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| ![]() „Es gibt keinen notwendigen Widerspruch zwischen Synodalität und Tradition“vor 2 Stunden in Weltkirche, 3 Lesermeinungen Niederländischer Weihbischof Rob Mutsaerts: „Stellen Sie sich eine synodale Kirche vor, die jede Pfarrei fragt: Warum verschwinden eure getauften Teenager? Warum ist die Zahl der Beichten eingebrochen? Wo besuchen junge Familien die Messe?...“ ’s-Hertogenbosch (kath.net/pl) „Es gibt keinen notwendigen Widerspruch zwischen Synodalität und Tradition. Stellen Sie sich eine synodale Kirche vor, die jede Pfarrei fragt: Warum verschwinden eure getauften Teenager? Warum ist die Zahl der Beichten eingebrochen? Wo besuchen junge Familien die Messe? Warum? Wo sind junge Erwachsene, die um die Taufe bitten? Was hat sie zu Christus geführt? Das wäre eine auf das ‚salus animarum‘ ausgerichtete Synodalität. Das Zuhören bliebe erhalten – aber wir würden zuhören, weil wir verzweifelt herausfinden wollten, wie man Seelen retten kann. Und plötzlich erhielte der gesamte Prozess einen klaren Fokus.“ Darauf macht Rob Mutsaerts, Weihbischof der Diözese ’s-Hertogenbosch (Niederlande), im Interview mit dem Vatikanisten Niwa Limbu für das englischsprachige katholische Online-Portal „Ad Vaticanum“ aufmerksam. Bischof Mutsaerts hat vor kurzem einen Offenem Brief an Papst Leo XIV. zum Thema „Synode über die Synodalität“ geschrieben, kath.net hatte berichtet. Dieser Niedergang des niederländischen Katholizismus habe schon vor vielen Jahrzehnten begonnen und wurzle nicht im Synodalen Prozess. Doch umgekehrt sei auch jetzt nach mehreren Jahren festzustellen, es gebe „kaum Anzeichen dafür, dass er ein wirksames Heilmittel dagegen gefunden hat. Das Medikament gleicht der Krankheit!“ Mutsaerts führt weiter aus, dass dann, „wenn kirchliche Rhetorik der säkularen Sprache auffallend ähnlich zu klingen“ beginne, die Kirche Gefahr laufe, „säkularen Europäern eine religiöse Version dessen anzubieten, was sie bereits besitzen. Doch niemand braucht das Christentum, um zu lernen, dass Begegnungen inklusiv sein sollten.“ Gleichzeitig nehme er aber „ein wirklich hoffnungsvolles Zeichen“ wahr, „das meine frühere Kritik nicht verdecken sollte. Die Zahl der Erwachsenen, die in den Niederlanden in die katholische Kirche aufgenommen wurden, ist 2024 um fast 40 % gestiegen: Mehr als 500 Erwachsene wurden getauft, und über 100 weitere traten ohne Taufe in die Kirche ein, da sie bereits zuvor getauft worden waren. Das ist bemerkenswert. Es wäre daher zu pauschal, einfach zu sagen: ‚Es tut sich nichts‘.“ Denn offensichtlich geschehe durchaus etwas „und zwar bei einer kleinen, aber bedeutenden Gruppe von Suchenden“. Der Weihbischof stellt fest, dass „dieses Phänomen womöglich viel mehr Aufmerksamkeit“ verdiene als es derzeit erfahre. Denn „die entscheidende Frage lautet: Welche Art von Katholizismus zieht diese Konvertiten an? Suchen die Menschen das Christentum, weil sie mehr Gremien wollen? Oder weil sie Christus, das Gebet, die eucharistische Anbetung, die Beichte, den katholischen moralischen Ernst, eine schöne Liturgie, intellektuelle Schlüssigkeit, Tradition, Gemeinschaft und Transzendenz entdeckt haben? Für mich ist klar, dass Letzteres der Fall ist.“ Genau dies mache „den Anstieg der Konversionen Erwachsener in den Niederlanden besonders interessant. Ähnliche Anzeichen für ein wiedererwachendes Interesse am Christentum bei jüngeren Europäern sollten die Bischöfe hellhörig machen. Der Katholik der Zukunft fragt die Kirche nicht: ‚Wirst du so wie die Gesellschaft, in der ich bereits lebe?‘ Er fragt: ‚Ist das alles eigentlich wahr?‘“ Wenn ein junger Mensch „in seinen Zwanzigern eine Kirche betritt, weil die heutige Kultur ihn spirituell hungrig zurückgelassen hat, dann verkennt man seine Lage womöglich völlig, wenn man ihm lediglich eine weitere Diskussion über institutionelle Inklusion anbietet“, erläutert der Weihbischof. „Vielleicht sehnt er sich nach Metaphysik, Erlösung, einem moralisch anspruchsvollen Leben, einem Priester, der tatsächlich glaubt, was er sagt, nach Beichte und Eucharistie. Und vor allem nach Christus. Hier könnte der traditionelle Katholizismus einen Vorteil bei der Evangelisierung haben – gerade weil er sich ohne Scheu als etwas anderes präsentiert.“ Abschließend erläutert Weihbischof Mutsaerts wörtlich: „Die katholische Evangelisierung geht traditionell davon aus, dass es um etwas Dramatisches geht. Der Mensch ist für Gott geschaffen. Er ist durch die Sünde verwundet. Christus ist für ihn gestorben. Die Gnade ist real. Die Todsünde ist real. Das Gericht ist real. Der Himmel ist real. Die Hölle ist real. Die Vergebung ist real. Die Eucharistie ist wahrhaft Christus. Die Beichte versöhnt den Sünder tatsächlich mit Gott. Sobald man diese Dinge tief verinnerlicht hat, ändern sich die pastoralen Prioritäten augenblicklich. Man interessiert sich brennend für Beichten, Taufen, Bekehrungen, katholische Eheschließungen, den Besuch der Heiligen Messe, eucharistische Frömmigkeit, Katechese, das Familiengebet und Heiligkeit. Eine Kirche, der das Heil am Herzen liegt, will zwangsläufig wissen, ob mehr Menschen zur Beichte gehen. Eine Bürokratie, die auf Verfahrensabläufe fixiert ist, will wissen, ob mehr Menschen am Konsultationsprozess teilgenommen haben. Es gibt ein wunderbar einfaches biblisches Kriterium: ‚An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.‘ Wenden Sie es ohne Böswilligkeit und ohne ideologische Voreingenommenheit an. Vor allem aber: Sind die Menschen bereit, Heilige zu werden? Diese Frage ist weitaus wichtiger als die Frage, ob die Menschen den synodalen Prozess positiv erlebt haben.“ Weitere kath.net-Beiträge über Weihbischof Mutsaerts: siehe Link Archivfoto Bischof Mutsaerts (c) Bistum ‘s-Hertogenbosch
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