassen


Chur (kath.net/rn)
Wie viele Seminaristen gibt es noch im Bistum Chur? Fragt man dazu die KI „Gemini“, bekommt man folgende Antwort: „Die Anzahl der Seminaristen im Bistum Chur hat in den letzten Jahren einen deutlichen Tiefstand erreicht. Die Zahl der klassischen Seminaristen für Chur liegt im niedrigen einstelligen Bereich (etwa zwei bis fünf Kandidaten).“ Doch wie viele sind es jetzt wirklich? Dazu gibt es entsprechende Gerüchte. kath.net hat jetzt beim Bistum nachgefragt.

„Gegenwärtig gibt es im Bistum Chur vier Priesteramtskandidaten. Zudem studieren im Seminar St. Luzi in Chur drei Seminaristen aus dem Bistum St. Gallen“, teilt Bischof Bonnemain über seine Sprecherin gegenüber kath.net mit. Auf die Frage, warum die Seminaristenzahlen in den letzten Jahren so stark zurückgingen, erklärte der Bischof: „Die Zahl der Seminaristen ist im Bistum Chur leider sehr klein geworden, wie auch in den meisten Bistümern Europas. Deswegen müssen wir intensiv um Berufungen beten. Zugleich sollen die Kriterien für die Aufnahme ins Seminar streng bleiben. Wir dürfen nicht der Versuchung unterliegen, bei der Aufnahme lockerer zu werden, nur weil die Zahl der möglichen Kandidaten klein ist – im Gegenteil!“


Laut Insidern aus dem Bistum Chur sind mindestens ein halbes Dutzend junger Männer, die Priester werden wollten, wegen Bonnemain weggegangen oder haben sich andere Gemeinschaften wie die Petrusbruderschaft gesucht. Auf die Frage, warum dies so sei, erklärte Bischof Bonnemain gegenüber kath.net: „Ob gegenwärtig im Seminar der Petrusbruderschaft oder ähnlicher Gemeinschaften ehemalige Seminaristen des Bistums Chur studieren, weiß ich nicht. Wenn es so wäre, könnte ich mir vorstellen, dass dies aufgrund einer Vorliebe für die Liturgie, wie sie vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil gefeiert wurde, geschieht. Ich möchte aber in unserem Bistum Seminaristen und Priester haben, die treu, andächtig und mit persönlicher Beschaulichkeit das Geheimnis der Eucharistie gemäß der nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil approbierten Liturgie feiern.“

Kurz vor dem Ende der Amtszeit von Bischof Huonder im Jahr 2019 hatte es im Bistum Chur übrigens noch 25 Seminaristen gegeben.


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Lesermeinungen

 Parcival 23. März 2026 
 

@ThomasR

Es wird gebetsmühlenartig wiederholt, wie viele Berufungen es im überlieferten Ritus und bei der Piusbruderschaft gibt. Aber wer Einblick hat, weiß, dass diese Zahlen wenig aussagen. Viele treten ein – und ebenso viele springen wieder ab. Oft wird genommen, was irgendwie fromm wirkt oder ein wenig Latein kann. Das allein trägt keine Berufung. Auch die immer wieder genannten Zahlen, etwa 66 Eintritte, klingen beeindruckend, sagen aber nichts über Reife, Stabilität oder Durchhaltefähigkeit. Entscheidend ist etwas anderes: Zeigt sich im Leben dieser Menschen das, was die Kirche als geistliche Reifung erkennt – also Liebe, innere Freiheit, Frieden, Geduld, Verantwortungsfähigkeit? Genau hier habe ich große Zweifel. Zu oft erlebe ich nach außen funktionale Strukturen, aber innerlich wenig gereifte Persönlichkeiten. Deshalb stelle ich mir die Frage, ob die überlieferte Liturgie bei der Piusbruderschaft wirklich in guten Händen ist. Mich überzeugt das Gesamtbild nicht.


2
 
 ThomasR 19. März 2026 
 

@Parcival

es ist aber wenigstens eine Chance -lieber afrikanische Priester als keine.

Leider hat man in Brixen scheinbar übersehen z.B. aus Rom einige afrikanische Ausbilder für afrikanische Seminaristen auch nach Brixen einzuladen.

Es gibt inzwischen mehrere Semianristen aus Südtirol in den Priesterseminaren der Tradition.

Ein Teil von ihnen hätte ohne Zweifel zu Hause bleiben können, leider die Türe des Priesterseminars in Brixen, ähnlich München scheinen vor Allem für altrituelle Bewerber geschlossen zu sein (in München soll angeblich selbst Marienfrömmigkeit ein unüberwidbares Hindernis bei der Aufnahme der Priesterausbildung sein),

bzw niemand sich bemüht um altrituelle Bewerber anzusprechen, dann ist es tatsächlich gerecht, dass diese Häuser leer bleiben.

Ich habe inzwischen volles Verständis für diese bayerische Bischöfe, die nicht bereit sind an der Idee der Errichtung einer zentralen Ausbildungsstätte für Priester für alle bayerische Bistümer ausgerechnet in München mitzuwirken.


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 ThomasR 19. März 2026 
 

@Versusdeum

wenn es keine Priester innerhalb der Kirche gibt dann gibt es gültige Sakramente jedoch ausserhalb der Kirche z.B. bei der Piusbruderschaft

Fehlende Öffnung der diözesanen Priesterausbildung für altrituelle bzw birituelle Bewerber bedeutet in Deutschland auf jeden Fall Ende der Priesterausbildung überhaupt, so wenigstens meine private Meinung

Feier der alten Messe ist eine extrem wichtige Quelle der liturgischen Disziplin auch für die neue Messe und ausgerechnet dies scheint bei der neuen Messe am Meisten zu fehlen: liturgische Disziplin, die man den Semianristen während Priesterausbildung anzueignen hat.

Das Schreiben Redemptionis sacramentum ist inzwischen über 20 Jahre alt und ich habe nicht einmal im Münchner Dom eine Heilige Messe erleben können, bei der man sich an die Regelungen von Redemptionis sacramentum Nr. 93 zur Kommunionaustelung gehalten hat. Damit ist Ende der Priesterausbildung in München für mich wie vorprogrammiert.

www.dbk.de/fileadmin/redaktion/veroeffentlichungen/verlautbarungen/VE_164.pdf


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 Parcival 19. März 2026 
 

Priesterseminar Brixen

@ThomasR Zum Projekt in Brixen muss man deutlich sagen: Es werden laufend Seminaristen aus Afrika und Indien nach Brixen geholt – und ebenso laufend springen sie wieder ab. Das hat inzwischen etwas von einer Reise nach Jerusalem. Dieses Modell hat sich so nicht bewährt.
Ein wesentlicher Grund liegt auch darin, dass sie an der Brixner Hochschule nicht das hören, was sie als katholische Lehre erwarten dürfen. Wenn zentrale Glaubensinhalte relativiert oder ins Lächerliche gezogen werden, darf man sich über Abbrüche nicht wundern.
Es ist zudem bedauerlich, dass Bischöfe aus anderen Ländern Brixen ihre Berufungen anvertrauen – und dann passiert genau das. Wer Einblick in die Situation hat, kann hier nicht einfach darüber hinweggehen und so tun, als würde das gut funktionieren.


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 Versusdeum 19. März 2026 
 

Und wenn es am Ende keine Priester mehr gibt?

Kein Problem: Bis dahin gibt es auch fast keine Gläubigen mehr, zumindest fast keine, die noch den buchstäblich himmelweiten Unterschied zwischen einer Hl. Messe und einem Wortgottesdienst mit Kommunionausteilung kennen (Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers Christi mit Wandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi mit Empfang des Leibes des Herrn bzw. letzteres mit Gebeten durch Laien), spielt das für eine Kirche, die sich längst von ihrem Stifter gelöst hat und an die Zwangserlösung glaubt, vermeintlich eh keine Rolle mehr. Mir sagte selbst jemand, das wichtigste sei doch die Kommunion, in welchem Rahmen sie stattfinde, sei doch zweitrangig. Und wie viele "Katholiken" glauben überhaupt noch, dass sie in der Eucharistie Gott selbst empfangen?


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 Jothekieker 19. März 2026 
 

@Versudeum

Solche Vorfälle haben natürlich Auswirkungen auf die Entscheidung, in ein Priesterseminar einzutreten. Schließlich muß ein Priester bei seiner Weihe seinem Bischof Ehrfurcht und Gehorsam geloben.


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 Bilbo B. 19. März 2026 
 

Früchte?

Der Mann aus Nazaret lehrte seine Jüngerschaft: „An den Früchten werdet ihr sie erkennen!“ Eine ehrliche und offene Analyse des drastischen Niedergangs in so kurzer Zeit im beinahe gesamten deutschsprachigen Raum wird wohl erst in der späteren Bistums- und Kirchengeschichte aufgearbeitet werden? Der Priestermangel könnte durchaus auch gewollt aufgegleist worden sein?


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