
Vier Todesurteile nach verheerendem Kirchenanschlag in Nigeriavor 1 Stunden in Chronik, keine Lesermeinung Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Rund vier Jahre nach dem brutalen Angriff auf die katholische Kirche St. Francis in Owo hat ein Bundesgericht in Abuja das Urteil gesprochen. Vier Männer wurden zum Tode verurteilt.
Abuja (kath.net/gem/rn) Es war der Pfingstsonntag 2022, als die Gläubigen in der St.-Francis-Kirche im südwestnigerianischen Owo von einem brutalen Terrorakt überrascht wurden. 41 Menschen verloren damals ihr Leben, mehr als 100 weitere wurden teils schwer verletzt. Nun, rund vier Jahre später, hat ein Bundesgericht in der Landeshauptstadt Abuja vier der Angeklagten zum Tode verurteilt, wie der britische Sender BBC berichtet.
Das Gericht sprach die vier Männer in insgesamt neun Anklagepunkten schuldig. Darunter fallen einerseit die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und die gezielte Planung sowie die Ausführung der Massentötungen. Ein fünfter Angeklagter wurde hingegen mangels Beweisen freigesprochen. Ihm war vorgeworfen worden, den Anschlag mit einer Summe von umgerechnet rund 1.000 Euro mitfinanziert zu haben.
Der zuständige Staatsanwalt fand nach der Urteilsverkündung deutliche Worte. Er sprach von „kaltblütigen“ Morden an den unschuldigen Gottesdienstbesuchern und betonte, dass den Opfern und ihren Angehörigen nun endlich „Gerechtigkeit widerfahren“ sei.
Ob die Todesurteile tatsächlich vollstreckt werden, gilt jedoch als fraglich. In Nigeria wurden Hinrichtungen seit mehreren Jahren nicht mehr durchgeführt. Für eine Vollstreckung ist rechtlich die explizite Zustimmung des nigerianischen Präsidenten erforderlich. Zudem hat die Verteidigung angekündigt, das Urteil anzufechten und in Berufung zu gehen. Während des Prozesses hatten die Angeklagten wiederholt beteuert, die Geständnisse seien unter Folter erpresst worden. 
Nigeria zählt mehr als 230 Millionen Einwohner, wobei sich die Bevölkerung fast zu gleichen Teilen in Christen und Muslime aufteilt (jeweils rund 46 Prozent). In den vergangenen Jahren kam es im Land immer wieder zu blutigen Angriffen auf christliche Gotteshäuser.
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