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| ![]() „Weg zur Erneuerung von Kirche und Gesellschaft ist ohne die Erneuerung der Familien nicht möglich“vor 15 Stunden in Familie, 1 Lesermeinung Prag: Erzbischof Graubner hält bemerkenswerte Predigt bei Messe für Marsch für das Leben: „Wir müssen Jesus, den einzigen Erlöser, in unsere Welt einladen. Wir müssen uns ihm so ganz zur Verfügung stellen, dass er durch uns die Welt verändern kann.“ Prag (kath.net/Erzbistum Prag/pl) Die Zeugen der Auferstehung Jesu „konnten nicht länger schweigen über das, was sie gesehen und gehört hatten. Aus ihrer Verkündigung, die uns bis heute erreicht hat, erwuchs die europäische Zivilisation.“ Darauf machte Erzbischof em. Graubner bei der Messfeier für den Prager Marsch für das Leben aufmerksam. Doch „nicht jeder akzeptiert diese Kultur… Eine solche Gesellschaft stirbt aus, weil sie für zukünftige Generationen nicht bestehen kann.“ kath.net dokumentiert die Predigt des Apostolischen Administrators Erzbischof Jan Graubner (emeritierter Erzbischof von Prag und früherer Vorsitzender der Tschechischen Bischofskonferenz), die er am 11. April 2026 im Rahmen des Marsches für das Leben während der Heiligen Messe im Dom St. Veit, Wenzel und Adalbert hielt, in voller Länge in eigener Arbeitsübersetzung: Liebe Schwestern und Brüder, liebe Pilger, liebe Kinder, wir feiern den letzten Tag der Osterwoche. Noch heute spüren wir die Osterfreude, die mit dem Auftrag Jesu verbunden ist: Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium. In der Lesung aus der Apostelgeschichte hörten wir, dass die Verkündigung, begleitet von guten Taten, auf Widerstand stieß. Es war ihnen verboten. Sie sollten schweigen. Doch sie konnten nicht länger schweigen über das, was sie gesehen und gehört hatten. Aus ihrer Verkündigung, die uns bis heute erreicht hat, erwuchs die europäische Zivilisation. Heute befinden wir uns in Prag auf der Burg, wo wir Scharen von Touristen aus aller Welt treffen, die unsere Kultur bewundern. Es geht nicht nur um die Schönheit der alten, reichen Stadt, um Würde und Harmonie, sondern auch um Sicherheit und Verlässlichkeit, friedliche Beziehungen und Hoffnung für die Zukunft. Es ist unmöglich zu übersehen, dass die Werte, die unsere hochentwickelte Kultur und unseren hohen Lebensstandard ausmachen, gerade aus der Annahme des verkündeten Evangeliums im Alltag entstanden sind. Menschen, die erfahren haben, dass Gott sie unendlich liebt, haben die Würde des Menschen und den wahren Stolz entdeckt. Menschen, die ihren Vater in Gott erkannt haben, bilden mit anderen Kindern Gottes eine neue menschliche Familie. Wer seine Liebe zu Gott durch Nächstenliebe zum Ausdruck bringt, stärkt Solidarität und soziale Gerechtigkeit. Wer Gottes Vergebung angenommen hat, findet innere Freiheit und lernt, anderen zu vergeben. Wer den Heiligen Geist empfangen hat, besitzt die Fähigkeit, nicht nur das Brot, sondern auch Wissen und den Sinn des Lebens mit anderen zu teilen. Er hat eine Liebe entdeckt, die nicht für sich selbst, sondern für andere lebt, eine Liebe, die sich am Glück anderer erfreut. Nicht jeder akzeptiert diese Kultur. Manche sträuben sich dagegen und sehen sich selbst als Mittelpunkt und Gipfel von allem. Diese Sichtweise verändert jedoch die Perspektive und die Werteordnung, sie schließt sich in Blasen und errichtet Grenzen. Sie verursacht Armut, weil es an Liebe mangelt, die spaltet. Sie bedroht den Frieden, weil es an Liebe mangelt, die das Wohl anderer sucht. Sie führt zu Depression, weil es keine Hoffnung auf die Ewigkeit gibt und der Enttäuschte erneut erfährt, dass er nicht der allmächtige Gott ist, für den er sich gehalten hat. Eine solche Gesellschaft stirbt aus, weil sie für zukünftige Generationen nicht bestehen kann. Liebe Freunde, ich sage das nicht, um jemanden zu verurteilen, sondern um uns bewusst zu machen, dass wir am richtigen Ort sind. Wir haben die Freude von Ostern erfahren und den Auftrag Christi angenommen, der den Tod besiegt hat. Wir sollen das Evangelium verkünden, und es ist unmöglich, nicht über das zu sprechen, was wir gesehen und gehört haben. Kein Widerstand kann uns aufhalten. Wir werden jedoch nicht kämpfen, sondern anbieten. Die Geschichte lehrt uns, dass in Krisenzeiten neues Aufblühen durch diejenigen entstand, die das Evangelium nicht nur verkündeten, sondern es auch selbst lebten. Wir werden durch Prag gehen, wo Joseph II. viele Klöster auflöste. Doch innerhalb von hundert Jahren entstanden viele neue. Mehr als die, die aufgelöst wurden. Genau hier in der Nerudova-Straße lebten zwei Schwestern, die zusammen mit einer Freundin Kranke und Arme aufsuchten und sie in ihren Häusern besuchten. Sie gründeten eine geistliche Vereinigung. Der Priester, der sie begleitete, führte sie zur Gründung einer Kongregation. Sie arbeiteten in Krankenhäusern, bauten eine Krankenpflegeschule und ein Kurhaus. Drei von ihnen wurden von Bischof Bauer nach Brünn eingeladen, wo ein weiterer Orden gegründet wurde, der in der Zwischenkriegszeit fast 400 Schwestern zählte. Anfangs waren es nur drei. Manche von Ihnen werden durch Klárov kommen, wo Herr [Alois] Klár eine Einrichtung für Blinde errichten ließ. Er suchte Nonnen für das Haus. Man fand vier tschechische Mädchen, die ins Borromäischen Noviziat in Nancy eintraten und mit einer französischen Oberin zurückkehrten. Im Laufe der Zeit arbeiteten sie an 120 Orten in der Tschechoslowakei, und vor dem Kommunismus gab es über zweitausend von ihnen. Im nahegelegenen Žižkov gibt es ein Krankenhaus der Schwestern vom Heiligen Kreuz. Anfangs kam eine kleine Gruppe von Schwestern aus der Schweiz zu uns. Am Ende des Zweiten Weltkriegs lebten 1.500 von ihnen in den tschechischen Ländern. Und wir könnten noch viele weitere Beispiele von Schwestern anführen. Diese Beispiele verdeutlichen vielleicht, dass die Erfolge der Medizin im 19. Jahrhundert, als die Lebenserwartung um zehn Jahre verlängert wurde, ohne Ordensfrauen, die den Großteil des Krankenhauspersonals stellten, nicht möglich gewesen wären. Ohne Frömmigkeit, die die Liebe zu Christus und zum Nächsten entfachte, hätte es nicht so viele Berufungen gegeben. Priester und fromme Eltern, die Kinder für Gott gebaren und erzogen, spielten eine grundlegende Rolle in ihrer Entwicklung. Erinnern wir uns an das erste gemeinsam heiliggesprochene Ehepaar: die Eltern der heiligen Therese von Lisieux [Zélie und Louis Martin]. Was mich an Thereses Mutter Zélie, so beeindruckte? Sie stammte aus einer Offiziersfamilie und hatte keine glückliche Kindheit. Sie war als Kind oft krank. Noch mehr belastete sie der Mangel an Liebe und Zärtlichkeit in ihrer Familie. Ihre Eltern waren ehrlich, pflichtbewusst und fromm, aber sie waren streng. Zélie wollte als Ordensfrau den Kranken dienen. Als sie aufgrund ihrer schwachen Gesundheit nicht aufgenommen wurde, entschied sie sich für eine Ehe, in der sie die Fehler ihrer Eltern vermeiden konnte und nicht auf ihre eigene Familie übertrug. Das Gebet, mit dem sie in die Ehe ging, ist bemerkenswert: „Herr, schenke mir viele Kinder und lass sie alle dir geweiht sein.“ Dieser Wunsch erfüllte sich für fünf Kinder, allerdings erst nach ihrem Tod. Die anderen starben früh. Zélie war eine erfolgreiche Geschäftsfrau und Pädagogin. Doch Gott stand für sie an erster Stelle. Deshalb erzog sie ihre Kinder zur Heiligkeit und lebte ihnen selbst ein gutes Beispiel vor. Die Probleme der heutigen Welt sind anders. Sie kennen sie, und es ist nicht nötig, sie zu benennen. Doch der Weg zu ihrer Lösung folgt denselben Regeln. Der gelebte Glaube führte zur Entstehung vieler Ordensgemeinschaften, als die Klöster aufgelöst wurden. Die aufgelösten frommen Bruderschaften wurden durch fromme Vereinigungen ersetzt. Nachdem die Vereinigungen an Bedeutung verloren hatten, breiteten sich katholische Bewegungen stark aus. Heute steht uns ein weiteres Kapitel der Heilsgeschichte bevor. Ich kenne die Lösung nicht, aber ich bin sicher, dass Gott sie bereithält. Es gibt keinen Grund, Angst zu haben oder sie sich menschlich vorzustellen. Wir müssen Jesus, den einzigen Erlöser, in unsere Welt einladen. Wir müssen uns ihm so ganz zur Verfügung stellen, dass er durch uns die Welt verändern kann. Lasst uns ihm mit unseren Augen sehen, damit wir die Bedürfnisse von heute richtig erkennen. Lasst uns ihm mit unseren Händen dienen, damit die Welt die Berührung Gottes erfährt. Der Welt wird nicht durch irgendwelche religiösen Konstrukte geholfen, sondern nur durch den wahren, lebendigen Gott. Liebe Freunde, der Weg zur Erneuerung von Kirche und Gesellschaft ist ohne die Erneuerung der Familien nicht möglich. Deshalb danke ich euch von Herzen, die ihr eure Familien auf der Kraft des Evangeliums aufbaut und anderen dabei helft, dasselbe zu tun. Wenn Gott in unserem Leben an erster Stelle steht, wenn wir Kinder und Jugendliche durch unser eigenes Beispiel und unsere Erziehung zur Heiligkeit führen, wird Gott selbst sie formen. Er wird die Familie retten und neue Berufungen zum Priestertum schenken. Wenn wir unser Leben aus Glauben erneuern, wird neue Hoffnung erblühen. Fürchtet euch nicht! Archivfoto: Erzbischof Graubner und Papst Franziskus Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal! ![]() Lesermeinungen
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